Freitag, 2. Dezember 2016

Die Nacht der reitenden Leichen - Die total vergessene Erinnerung




Ich weiß nicht mehr, wie alt ich war, als ich zum ersten Mal "Blutgericht der reitenden Leichen" gesehen habe. Auf jeden Fall war ich zu jung für den Film, aber das hat mich ja nie gestört.Und damit begann auch eine bis heute anhaltende Fanliebe. Die Filme mögen Trash sein, können aber bestens unterhalten.

Heute habe ich mir den ersten Teil, "Die Nacht der reitenden Leichen", zum ersten Mal uncut angesehen. Nachdem ich ihn bestimmt mehrmals gesehen habe und ihn sogar einmal in schlechter Qualität auf VHS besaß, musste ich feststellen ... Ich konnte mich an nichts erinnern. An gar nichts. Und so fühlte sich dieser Film vollkommen neu für mich an.

Ich wurde richtig nostalgisch, denn das waren noch Zeiten, als es in Filmen um verlassene Gegenden ging, die von Einheimischen gemieden wurden, die aber junge Frauen in kurzen ... sehr kurzen Hosen nicht daran hinderten, in ihr Verderben zu laufen. 

Als Männer noch Schweißflecken unter den Armen haben durften, die selbst denen von Godzilla Konkurrenz machten. Zombies, waren so langsam wie Opa Peter, und doch entkam man ihnen nicht. Selbst dann nicht, wenn man um eine Säule herum und ihnen direkt in die Arme rannte. (Mal ehrlich: Was hat die Frau erwartet? Dass die Zombies ihr folgen und sich unterwegs verlaufen?) Dabei reicht auch noch die Zeit für ein Telefonat ... Okay, da musste ich echt lachen. Ich meine ... Erst wegrennen und dann jemanden anrufen, während der Zombie auf einen zukommt?

Diese düstere Musik, die oft in schnellen Zooms und Schreien endet. Und ein paar Zeitlupenszenen von den reitenden Leichen, die wirklich gut aussehen. Wenn man nicht darauf achtet, dass manche von ihnen stocksteif im Hintergrund stehen. Wie Puppen. Was sie wohl auch sind. 

Uncut bedeutet aber auch, dass viele Szenen, die wohl entfernt wurden, um den Film zu straffen, neu synchronisiert wurden und jeder Schauspieler zwei verschiedene Stimmen hat. Die eine ist nicht ganz so gut, die andere klingt wie ein gelangweilter Pornodarsteller. Besonders brutal ist der Film nicht. Etwas Kunstblut hier, ein wenig nackte Haut da. Kaum der Rede wert.

Warum mag ich diese Filme also so sehr? Nun ja, sie haben viele klassische Elemente, herrlich reißerische Titel, tolle Filmposter und so weiter. Der Trashfaktor ist hoch, aber handgemacht, old school und deswegen so sympathisch. Es gibt noch viel mehr, was ich über diese Filme erzählen könnte, aber das mache ich, wenn ich mir die drei (!!!) Sequels angesehen habe.

Bis dahin,

Thomas. 

Dienstag, 29. November 2016

Big Trouble in Dunwich




Der eine oder andere wird es schon mitbekommen haben: Ich liebe Filme!

Ein Film. den ich schon als Kind großartig fand, ist "Big Trouble in Little China" von John Carpenter. Es gibt Monster, Kung Fu und einen wirklich trotteligen Helden. Der Streifen gehört zu meinen ewigen Lieblingen und wie ich nun mal so bin, zolle ich solchen gerne Tribut.

Als ich mitbekam. dass die Autorin Claudia Rapp Geschichten für eine verrückte Hommage an H. P. Lovecraft sucht, war ich sofort Feuer und Flamme. Es dauerte nur ein paar Minuten, da hatte ich eine Idee im Kopf und herauskam dabei meine Kurzgeschichte "Showdown im Hentai-Tower". Eine Hommage an den oben genannten Film.

Es gibt Action, Monster und natürlich ... Errrrrotik *Zwinker, zwinker* Oh, und Tentakel nicht zu vergessen. Denn ohne die wäre das Buch nicht, was es ist. Eine Tentakel-Pornanthologie. Erschienen im Amrûn-Verlag und dort auch als limitiertes Hardcover zu bestellen. Wenn es weg ist, ist es weg und nur noch als EBook zu haben. Mit von der Partie sind unter anderem Simona Turini und Sascha Schlüter, die ebenfalls ein wenig aus der Fischdose ... äh ... die ebenfalls ein wenig aus dem Nähkästchen plaudern, wie es denn zu ihren Geschichten kam. Nach und nach werden noch weitere Autoren und Autorinnen zu Wort kommen, um euch den Mund wässrig zu machen.

Bis dahin,

 Thomas

Montag, 19. September 2016

Die besten Ideen kommen vorm Schlafengehen

Ich glaube, jeder kreative Mensch kennt das: Eigentlich will man ins Bett, weil in den frühen Morgenstunden der Wecker klingeln wird. Aber kaum steht man vorm Badezimmerspiegel und putzt sich die Zähne, da kommt einem die Idee für das aktuelle Projekt. Egal, ob es eine Kurzgeschichte, ein Roman oder der Plan die Welt zu erobern ist, auf einmal fällt der Groschen, der alles andere ins Rollen bringt. Und während man sein Spiegebild so anstarrt, stellt man sich die Frage, ob der Schaum vorm Mund wirklich nur von der Zahnpasta kommt.

Woran es liegt, dass die besten Ideen immer im falschen Moment kommen, weiß ich nicht. Vielleicht, weil man innerlich zur Ruhe kommt. Weil man sich gerade nicht auf das bestehende Projekt verkrampft. Ich hatte gestern einen sehr schönen Tag zusammen mit meiner Frau, war mit ihr unterwegs und musste mich nicht wegen irgendetwas stressen.  Danach konnte nicht nur fast 2000 Wörter an einer Geschichte schreiben, sondern auch endlich mal wieder ein paar Seiten lesen. Und dann gab es bei "5 Zimmer, Küche, Sarg" noch ordentlich was zu lachen. Vielleicht war ich am Abend einfach so entspannt, dass sich der Knoten in meinem Kopf plötzlich gelöst hat und mir deswegen die rettende Idee kam.

Okay, "Rettende Idee" ist übertrieben. Ich steckte nicht fest, wusste schon vorher, wohin die Geschichte gehen sollte. Aber jetzt weiß ich, wie ich alles noch ein wenig runder wirken lasse, schneller zum Punkt komme und somit auch schneller schreiben kann. Weil ich ein Ziel vor Augen habe. Geschichten entwickeln irgendwann ein Eigenleben und das hat diese gestern Abend. Wieder mal im ungünstigsten Augenblick, aber wozu gibt es Notizbücher?

Die Geschichte, um die es geht, ist übrigens für Anthologie "Blutgrütze 3" vorgesehen. Der zweite Band der Serie um unappetitliche Geschichten ist gerade als Print und EBook erschienen. Und ganz nebenbei: Eines der Taschenbücher gibt es ab dem 21.09.16 auf meiner Facebookseite zu gewinnen.

Vielleicht habt ihr ja Lust, euer Glück zu versuchen.

Bis dahin,

Thomas.  

Samstag, 17. September 2016

Radiolesung von Thomas Williams Writes

*KRACH* *BUMM* *PENG*
Ich lasse die Bombe mal platzen. Am 20.09.16 lese ich bei Mikro Minden, auf der Frequenz von Radio Westfalica, meine Kurzgeschichte "Black Cadillac". Wer meine donnernde Höllenstimme also hören will, schaltet in der Region das Radio an oder ihr folgt dem Link zum Webradio: http://freestream.nmdn.net/radioplayer/radiowestfalica
Für coole Musik sorgt der Maestro Axel Niermann, der mir hilft, das Böse in die Welt hinauszutragen.

Donnerstag, 1. September 2016

"Ash vs. Evil Dead" - Let the good times roll

Fast ein Jahr mussten wir deutschen Fans von "Evil Dead" auf die heimische Ausstrahlung von "Ash vs. Evil Dead" warten.
UND DAS WAR ES WIRKLICH WERT!!!!

Entschuldigt meinen kleinen Ausraster, aber die Serie hat mich von Anfang an begeistert, denn sie ist alles, was ich mir erhofft habe. Ich fühlte mich in die Zeit zurückversetzt, als ich anfing Horrorfilme zu gucken. Ich war viel zu jung dafür, aber auch damals ging das schon ohne Internet, Raubkopien oder die Eltern etwas merken zu lassen.
"Evil Dead 2" sah ich damals als "Tanz der Teufel 2" auf VHS und zufällig gleich danach "Army of Darkness". Seitdem bin ich Fan von Bruce Campbell, Sam Raimi und Ash Williams (Nicht verwandt).

"Ash vs. Evil Dead" ist brutal und saukomisch zugleich. Außerdem bietet die Serie tolle, klassische Horrorszenen. Immer wieder fühlt man sich an die Filme erinnert. Sei es durch das unsichtbare Böse, das Ash und seine Freunde verfolgt, die tollen Masken der Deadites oder die Kameraeinstellungen. Ich glaube sogar, dass eine Szene aus "Evil Dead 2" mehr oder weniger noch einmal gedreht wurde. Um ganz sicher zu gehen, muss ich mir den Film wohl noch mal ansehen. Und "Army of darkness". Und den ersten "Evil Dead" am besten auch. Nur, um ganz sicher zu gehen.
"Evil Dead" ist übrigens seit kurzem nicht mehr in Deutschland beschlagnahmt und wird hier bald ganz legal zu kaufen sein. Dass ich das noch erleben darf ... Ich hoffe auf ein schön aufgemachte Edition.

Während viele bei "Stranger Things" nostalgisch geworden sind, ging es mir mit der Serie um Ash ganz genauso. Ich dachte nicht nur an die Zeit, als ich mit einem Schulfreund allerlei Filme guckte, sondern auch an die, als Horrorfilme noch im Spätprogramm liefen. Ja, tun sie heute auch noch, wenn dich nicht gerade eine halbnackte Frau auffordert, ihren Livechat zu verfolgen oder das Vormittagsprogramm wiederholt wird. Aber das sind leider Ausnahmen geworden. Dank meinem VHS-Recorder habe ich damals mehrere Sequels zu "Halloween" gesehen. "Critters 1 - 4", " "House", Christopher Lee als "Dracula", "Die Fliege" mit Vincent Price, usw.
"Das waren noch Zeiten", sage ich immer.

Heute kann man fast alles auf DVD sehen, aber es war schon etwas Besonderes einen Film in der untersten Spalte der Fernsehzeitschrift zu entdecken, den man schon lange mal sehen wollte und den Recorder dafür zu programmieren, um sich dann den ganzen Tag in der Schule oder auf der Arbeit darauf zu freuen.
Später streifte man durch die Gänge von Videotheken und fühlte sich wie ein Kind im Süßwarenladen.

Streaming ist toll, ja. Nach Feierabend einfach die Glotze anschmeißen und sich etwas Schönes aussuchen. Aber manchmal fehlt mir diese Zeit dann doch, als ich den einen oder anderen Geheimtipp im Regal einer Videothek für mich entdeckt habe, oder immer wieder zurückkehrte, in der Hoffnung, dass der Film, der letztes Mal vergriffen war, diesmal zu haben ist.

Und dank "Ash vs. Evil Dead" fühle ich mich ein klein wenig dorthin zurückversetzt.

Kleine Anekdote zum Schluss: Es ist mir wirklich nur einmal passiert, dass ich vergessen habe, die ausgeliehene VHS-Kassette zurückzuspulen. HA!

Bis dahin,

Thomas. 


Sonntag, 28. August 2016

"The Shallows" - Selten sahen Haiangriffe so gut aus

"The Shallows" von Jaume Collet-Serra ("Non-Stop", "Unkonwn Identity", "Orphan") handelt von einer jungen Surferin namens Nancy (Blake Lively), die in Mexiko einen geheimen Strand aufsucht, um dort ein paar Wellen zu reiten. Außer ihr und zwei weiteren Surfern gibt es dort weit und breit niemanden. Abgesehen von einem verdammt großen und wirklich gerissenen Hai, der Nancy zwingt, sich verletzt auf einen Felsen zu retten. Weit entfernt vom Ufer und von jeglicher Hilfe.
 
Als ich zum ersten Mal von "The Shallows" gehört habe, dachte ich, dass der Film als Kurzgeschichte oder vielleicht als Buch super funktionieren könnte. Aber warum sollte ich etwa 90 Minuten dabei zusehen, wie eine Frau auf einem Felsen festsitzt?
Ich sage es euch: Weil der Film unglaublich gut aussieht und verdammt spannend ist.

Es lohnt sich wirklich, den Film auf der großen Kinoleinwand zu sehen, denn die Aufnahmen zu Land und zu Wasser sind großartig und kommen dort bestimmt am besten rüber. Am Anfang hatte ich noch das Gefühl, eine Shampoowerbung zu gucken, aber der Film nimmt sich nicht zu viel Zeit, um in einen waschechten Survival-Thriller umzuschlagen. Der Hai entstand zwar komplett am Computer, sieht aber immer bedrohlich und glaubwürdig aus. So wie der Rest des Films, der größtenteils wohl auch im Studio gedreht wurde.
Nancy erweist sich als ziemlich erfinderisch, was mich oft an McGyver denken ließ. Ihr einziger Freund auf dem Felsen ist eine verletzte Möwe (Steven Seagull in seiner bisher besten Rolle.) die einen nicht nur durch ihre bloße Anwesenheit irgendwie unterhält, sondern, um die man sich irgendwann sogar Sorgen macht. Ja, ich war mehrmals nahe dran zu schreien: "Nicht die Möwe fressen! Nicht die Möwe fresseeeen!"
Ob Nancys Überlebenskampf in der Realität genauso lange hätte dauern können, sei mal dahin gestellt. Ich gucke Filme, um unterhalten zu werden. Nicht, um das Haar in der Suppe zu suchen. Und ob sie und Steven überleben, soll hier natürlich auch nicht verraten werden.

Wie schon erwähnt, sieht der Film super aus. Die Farben sind beeindruckend. Die Szene, in welcher der Hai Nancy unter Wasser zum ersten Mal verletzt, werde ich wohl nie vergessen. Genau so manch andere Stellen, bei denen ich mich gefragt habe, wann ich das letzte Mal einen Film dieser Art, mit solch einem geilen Look gesehen habe. Mir fällt da jetzt nur "Crimson Peak" ein, aber die Filme lassen sich nicht vergleichen. Und falls ihr nun wissen wollt ob, "The Shallows" es mit "Der weiße Hai" aufnehmen kann ...
Meine persönliche Meinung: Jein, denn auch, wenn es in beiden Filmen um einen mörderischen Hai geht, so sind auch sie zu unterschiedlich, um sich vergleichen zu lassen. Trotzdem muss "The Shallows" sich nicht hinter Spielbergs Film verstecken. Nach "Sandsharks", "Sharknado" "Ghost Shark" und ähnlichem Trash ist Collet-Serras Film eine echte Wohltat. An dieser Stelle möchte ich euch noch seinen Film "Orphan - Das Waisenkind" und sein Remake von "House of Wax" ans Herz legen. Ebenfalls zwei Filme, von denen ich nicht viel erwartet hatte und die mich beeindruckt haben.

"The Shallows" ist ein weiterer Beweis dafür, dass simple Ideen großartige Vorlagen sein können. Egal, ob für Bücher oder Filme. Es muss kein "Herr der Ringe" mit zwanzig verschiedenen Rassen und Sprachen sein, um einen an den Sessel zu fesseln. Es reichen ein sympathischer Charakter, mit dem man mitfiebert und eine tödliche Bedrohung.

Für mich einer der besten Filme des Jahres.

Bis dahin,

Thomas