Sonntag, 28. August 2016

"The Shallows" - Selten sahen Haiangriffe so gut aus

"The Shallows" von Jaume Collet-Serra ("Non-Stop", "Unkonwn Identity", "Orphan") handelt von einer jungen Surferin namens Nancy (Blake Lively), die in Mexiko einen geheimen Strand aufsucht, um dort ein paar Wellen zu reiten. Außer ihr und zwei weiteren Surfern gibt es dort weit und breit niemanden. Abgesehen von einem verdammt großen und wirklich gerissenen Hai, der Nancy zwingt, sich verletzt auf einen Felsen zu retten. Weit entfernt vom Ufer und von jeglicher Hilfe.
 
Als ich zum ersten Mal von "The Shallows" gehört habe, dachte ich, dass der Film als Kurzgeschichte oder vielleicht als Buch super funktionieren könnte. Aber warum sollte ich etwa 90 Minuten dabei zusehen, wie eine Frau auf einem Felsen festsitzt?
Ich sage es euch: Weil der Film unglaublich gut aussieht und verdammt spannend ist.

Es lohnt sich wirklich, den Film auf der großen Kinoleinwand zu sehen, denn die Aufnahmen zu Land und zu Wasser sind großartig und kommen dort bestimmt am besten rüber. Am Anfang hatte ich noch das Gefühl, eine Shampoowerbung zu gucken, aber der Film nimmt sich nicht zu viel Zeit, um in einen waschechten Survival-Thriller umzuschlagen. Der Hai entstand zwar komplett am Computer, sieht aber immer bedrohlich und glaubwürdig aus. So wie der Rest des Films, der größtenteils wohl auch im Studio gedreht wurde.
Nancy erweist sich als ziemlich erfinderisch, was mich oft an McGyver denken ließ. Ihr einziger Freund auf dem Felsen ist eine verletzte Möwe (Steven Seagull in seiner bisher besten Rolle.) die einen nicht nur durch ihre bloße Anwesenheit irgendwie unterhält, sondern, um die man sich irgendwann sogar Sorgen macht. Ja, ich war mehrmals nahe dran zu schreien: "Nicht die Möwe fressen! Nicht die Möwe fresseeeen!"
Ob Nancys Überlebenskampf in der Realität genauso lange hätte dauern können, sei mal dahin gestellt. Ich gucke Filme, um unterhalten zu werden. Nicht, um das Haar in der Suppe zu suchen. Und ob sie und Steven überleben, soll hier natürlich auch nicht verraten werden.

Wie schon erwähnt, sieht der Film super aus. Die Farben sind beeindruckend. Die Szene, in welcher der Hai Nancy unter Wasser zum ersten Mal verletzt, werde ich wohl nie vergessen. Genau so manch andere Stellen, bei denen ich mich gefragt habe, wann ich das letzte Mal einen Film dieser Art, mit solch einem geilen Look gesehen habe. Mir fällt da jetzt nur "Crimson Peak" ein, aber die Filme lassen sich nicht vergleichen. Und falls ihr nun wissen wollt ob, "The Shallows" es mit "Der weiße Hai" aufnehmen kann ...
Meine persönliche Meinung: Jein, denn auch, wenn es in beiden Filmen um einen mörderischen Hai geht, so sind auch sie zu unterschiedlich, um sich vergleichen zu lassen. Trotzdem muss "The Shallows" sich nicht hinter Spielbergs Film verstecken. Nach "Sandsharks", "Sharknado" "Ghost Shark" und ähnlichem Trash ist Collet-Serras Film eine echte Wohltat. An dieser Stelle möchte ich euch noch seinen Film "Orphan - Das Waisenkind" und sein Remake von "House of Wax" ans Herz legen. Ebenfalls zwei Filme, von denen ich nicht viel erwartet hatte und die mich beeindruckt haben.

"The Shallows" ist ein weiterer Beweis dafür, dass simple Ideen großartige Vorlagen sein können. Egal, ob für Bücher oder Filme. Es muss kein "Herr der Ringe" mit zwanzig verschiedenen Rassen und Sprachen sein, um einen an den Sessel zu fesseln. Es reichen ein sympathischer Charakter, mit dem man mitfiebert und eine tödliche Bedrohung.

Für mich einer der besten Filme des Jahres.

Bis dahin,

Thomas




Dienstag, 23. August 2016

Der Ruf des Old School Horrors

Wie immer, wenn die Kollegen fragen, wie der Urlaub war, sage ich: "Zu kurz."
Ich hatte zwei Wochen frei und somit Zeit, mal wieder einen freien Kopf zu kriegen und mir unter anderem Gedanken über das Schreiben zu machen. Eigentlich wollte ich 2016 an vielen Ausschreibungen teilnehmen und das habe ich auch getan. Ein paar muss ich nun aber auslassen. Anfang des Jahres lief es noch super, dann machten mir gesundheitliche und zeitliche Probleme einen Strich durch die Rechnung.

Und obwohl ich nun gut aufgeholt habe, habe ich in den letzten zwei Wochen irgendwann den Entschluss gefasst, es dennoch ruhiger angehen zu lassen. Wenn alles läuft, wie die Verleger und Herausgeber es sich vorstellen, werde ich dieses Jahr noch in 5 Anthologien veröffentlicht. Und für 2017 gibt es auch schon Pläne. Ich werde also bald über 20 Veröffentlichungen vorweisen können und das macht mich wahnsinnig stolz.

Dass ich es ruhiger angehen lassen will, heißt aber nicht, dass ich aufhöre oder weniger schreibe. Ich möchte mich nur mehr auf längere Geschichten konzentrieren. Kurzromane und hoffentlich bald auch einen richtigen Roman. Zwei Geschichten in diese Richtung stehen bereits in den Startlöchern und ich bin schon dabei zu recherchieren und mich inspirieren zu lassen.

Auch habe ich in letzter Zeit immer wieder das Verlangen gehabt, wieder mehr altmodischen Horror zu lesen und zu schreiben. Ich mag sowohl solchen, als auch Splatter und ich werde auch weiterhin in beiden Genres schreiben, aber es ist merkwürdig, dass es mich immer wieder zu unblutigeren Filmen und Büchern zieht. Anfang des Jahres hat mich der Film "It follows" restlos begeistert. Von da an hatte ich wieder Lust auf atmosphärischen Horror. Ich schaute mir Filme wie "Oculus" und "Still" an, die mir ebenfalls gefielen.
Herausgeber und Autor Markus Kohler fragte mich, ob ich nicht Lust hätte, an einer Anthologie names "Unheimliche Geschichten" teilzunehmen. Es sollte um Spukgeschichten im klassischen Sinne gehen und es wurde extra drauf hingewiesen, dass kein Splatter gesucht wird. Der Zeitpunkt war praktisch perfekt, da ich richtig Lust hatte, mich mal wieder an solch einer Story zu versuchen. Das fertige Ergebnis wird am 31.08.16 im Karina Verlag erscheinen.
Achtung! Blödes Wortspiel: Und seitdem habe ich Blut geleckt.
Zwei Bücher, die ich im Urlaub regelrecht verschlungen habe, waren "The Dark" von James Herbert und "Nightcrawlers" von Tim Curran. Beides sind großartige Symbiosen aus harten Splatter- und Schauergeschicchten. Curran ist einer der wenigen Autoren, die es schaffen, dass ich mich beim Lesen unwohl fühle.
Und gerade eben habe ich ein Interview mit James Wan gelesen. Der Regisseur von Filmen wie "The Conjuring 1+2", "Saw", "Insidous 1+2" fühlt sich in unblutigeren Filmen wohler, als in brutalen Streifen. Es ist, als würde ich immer wieder mit der Nase drauf stoßen. Als würde mich etwas in diese Richtung lenken.

Ich habe nicht vor, ganz auf Splatter zu verzichten. Harte Horrorszenen mit fiesem Humor zu schreiben, macht mir viel zu viel Spaß. Beim Erfinden gewisser Szenen hoffe ich immer, dass der Leser genauso drüber schmunzeln kann, wie ich. Aber ich möchte mich in nächster Zeit etwas von dem Trashfaktor entfernen, der mir oft im positiven Sinne nachgesagt wird. Ich liebe Zombies, Werwölfe, Vampire, Monster in allen Formen, Farben und Größen und es wird sie auch weiterhin in meinen Geschichten geben. Aber ich möchte einen Gang zurückschalten und mich hier und da an schleichendem Horror versuchen. Gepaart mit einigen, blutigen Szenen.  

Wie schon so oft heißt es: Lange Rede, kurzer Sinn.
Viel wird sich nicht ändern, aber ich möchte als Autor immer besser werden und mich weiter steigern. Neue Dinge ausprobieren und mir Geschichten ausdenken, die es so hoffentlich noch nicht gegeben hat. Hoffentlich kann ich euch schon bald ein paar erste Ergebnisse präsentieren. 2017 dürfte es dann soweit sein.

Bis dahin,

Thomas. 

Mittwoch, 10. August 2016

Meine Schrei(b)woche 08.08.2016 - 10.08.2016



Nachdem ich zuletzt über das Schreiben selbst geschrieben habe, jetzt mal wieder dazu, was ich in letzter Zeit so getrieben habe.

Gerade eben konnte ich eine Kurzgeschichte beenden. Sie muss noch überarbeitet werden, aber ich bin sehr zufrieden und gespannt, was die Herausgeberin sagen wird. Die Idee ist nicht unbedingt das, was gesucht wird, davon sollte man sich aber nicht abhalten lassen, denn Herausgeber wünschen sich unterschiedliche Geschichten für ihre Sammlungen. Mit meiner Geschichte tanze ich sicherlich etwas weiter außer der Reihe, aber ich hatte einen Mordsspaß daran, sie zu schreiben. Und das war es wirklich wert!

Eine Novelle ist zur Hälfte überarbeitet und schreitet auch sehr gut voran. Eigentlich sollte sie längst fertig sein, aber 2016 war bisher einfach der Wurm drin. Gesundheitlich und zeitlich. Deswegen möchte ich mir für 2017 weniger vornehmen. Und dafür längere Projekte schreiben.  So fällt es mir leichter an einem Projekt dran zu bleiben. Ich bin nun in bald 20 Büchern veröffentlicht, reiche dieses Jahr noch ein paar Geschichten ein. Es ist an der Zeit, etwas Neues auszuprobieren und zu versuchen, mehr Bücher mit meinem Namen auf dem Cover in die Regale zu kriegen.

Negative Nachrichten bleiben nicht aus und so verschieben sich die nächsten Veröffentlichungen von August auf Oktober. Dann dürften aber gleich drei Anthologien erscheinen, in denen ich vertreten bin. Eine weitere erscheint im November und für Dezember steht auch schon was fest. Es könnte sogar sein, dass sich noch eine weitere dazu mogelt.
Das war nun nicht wirklich negativ, jedoch hatte ich gehofft, von August bis einschließlich Dezember monatlich mit einer neuen Veröffentlichung glänzen zu können. Egal, Hauptsache sie kommen.  

Wirklich schade finde ich aber, dass ich es nicht hinbekommen habe, für eine Ausschreibung  eine Science Fiction Geschichte zu schreiben. Sie wäre einfach nicht das geworden, was ich mir darunter vorgestellt habe. Dafür fehlte mir der Platz und somit das nötige Feeling. Es wäre meine erste in dem Genre gewesen und ich wollte es (Wie eigentlich immer) so gut wie möglich machen. Vielleicht werde ich sie irgendwann in einer längeren Version schreiben. Jedoch hat das erst einmal keine Priorität.

Soviel also dazu, was ich in letzter Zeit getrieben habe. Ein kleiner Blick in die Zukunft gefällig?

Wie schon erwähnt, werden dieses Jahr noch mehrere Bücher erscheinen, die je eine Geschichte von mir enthalten. Schreiben möchte ich dieses Jahr noch weitere 4 – 5 Kurzgeschichten, die dann 2017 erscheinen könnten, je nachdem, wie es läuft. Ob ich es zeitlich schaffe und ob die Verlage zusagen. Meine Novelle möchte ich auf jeden Fall noch in diesem Sommer beenden und mich dann in die Recherche für das nächste, größere Projekt stürzen. Ob es wieder eine Novelle oder doch ein Roman wird, kann ich noch gar nicht sagen. Da lasse ich mich selber überraschen. Es war als Novelle geplant, aber die Geschichte wächst und wächst.  

Das war es erst einmal von mir. Dieser Post ist ohnehin wieder einmal viel länger geworden, als ich es beabsichtigt hatte. ;-)

Bis dahin,

Thomas.

Freitag, 29. Juli 2016

"Mach dein Ding!" - Wieso Autoren einfach sie selbst sein sollten

In meinem letzten Post habe ich erklärt, warum ich an Ausschreibungen teilnehme, obwohl ich jedes Mal mit Absagen rechne. Diesmal möchte ich darauf eingehen, warum ich mich nicht auf Teufel komm raus verbiegen möchte, um dabei sein zu können. Und warum gerade das von Erfolg gekrönt zu sein scheint.

Schreiben tue ich seit meiner Kindheit. Also lange genug, um vieles ausprobiert zu haben. Ich habe mir bei anderen Autoren etwas abgeschaut, versucht so zu schreiben, wie die Leser es mögen (Als könnte man das eingrenzen ...), so wie sie es ganz bestimmt nicht mögen und irgendwann kam der Zeitpunkt, an dem ich merkte, was mir am meisten Spaß macht. Es muss schon die ganze Zeit da gewesen sein, aber es wollte mir einfach nicht bewusst werden. Drauf gekommen bin ich durch verschiedene Rezensionen, denn wie soll ein Autor sonst erfahren, was ihm liegt, wenn nicht mit Hilfe anderer Menschen?

Ich muss einfach nur ich selber sein. Wenn ich nicht die Geschichte schreibe, die ich schreiben möchte und so wie ich sie möchte, macht es mir keinen Spaß und ich quäle mich mit dem Manuskript. Jeder Satz wirkt lächerlich, ich weiß nicht, wohin mit der Geschichte. Am liebsten würde ich alles hinschmeißen und die Geschichte einfach bleiben lassen.
Es sei denn, ich kann ich machen was ich möchte. Ob das ankommt? Wie ich schon letztes Mal erklärte, weiß man so etwas vorher nie so genau. Also probiert man es aus. Inzwischen wurden Geschichten von mir veröffentlicht, die ich mit dem Gedanken eingereicht habe: "Na ja, es ist nicht das, was der Verlag möchte, aber jetzt hab ich es geschrieben."
Und auch in meiner als Selfpublisher veröffentlichten Sammlung "Weird Trip" gibt es Geschichten, bei denen ich mir nach der Veröffentlichung sicher war, dass sie keiner mögen würde. Interessanter Weise zählen diese oft zu den Favoriten der Leser.

Wenn ich ich selber sein kann, macht mir das Schreiben am meisten Spaß. Die Geschichte und ihre Charaktere erwachen zum Leben. Ich muss nicht mehr überlegen, wo die Story hinführen soll, sondern ich beobachte nur noch. Charaktere entwickeln sich, völlig ungeahnte Schauplätze tun sich vor mir auf. Es macht die Sache so viel leichter.

Und diesen Spaß, den ich an der Sache habe, merkt auch der Leser. Anstatt mich auf Teufel komm raus zu verbiegen, tue ich das, was mir gefällt. Oft mit einem innerlichen Grinsen, wenn ich daran denke, wie Leser oder Herausgeber bei der Lektüre reagieren.    

Natürlich gibt es bei Verlagsausschreibungen Vorgaben zu beachten. Wenn sie aber trotzdem zu mir passen, stellt das kein Problem da. Außerdem betonen Verlage auch immer wieder, dass sie sich vielseitige Einsendungen wünschen. Nichts ist langweiliger als eine Anthologie, in der sich ein die selbe Geschichte ständig wiederholt. Eure Geschichte könnte also den Unterschied machen.


Bis dahin,

Thomas.

Sonntag, 24. Juli 2016

Ausschreibungen: No risk, no fun!

Gerade eben ist es wieder passiert. Mir kam eine Idee für eine Kurzgeschichte und ich habe nicht die geringste Ahnung, ob sie das Richtige für die geplante Anthologie ist, an der ich gerne teilnehmen würde. Trotzdem werde ich versuchen, sie rechtzeitig zu schreiben und einzureichen.

Wieso, wenn ich mir doch unsicher bin?
Gegenfrage: Wieso nicht? Wenn ich es nicht versuche, erfahre ich doch nie, ob es funktioniert hätte.
Absagen sind blöd, keine Frage. Aber auch kein Beinbruch. Ich hab schon abgelehnte Geschichten bei anderen Verlagen veröffentlicht. Das ist eben Geschmacksache der Herausgeber und bei jeder Absage erinnere ich mich daran, dass auch Dan Brown und J. K. Rowling zu kämpfen hatten, bevor ihr Durchbruch kam.

Ich will mich keinesfalls mit ihnen vergleichen, aber dieser Gedanke macht mir Mut. Und der, dass man nicht immer jeden Geschmack treffen kann. So gehe ich auch an jede meiner Geschichten heran. Nicht alle Leser werden mögen, was ich schreibe, aber so ist das nun mal. Nicht jeder liest Stephen King und dennoch gehen seine Bücher weg wie warme Semmel.

Ein weiterer Grund, warum ich so gerne an Ausschreibungen teilnehme, ist die Spannung. Gut, es mag quälend sein, monatelang auf eine Antwort zu warten und wenn man dann die Liste mit den angenommenen Autoren überfliegt und seinen Namen nicht findet, ist das traurig. Doch dann versucht man es nochmal. Eine Absage heißt nicht, dass die Geschichte schlecht ist, aber es kann zu über 300 Einsendungen kommen, von denen es aus Platzgründen nur 12 in die Anthologie schaffen. Unter den verbliebenen Geschichten sind sicher tolle Beiträge, aber der Herausgeber muss ich schweren Herzens entscheiden.

Und der Autor muss weiter machen, sich von anderen Autoren und Gegenlesern Tipps holen. Ein kleiner Tipp von meiner Seite ist das Schreibnachtforum, in denen sich Autorinnen und Autoren aller Art gegenseitig Motivation und Hilfestellungen geben. Hier ist jedes Genre vertreten. Es gibt über 5000 Threads und über 1000 Mitglieder. Da sollte für jeden was dabei sein.

Beim Schreibmeermagazin findet ihr immer wieder nützliche und sehr gut geschriebene Beiträge zu allerlei Themen rund ums Schreiben. Man merkt, dass das Team weiß, wovon es redet.

Worauf ich mit diesem Post eigentlich hinauswollte ist: Riskiert was!
Wenn ihr wissen wollt, ob eure Geschichten Erfolg haben, reicht sie ein. Mehr als "Nein" sagen können Verlage nun auch nicht und das tat nur vorübergehend weh. Bei keiner meiner Geschichten rechne ich mit einer Veröffentlichung, obwohl ich schon bald in über 20 Büchern mitgewirkt habe und inzwischen zu Anthologien eingeladen werde. Es ist aber immer wieder schön zu sehen, dass Herausgeber Mut zeigen, ebenfalls etwas riskieren wollen und möchten, dass ihre Anthologien möglichst abwechslungsreich werden.

Deswegen werde ich auch versuchen, meine neuste Idee zu verwirklichen. Sonst werde ich nie erfahren, ob es vielleicht geklappt hätte. Und gerade in solchen Fällen ist das Glücksgefühl bei einer Zusage jedes Mal unglaublich ;-)  

Bis dahin,

Thomas.


    

Mittwoch, 13. Juli 2016

Preacher: Predigen und Knochen brechen



Gestern kam ich endlich dazu, mir die erste Folge der AMC Serie „Preacher“ anzusehen. Als ich hörte, dass eine meiner Lieblingsscomicserien als TV-Serie umgesetzt wird, war ich begeistert und skeptisch zugleich.
Begeistert, weil „Preacher“ so großartig war. Der Autor Garth Ennis und der Zeichner Steve Dillon erzählten die Geschichte von Jesse Custer, seiner Freundin Tulip und dem völlig durchgeknallten Vampir Cassidy. Nachdem das Kind eines Engels und eines Dämons in Jesse fährt, kann er mit seiner Stimme Menschen seinen Willen aufzwingen. Wichtiger ist ihm jedoch, Gott zu finden und ihm ein paar Fragen zu stellen. Zum Beispiel, warum er die Menschen im Stich gelassen hat.
Die Geschichten waren brutal, saukomisch und unheimlich spannend.

Die Gewalt und der Humor sind zwei Gründe, warum ich der Serie von AMC skeptisch gegenüberstehe. Wird Ennis‘ Humor im Fernsehen genauso gut rüber kommen, wie in den Comics? Kann man diesen Comic überhaupt gerecht umsetzen? Und warum muss ausgerechnet Seth Rogen einer der Produzenten sein?
Ich gebe ehrlich zu, dass ich Seth Rogen schrecklich finde und bisher keinen seiner Filme mochte. Nach der ersten Folge „Preacher“ war ich immerhin beruhigt, dass er nicht sein eigenes Ding drauß macht.

Obwohl es schon stark von der Vorlage abweicht. Die Charaktere wirken zwar immer noch wie in den Comics, die Handlung ist jedoch sehr verändert. Bisher kenne ich nur die erste Folge, doch immer wieder lese ich, dass die TV-Serie immer weiter von den Comics abweicht. Ob mir das gefallen wird, wird sich zeigen. Und natürlich ist es nicht schlimm, wenn eine filmische Umsetzung sich nicht zu 100% an die Vorlage hält. Das macht es für die Kenner der Comics spannender.

Ich finde, bei „The Walking Dead“ wird das ziemlich gut umgesetzt. Fans der Comics erkennen immer wieder bekannte Szenen und Handlungssträhne, kriegen aber auch genug Neues geboten.

Es fällt mir schwer, die Vorlage nicht mit der Umsetzung zu vergleichen. Wenn ich ein Remake sehe, muss ich es automatisch mit dem Original vergleichen, sollte ich das kennen. So verhält es sich auch mit „Preacher“. Mag sein, dass die Serie von AMC mich noch überzeugen kann. Ein totaler Reinfall ist sie bisher nicht. Immerhin gab es was zu lachen. Dominic Cooper gefällt mir gut in der Rolle des Jesse Custer und Joseph Gilgun als Cassidy ist eine Traumbesetzung.

So oder so habe ich Lust die Comics mal wieder hervorzukramen und noch einmal zu lesen. Ich bin sehr, sehr gespannt, was und wen wir in der TV Umsetzung noch zu sehen bekommen. Ein paar Andeutungen gab es bereits in den Trailern und in der ersten Folge. So etwas kommt bei mir immer gut an. ;-)

Bis  dahin,

Thomas.

Donnerstag, 19. Mai 2016

Extremhorror

Wenn man wie ich, schon als Kind begeistert von Monstern und Gruselgeschichten ist, entwickelt man mit den Jahren genügend Hornhaut, um sich bei Filmen oder Büchern selten zu fürchten oder zu ekeln.

Ich bin einer guten, harmlosen Geistergeschichte nicht abgeneigt, aber dann müssen Atmosphäre, Plot und so weiter einfach passen. Wenn ich dabei wirklich mal ein unbequemes Gefühl bekomme, umso besser.
Wahrscheinlich bewege ich mich deswegen immer wieder am Rande des Extremen, weil ich es einfach liebe, ein wenig auf die Kacke zu hauen. Oder eben ein wenig mehr, doch die Möglichkeiten dazu sind oft begrenzt. In vielen Ausschreibungen wird ausdrücklich drauf hingewiesen, dass Splatter nicht erwünscht ist. Gut, bleibt die Folterkammer halt mal geschlossen. Geht ja auch ohne.

Aber so ab und an möchte ich dann doch mal in die Vollen gehen, mich durch Charaktere metzeln und schnetzeln. Ganz einfach aus dem Grund, weil es mir Spaß macht.
 Okay, versteht mich jetzt nicht falsch. Ich bin alles andere als ein gewalttätiger Mensch. Extremhorror gefällt mir genauso wie leichter Grusel dann am besten, wenn er gut umgesetzt ist und sich die Handlung sich nicht einfach nur auf Ekelszenen konzentriert. In vielen Filmen und Büchern funktioniert das super.

"Das Schwein" von Edward Lee ist mit Abstand eines der ekligsten Bücher, die ich je gelesen habe, aber hervorragend geschrieben und zugleich einfach (Achtung! Wortspiel!) saukomisch. Lee hat es einfach drauf, den Leser abwechselnd zum würgen und zum Lachen zu bringen. Den einen Moment möchte man das Buch in die Ecke pfeffern, nur um im nächsten lauthals los zu lachen. Und dann liest man auch automatisch weiter.

Das ist Extremhorror, den ich am liebsten mag. Der einen anwidert, aber gleichzeitig einfach witzig ist.
Wenn ich mich in diesen Gefilden bewege, versuche ich selber nicht bierernst zu sein, weil mich das beim Schreiben langweilt. Es gibt tolle, düstere Beiträge zu diesem Thema, aber ich selber möchte lieber solche umsetzen, bei denen der Leser das Gesicht verzieht und sich gleich darauf schämt, dass er gelacht hat.
Meine Kurzgeschichte "Pornozismus" (Erschienen in "Fleisch 2", Eldur Verlag) war mein erster Versuch und den Lesermeinungen nach ein Erfolg.

Ungefähr im August erscheint meine Geschichte "Fleischeslust" in der Anthologie "Blutgrütze 2" und da habe ich die Humorschraube mal angehalten, um zu sehen, ob ich auch ohne kann. Letztlich werden die Leser das entscheiden, doch ich bin sehr zufrieden mit dem Ergebnis und habe gemerkt, wie es auch ohne Gelächter funktionieren kann.

Im Vordergrund sollten die Figuren und die Geschichte stehen. Das macht die Erzählung lebendiger. Ich könnte auch pausenlos Folterszenen schreiben, aber wäre das nicht etwas langweilig? Außerdem ist es mir zu einfach. Ich will den Leser unterhalten und nicht einfach nur stumpfsinnig die Keule schwingen.
Dank dem Festa Verlag flattern immer wieder ein paar Extremhorrorromane auf den deutschen Buchmarkt, doch die heimischen Verlage sind da noch etwas zurückhaltend. Dabei ist die Nachfrage da, wie zuletzt der Erfolg des ersten Bands von "Blutgrütze" gezeigt hat: Aus dem Stand auf Platz 2 der Horroranthologien bei Amazon.

Außerdem erhielt "Fleisch 3" (Beide von Markus Kastenholz herausgegeben, übrigens.) eine Auszeichnung als fünftbeste Horroranthologie. 
Wenn ich schreibe, grinse ich oft böse in mich hinein, weil ich mir das Gesicht der Leser vorstelle und hoffe, dass ich sie trotz allem noch irgendwie zum Lachen bringe. Genauso hoffe ich, mich noch öfter im Extremhorror austoben zu können. Ideen habe ich genug und ja, eine werde ich für den dritten Band der "Blutgrütze" einreichen. Aber das hat noch Zeit.

Außerdem beginne ich schon bald mit der Arbeit an einer Novelle, in der ich mich so richtig austoben kann. Wann es los geht, erfahrt ihr natürlich hier.

Bis dahin,

Thomas