Donnerstag, 24. April 2014

Zombies in Köln!

Es war einmal ein junger Horrorfan...
Erinnert ihr euch an die Zeit, als ihr auf der Suche nach dem neusten Horrorschmöker in den Buchladen gegangen seid und jedes Mal vor dem gleichen Regal mit den gleichen Büchern von King und Koontz standet? So jedenfalls ging es mir als Teenager. Thriller waren damals schon die Ausnahme in meinem Buchregal. Ab und an fand man ein Exemplar von Clive Barker auf dem Grabbeltisch eines Kaufhauses und mit seeehr viel Glück bin ich an die Anthologien Splatterpunk 1 - 3 geraten. Beides war genau nach meinem Geschmack. Aber: Während King und Koontz fast monatlich neu aufgelegt werden, ist es ziemlich schwierig, wenn nicht sogar unmöglich an ein neues Exemplar eines Buchs von Clive Barker zu kommen. Und zu der damaligen Zeit waren die Autoren aus Splatterpunk hierzulande kaum bekannt. Heute erscheinen Joe R. Lansdale und Graham Masterton, sowie andere teilnehmende Autoren regelmäßig auf deutsch.

Was das alles mit Zombies in Köln zu tun hat?
Die Zeiten haben sich geändert und heute erscheinen monatlich neue Horrorromane in Deutschland. Viele davon bei Kleinverlagen, dafür aber mit tollen Covern und super Qualität. Ein paar Beispiele: Festa, Voodoo Press, der Luzifer Verlag haben dieses Risiko gewagt und wie es aussieht mit Erfolg.
Richard Laymon, Edward Lee, Jeff Strand, Nate Southard und andere Autoren sind Horrorfanatikern inzwischen wohl bekannt. Viele ihrer Werke habe ich bereits im Original gelesen, da ich die lange Durststrecke einfach leid war...

WAS hat das alles denn jetzt mit Zombies in Köln zu tun?
Dazu komme ich jetzt!
Auch deutsche Horrorautoren finden immer mehr Aufmerksamkeit und in Zukunft möchte ich meinen Blog (welcher nicht existieren würde, wenn dem nicht so wäre) nutzen, auf ein paar ihrer Werke hinzuweisen. Kürzlich habe ich "Gottes letzte Kinder" von D.J. Franzen gelesen. Der erste Teil einer Zombie-Saga, die in Köln spielt. Und bevor ihr jetzt denkt, dass Franzen einfach nur irgendein Mitläufer ist, der ein Stück vom Zombiekuchen ab haben möchte: Weit gefehlt!
Im Moment ist der richtige Zeitpunkt um über Zombies zu schreiben und ja, es gibt viele Romane, die sich furchtbar ähnlich anhören. Auf den ersten Blick tut das auch "Gottes letzte Kinder", doch das Buch erinnerte mich eher an eine Mischung aus "Dawn of the dead" und "X-Men". Es geht hier nicht ausschließlich um die Zombies, sondern um noch viel mehr, was Franzen in seinem ersten Teil der Armageddon-Reihe aber nur ankratzt. Und damit gehörig neugierig auf mehr macht!

Die Handlung?
Die Toten regieren die Straßen von Köln, durch welche Frank sich schlägt. Auf der Suche nach Proviant und Hilfe trifft er auf die schlagfertige Sandra, mit welcher er eine Gruppe Kinder aus einer Kirche befreien will, zu denen sie erst einmal nur Funkkontakt haben. Unterstützung erhalten sie dabei von einem Priester, der fast gar nicht wie ein Geistlicher wirkt. Dabei werden sie von einer Horde Zombies gejagt und ahnen noch nicht, dass die Kinder im Keller der Kirche keine normalen Menschen sind.
Gleichzeitig gibt es da noch einen geheimnisvollen Mann, an dem die Zombies kein Interesse zeigen und der sich im Hintergrund hält, um Pläne zu schmieden.
Ich verrate extra nicht viel, weil ich auch ohne viel Wissen an diesen ersten Band herangegangen bin und dafür umso überraschter war. "Gottes letzte Kinder" ist eine wirklich willkommene Abwechslung zwischen all den Zombieromanen.

Was lässt sich noch darüber sagen?
Der Schreibstil ist flüssig, die Figuren wirken lebendig und hat man das erste Viertel hinter sich, wird es richtig spannend. Zwischenzeitig hatte ich eine dieser typischen Liebesgeschichten befürchtet, in der zwei Menschen sich eben noch nicht wirklich mochten, aber dann plötzlich doch. Aber hier hat Franzen ein Ass im Ärmel und sorgt für einen bösen, spannenden Cliffhanger.
Der Autor lebt in und schreibt über Köln. Man merkt, dass er sich dort bestens auskennt und während so etwas in anderen Büchern oft für Verwirrung sorgt, weil der Leser keine Ahnung hat, wie er sich die erwähnten Umgebungen vorstellen soll, hatte ich hier keine Probleme damit. 
Was mir eben besonders gefallen hat, waren die anderen übernatürlichen Elemente. Inzwischen ist das zwar keine Ausnahme mehr in Zombiegeschichten, aber sie sind sehr dezent gestreut und machen neugierig auf mehr. Über Zombies haben wir genug gelesen. Nun wollen wir wissen, was es mit den Kindern und dem geheimnisvollen Kerl auf sich hat, welcher Zombies nach belieben kontrollieren oder vernichten kann. Die Untoten sind hier nur das Salz in der Suppe ;-)

Hut ab, Herr Franzen. Und weiter so!

Dienstag, 15. April 2014

Warum "Weird Trip" heißt, wie es heißt

Letztes Jahr veröffentlichte ich über Xinxii meine Horrorkurzgeschichtensammlung "Weird Trip" und ab und an habe ich hier erklärt, wie ich auf die Ideen zu den einzelnen Geschichten kam. Woran ich dabei gar nicht gedacht habe ist zu verraten, wie es zu dem Titel kam.

Passend dazu gibt es bis zum 02. Mai die Xinxii Blogparade, bei welcher Autoren, die über diesen Anbieter veröffentlicht haben, erklären können, wie es zu dem Titel ihres Buches kam. 
Solch einen zu finden ist nicht immer einfach. Besonders dann nicht, wenn so viele Geschichten darunter fallen und er irgendwie zu ihnen allen passen soll. 

Warum also "Weird Trip"?
Weird bedeutet "unheimlich" oder auch "merkwürdig". Mit Trip meine ich keinen Drogentrip, sondern eine "Reise", welche der Leser unternimmt. Und dank der bunten Mischung in meinem Buch, ist es eine wirklich merkwürdige und stellenweise unheimliche Reise. 
Die Geschichten entstanden in einem Zeitraum von mehreren Jahren. Ein paar lagen länger in der Schublade, andere waren noch recht frisch und zwei oder drei entstanden extra für dieses Buch. Mein Ziel war es von Anfang an möglichst unterschiedliche Geschichten zu nehmen, die nichts miteinander gemeinsam haben, außer der Tatsache, dass sie von mir stammen. 

Am besten stelle ich jede in ein bis zwei Sätzen vor, damit sich jeder ein Bild machen kann. 

- Die Mitternachtstür: Nachdem ein Ehepaar in sein neues Haus eingezogen ist, entdeckt es eine Tür, hinter der nichts weiter als eine Wand liegt. Bis sich nach Mitternacht hinter ihr ein Tunnel öffnet, in dem etwas lauert. 

- Ein Tag wie jeder andere: Der Mitarbeiter einer Zeitschrift über mysteriöse Vorkommnisse soll einen Mann aufsuchen, der jede Nacht das gleiche Pärchen an seinem Fenster vorbei schlendern sieht. Und jede Nacht hört er danach den gleichen, grauenvollen Schrei.

- Nur für ihn: Ein Mädchen wird von ihren Eltern zu Gesangwettbewerben gezwungen und ahnt nichts davon, dass es einen heimlichen Verehrer im Publikum hat, der ihre gemeinsame Zukunft plant. 

- Eine Abkürzung: Eigentlich könnte sie es so viel kürzer bis nach Hause haben, wäre da nicht der Obdachlose, welcher ihr den Weg durch die Abkürzung versperrt. Als sie es an ihm vorbei schafft, wird sie merken, dass der Mann sie nicht ohne Grund davon abhalten wollte. 

- Duelo del monstruo: Was kommt nach Hundekämpfen, Hahnenkämpfen und Fight Clubs? Kämpfe zwischen haushohen Monstern, auf deren Ausgang die Menschen Wetten abschließen. 

- Zu seinem eigenem Besten: Ein Mann wacht eingesperrt in einer Zelle auf und begreift nicht, dass er dort sicherer sein wird, als draußen. 

- Gestohlener Fluch: Eine Prostituierte wird es bitter bereuen ihrem Freier einen Gegenstand gestohlen zu haben. Denn nicht nur er ist nun hinter ihr her. 

- Black Cadillac: Besessen von Serienmördern kauft ein junger Mann den Wagen einer Gruppe Mörder und stößt dabei auf ein Geheimnis, das mit den Morden zu tun hat. 

- Der letzte Luchador: Captain Inferno war ein gefeierter Wrestler in Mexiko, bevor er alles verlor. Als eine Beschwörung schief geht, kann er sich ein letztes Mal als Held beweisen. 

Wie man merkt, erzählt jede Geschichte etwas vollkommen anderes und auch im Ton unterscheiden sie sich voneinander. Es geht düster, humorvoll, makaber und auch mal emotional zur Sache. Deswegen der Titel "Weird Trip", weil es eben eine eigenartige, wie abwechslungsreiche Reise ist, auf die ich den Leser schicken möchte. 

Donnerstag, 10. April 2014

Post aus Camp NaNoWriMo - Teil 2: Das Ding hat einen Namen

Hallo zusammen!

An dieser Stelle möchte ich noch einmal über meine Arbeit an meinem Roman berichten. Nervenzusammenbrüche blieben bisher aus, dafür weiche ich stetig vom Plot ab. Meine Geschichte und die Figuren entwickeln einen eigenen Willen und das macht es auch für mich wahnsinnig spannend zu sehen, wohin uns das führt.


Na, sind wir auch fleißig oder starren wir Facebook an, bis sich was tut?
Gerade habe ich die 19.000 Wörter in meinem Roman geknackt. Ziel für diesen Monat sind immer noch 50.000 und mal läuft es besser, mal schlechter, aber wir sind ja erst ein paarTage im National novel writing month und es kommen noch die Feiertage. Berufs- und Privatleben dürfen natürlich nicht vernachlässigt werden und dann liegen hier noch etwas Lesestoff und DVDs zur Ablenkung.

Was gibt es sonst zu berichten?
Inzwischen hat mein Roman einen neuen Namen. Am Anfang war es noch "Sechs Stunden bis Sonnenaufgang", aber weil ich das Gefühl hatte mit Jack Bauer im Nacken in Echtzeit schreiben zu müssen, habe ich das Ding umbenannt.
Naja, eigentlich habe ich das getan, weil "Sechs Stunden..." nicht besonders aufregend klingt. Der neue Titel lautet... Trommelwirbel...
"Monströs".
Der Titel macht hoffentlich neugierig und verrät nicht zu viel. Der Teufel steckt auch hier im Detail. Dass es um Vampire geht, habe ich schon verraten und sie sind alles andere als nett. Deswegen macht es so viel Spaß über sie zu schreiben. Wieso nicht mal ein Buch über richtig fiese, gemeine Figuren schreiben und lesen? Natürlich darf ich es damit nicht übertreiben, deswegen gibt es noch andere Charaktere, aber dazu gleich mehr.

Wie läuft es mit meiner Arbeit an "Monströs"?
(Ich erwähne den Titel so oft wie möglich, damit ihr ihn euch einprägt ;-) )
Wie schon oben erwähnt, mal besser mal schlechter, aber ich bin weiterhin zuversichtlich. Immerhin nehme ich mir gerade die Zeit an meinem Blog zu schreiben. Wie bei jeder Geschichte musste ich auch hier erst einmal den richtigen Ton finden und die Charaktere kennenlernen. Andere Autoren schreiben vor Beginn der Geschichte Lebensläufe für oder Interviews mit ihren Figuren. Das habe ich versucht, aber wieder aufgegeben, denn wie meine Geschichten entwickeln sie ein Eigenleben und gehen eine völlig andere Richtung, als ich für sie vorgesehen hatte. Dann tauchen plötzlich solche auf, die nicht geplant waren und jene, mit denen ich so viele Pläne hatte, liegen mit geschmolzenem Gesicht am Boden. Dumm gelaufen.

 Da sind also Vampire und wer noch?
Ich mag sympathische Loser, wie zum Beispiel Hank Thompson aus Charlies Hustons "Der Prügelknabe" und seinen zwei Sequels. Deswegen schreibe ich gerne über sie und solch einer hat in "Monströs" den Ball nun richtig ins rollen gebracht. Auf einmal war der Ton für meine Geschichte da, ich wusste wie die Zusammenarbeit meines weiblichen Charas Beatrice mit dem Verlierer Randy aussehen würde und dabei entwickelten sich ihre Charakterzüge. Noch sind sie sich nicht begegnet, aber ich kann es kaum erwarten.

Und dann?
Kennt ihr Filme wie "Nur 48 Stunden", "Red Heat" oder wegen mir auch "Scott und Huutsch"? In diesen Filmen müssen sich unterschiedliche Partner zusammenraufen, um ein gemeinsames Ziel zu erreichen. So ähnlich läuft es in meinem Roman. Unterschiedlicher könnten die beiden kaum sein. Auf der einen Seite eine 200 Jahre, stolze, leicht reizbare Vampirin und der großmäulige Verlierertyp, der manchmal redet, bevor er nachdenkt. Sie würden einander an die Gurgel gehen (Besonders sie ihm), wenn es nicht genug andere Probleme gäbe. Ich war schon immer ein großer Fan von ungewöhnlichen Team ups und plane bereits seit einiger Zeit einen weiteren Roman, der das Thema völlig ad absurdum führen wird. Das Thema steht und wenn der NaNoWriMo rum ist, werde ich mich um den Plot kümmern.

Ach ja, das kennen wir ja. Am Ende lecken sie sich wie in einem Hollywoodfilm das Gesicht ab, bevor sie den Nachnamen des anderen kennen.
 Und ich verspreche, dass es nicht endet wie in einem Hollywoodfilm, wo sich die Figuren am Ende das Gesicht ablecken, bevor sie den Nachnamen des anderen kennen.

Freitag, 4. April 2014

Post aus Camp NaNoWriMo - Teil 1

Hallo liebe Leserinnen und Leser,

seit dem 01.04 bin ich im Camp NaNoWriMo und arbeite an meinem ersten Roman. Es sind erst ein paar Tage vergangen, aber ich bin recht zuversichtlich, dass alles klappt, wie ich es mir vorstelle. Schrei(b)krämpfe und Wutausbrüche blieben bisher aus, die Sonne schien und anders als in vielen Horrorfilmen hat niemand versucht uns Camper umzubringen.

Die Autoren, mit denen ich mir zum Austausch eine Hütte teile (also eine kleine Community, in welcher wir uns unterhalten können, mit Autoren aus allerlei Ländern), sind noch etwas schweigsam, aber da arbeite ich dran. Sie werden mit mir reden müssen, wenn ich ihnen erst einmal die Sachen klaue und lustige Schnitzeljagden veranstalte, damit sie diese wieder finden...

Eine ganz nette Funktion am Camp ist, dass ich die aktuelle Wortzahl meines Projekts immer aktualisieren kann. Im Moment bin ich etwas über 5000. 50.000 sind mein Ziel und laut den Berechnungen könnte ich in meinem jetzigen Tempo bis zum 20. April fertig sein. Aber wie das so ist kommt ja gerne was dazwischen, weswegen ich den Champagner noch nicht kalt gestellt habe.

Auch hatte ich leichte Startschwierigkeiten. Das erste Kapitel lief gut, das zweite brauchte eine Weile und wollte mir dann nicht gefallen, weswegen ich es komplett neu geschrieben habe. Zwar geht es nur darum den ersten Entwurf zu schreiben, aber das ist so eine Macke von mir: Zu 100% zufrieden bin ich nie, aber ich kann auch nicht weitermachen ohne an den Teil zu denken, der mir gar nicht gefällt. Viel Zeit hat es nicht gekostet, es ist also nicht allzu schlimm. Und dann kam mir noch eine Idee für ein Prolog, dass den Leser darauf einstimmen soll, was ungefähr auf ihn zukommt.

Mein Roman hat bis jetzt ohnehin recht kurze Kapitel, die bei 3 bis 4 DIN A 4 Seiten liegen, damit die Geschichte ein gewisses Tempo hat. Es ist ein blutiger Vampirroman, mit viel Action und einer Spezies, auf die ich mich schon sehr freue, sie endlich in Erscheinung treten lassen zu können. Aber worum es sich dabei handelt sollt ihr erst erfahren, wenn alles in trockenen Tüchern ist. Es handelt sich nicht um Werwölfe oder Zombies. Die Idee kam mir beim nachdenken über eine gewisse Geschichte, in der Vampire sogar zuerst gar keine Rolle spielten.

An dem Titel "Sechs Stunden bis Sonnenaufgang" hat sich noch nichts geändert, aber ich werde wohl bald ein Brainstorming einlegen, um mir einen besseren auszudenken. Im Gepäck befindet sich auch das Buch "Now write". Ein amerikanischer Schreibratgeber über Fantasy, Science Fiction und Horror. Zufällig enthält es ein Kapitel über Titelfindung. Es wurde von veröffentlichten Autoren geschrieben, die in den jeweiligen Genres zu Hause sind. Unter anderem hat Jack Ketchum ein Kapitel geschrieben, welcher auch hier in Deutschland bekannt sein dürfte. Als musikalische Unterstützung dienen mir Bands wie W.A.S.P, Mötley Crüe und ähnliche.

So, jetzt hab ich aber vorerst genug geschrieben. Ich muss weiter machen. Wie ihr seht, geht es mir gut. Ich bin nicht von Moskitos aufgefressen worden, habe keine Krankheiten (Soweit ich weiß...) und arbeite tüchtig an meinem Roman.

Bis dahin,

Thomas