Mittwoch, 28. Mai 2014

Geschichten entstehen wie Puzzle

Kennt ihr das? Ihr denkt an eine bestimmte Art von Geschichte und dass ihr eine solche gerne mal schreiben würdet. Aber ihr habt keine Idee. Seit längerem denke ich daran eine düstere SciFi-Geschichte zu schreiben, ich weiß aber noch nicht, worum es gehen soll. Im Moment stehen ohnehin andere Projekte an, weswegen das noch Zeit hat. Ich behalte es also im Hinterkopf.

Dann dachte ich aber auch daran, endlich mal wieder etwas wirklich gruseliges zu schreiben. Etwas, wonach selbst Superman zweimal nachgucken geht, ob er die Tür seiner Festung der Einsamkeit auch abgeschlossen hat und Batman bittet bei ihm zu übernachten. Aber ich hatte keine Idee. In letzter Zeit habe ich viel Wert darauf gelegt die Leute zu unterhalten. Dabei streute ich etwas Action und Humor in meine Horrorgeschichten. Gruselig waren sie vermutlich weniger, aber solange ich die Leute unterhalten kann,  ist das okay für mich. Ich grusle mich selber nur äußerst selten.

Aber dann fiel die Geschichte wie ein Puzzle zusammen. Ich war nicht auf der Suche nach Inspiration, wollte einen gemütlichen Sonntag verbringen, doch ich hab hier was gelesen, da was im Fernsehen gesehen und die Figur hatte ich ohnehin schon vor Augen. Nichts davon hatte mit dem andren zu tun, aber es passt wunderbar zueinander. Auf einmal begann die Geschichte zu leben.

Als Autor macht man sich auch viele Notizen zu Ideen, die später noch weiter ausgearbeitet werden sollen. Das kann manchmal innerhalb von Minuten, Stunden oder Monaten passieren. Eine trage ich seit einem Jahr mit mir herum und kürzlich dachte ich beim lesen eines Swamp Thing Comics, wie gerne ich mal über einen monströsen Helden schreiben würde, der ohne Schmalzlocke und nach außen gestülpte Unterhose auskommen muss (So sehr ich Superhelden auch mag...). So wie der Hulk, Hellboy oder Thing von den Fantastic Four. Und irgendwann fiel mir ein, dass ich letztes Jahr eine solche Figur samt Geschichte entworfen habe. Sie muss nur endlich geschrieben werden.

Manchmal sind Geschichten wie Puzzle. Wir müssen nur die richtigen Teile zusammenfügen und sehen dann das große Ganze.Wir sollten uns nicht darauf verkrampfen sie auf Teufel komm raus zu schreiben, sondern ihnen Zeit geben sich zu entwickeln und sehen, wohin uns das führt, denn dann entstehen Möglichkeiten, die wir vorher gar nicht in Betracht gezogen haben.

Deswegen stöbere ich auch so gerne in meinem Notizbuch und entdecke immer wieder Handlungen, die sich verbinden lassen und so wird aus einer Idee zu einer Kurzgeschichte plötzlich ein Roman. Es reicht auch ein einfacher Gedanke: "Was wäre wenn..."
Von Marvel Comics gab es mal die Serie "What if..." in welcher es jedes Mal zu Geschichten außerhalb der Kontinuität kam. Spider-Mans Tante May war plötzlich der neue Herold für den Weltenfresser Galactus, Wolverine war Herrscher der Vampire und Conan der Barbar wurde Anführer einer Gang in der Gegenwart. Ganz so wild müssen wir es ja nicht treiben, aber wenn ihr mal bei einer Idee nicht weiter kommt, fragt euch was wäre, wenn ihr jenen oder diesen Schritt wagt. Es muss nichts bedeutendes sein. Meine Figuren einen Schritt vor die Tür setzen zu lassen und die Handlung somit nicht nur an einem Ort spielen zu lassen, reichte bei mir plötzlich aus, der Geschichte viele weitere Facetten hinzufügen zu können. 
Klingt lächerlich, nicht wahr? Und deswegen ist es auch so einfach.

Bis dahin,

Thomas. 

Mittwoch, 21. Mai 2014

Die wunderschöne Welt der Horrorcomics - Teil 2

Weil es beim ersten Mal so schön war, gleich noch ein zweiter Teil zu "Die wunderschöne Welt der Horrorcomics". Im Moment scheinen die richtig angesagt zu sein und besonders Independentverlage setzen auf dieses Genre. Dank Plattformen wie Comixology können Fans auch auf eine gigantische Auswahl älterer Serien zugreifen. Fangen wir gleich mit einer solchen an.

Lurkers: (IDW. Deutsche VÖ: Keine.) Erschienen 2004, geschrieben von Steve Niles und gezeichnet von Hector... Wartet, es kommt gleich... Casanova! Malt euch mal aus, wie dieser Mann sich vorstellt. Mit seinen Zeichnungen hat er mich jedenfalls schnell überzeugen können.
Die Geschichte handelt von Ghouls. Leichenfressende Monster, die ich normalerweise langweilig finde, aber "Lurkers" hat solch eine intensive Atmosphäre, wie ich sie noch nie bei einem Comic erlebt habe. Bei Filmen, Büchern und Videospielen bekam ich schon mal ein mulmiges Gefühl. Aber kein Comicheft hat mich zuvor gegruselt. Die Geschichte um Detective Jack Dietz ist derart spannend und düster, dass sie dem Leser nicht so schnell aus dem Kopf gehen wird. Absoluter Geheimtipp, leider nicht in Deutschland erschienen.

Extinction Parade: (Avatar Press. Deutsche VÖ: Bisher keine, aber es würde mich nicht wundern, wenn es bei Panini erscheint, die auch andere Serien von Avatar veröffentlichen. Überhaupt erscheint bei denen doch inzwischen fast alles. Kommt man da als Fan eigentlich noch hinter her? Manchmal habe ich das Gefühl, die veröffentlichen mehr Comics, als in den USA erscheinen... Oh, ich schweife ab.)
Die Geschichte ist simpel wie genial. Geschrieben von Max Brooks, welcher schon den "Zombie survival guide" und das Buch "World war Z" (Kleiner Lesetipp nebenbei. Hat außer dem Titel nichts mit dem Film gemeinsam.) schrieb, schmeißt Zombies und Vampire in einen Topf und tatsächlich ist das richtig interessant. Die Toten sind auferstanden. Es herrscht Chaos und die Vampire denken sich: "Großartig. Jetzt brauchen wir uns nicht mehr zu verstecken, denn die Menschen haben ja genug andere Sorgen."
Also wird geschlemmt, dass sich die Balken biegen und wie das bei Avatar eben so ist, in äußert blutiger Form. Doch irgendwann raffen die Vampire, dass ihnen die Nahrung ausgehen wird, wenn die Toten ihnen alles weg futtern. Was werden sie also tun, wenn es keine lebende Menschen mehr gibt?
Im Juli startet die Serie mit einer neuen Nummer 1, unter dem Titel: "Extinction Parade: War".
Das Tempo war bis jetzt recht zäh, doch die gute Idee und die tollen Zeichnungen von Raulo Caceres können gut unterhalten. Die Serie wird übrigens demnächst fürs Fernsehen adaptiert.

Caliban: (Avatar Press. Deutsche VÖ: Siehe "Extinction Parade"... Aber während ich das hier schreibe sind auch erst zwei Ausgaben erschienen.)
Sci-Fi-Horror ist viel zu selten, oder? Es gibt gute Beispiele, wie die "Alien"-Reihe, "Event horizon", "Das Ding aus einer anderen Welt". Garth Ennis sorgt nun für etwas Nachschub und verkürzt somit die Wartezeit auf den Reboot von lizensierten Comictiteln wie "Aliens", "Predator" und "Prometheus", welche bald bei Dark Horse erscheinen werden.  Die Geschichte handelt von der Crew des Raumschiffes Caliban, welches mit einem außerirdischen Flugobjekt kollidiert. Die Crew nutzt gleich mal die Chance eine Sightseeingtour zu unternehmen. So etwas sieht man schließlich nicht alle Tage.
Ich bin ein großer Fan von Garth Ennis und als ich von "Caliban" las, konnte ich es kaum erwarten die erste Ausgabe in den Händen zu halten. Ich würde mir noch etwas mehr Tempo wünschen, aber was nicht ist, kann noch werden. Bis jetzt verläuft die Miniserie noch etwas überraschungsarm.

Ghosted: (Image Comics. Deutsche VÖ: ... Ihr wisst schon...)
Joshua Williamsons erster Mehrteiler seiner Serie "Ghosted" war eine Mischung aus "House on haunted hill" und "Ocean's eleven". Der Meisterdieb Jackson Winters soll einen Geist aus einem Spukhaus stehlen und stellt sich dafür ein Team aus spirituellen Figuren und Scharlatanen zusammen. Ein wirklich unterhaltsames Comic, dessen Held es gerade nach Mexiko verschlagen hat, wo er ein besessenes Mädchen aus den Fängen einer Sekte befreien soll. In beiden Fällen steckt mehr dahinter, als es zuerst scheint. Die Serie ist wirklich super. Zu Beginn der zweiten Storyline etwas zäh, dank der tollen Idee aber wirklich unterhaltsam und gerade nimmt sie wieder an Fahrt auf. Inzwischen ist mit "Nailbiter" eine zweite Serie von Williamson bei Image erschienen und wird mit guten Kritiken überhäuft. Es geht um eine Stadt, aus der mehr Serienkiller zu stammen zu scheinen, als aus irgendeiner anderen. In der ersten Ausgabe mag nicht viel geschehen, doch sie ist toll erzählt und nach "Ghosted" bin ich gespannt, was Williamson noch alles zu bieten hat.

Und dann sind da noch ein paar Serien, welche demnächst in den USA erscheinen und auf die ich mich besonders freue:

Empty Man: (Boom Stdudios)
Allmählich glaube ich, dass der Autor Cullen Bunn jede zweite Comicserie in den USA schreibt. Er arbeitet für DC, Marvel, Monkeybrain Press, Oni und bald auch für Boom und IDW. Aber wenn die Qualität die gleiche ist wie bei "The remains" (Siehe: "Die wundervolle Welt der Horrorcomics - Teil 1") freue ich mich darüber. "Empty Man" erzählt von einer mysteriösen Seuche, welche Menschen erst zu blutrünstigen Bestien mutieren und dann sterben oder in einen katatonischen Zustand verfallen lässt. Mit "The remains" hat Bunn bewiesen, dass er Horror schreiben kann. Ich wage es jetzt schon ihn als den Stephen King der Horrorcomics zu bezeichnen. Alleine die zwei Bilder, welche ich bisher von "Empty Man" gesehen habe, konnten mich von der dichten Atmosphäre überzeugen. Im Juni weiß ich dann mehr.

The devilers: (Dynamite Entertainment)
Eigentlich meide ich Dynamite ein wenig. Viele Serien konnten mich gar nicht, oder nur kurz überzeugen. Wollen wir mal hoffen, dass das interessante Konzept von "The devilers" besser da steht. Es geht um eine Gruppe Exorzisten, welche das Böse bekämpft. Ein Horrorcomic mit dem Flair von Buddymovies wie "Nur 48 Stunden", "Lethal Weapon" und so weiter, was den Humor angeht. Flapsige Sprüche sind also schon einmal vorprogrammiert. Ich bin sehr gespannt auf diese Mischung. Die erste Ausgabe erscheint im Juli.

Godzilla: Catalysm: (IDW)
Cullen Bunn schlägt wieder zu und schreibt für IDW eine Miniserue um meine Lieblingseidechse. Bleibt zu hoffen, dass die Serie mehr Godzilla entählt, als der neueste Film und dass sie nicht so entsetzlich gezeichnet ist, wie die derzeitige, monatliche Serie. Bisher konnte IDW mich mit seiner ersten Serie um Godzilla überzeugen, welche von Eric Powell geschrieben wurde. Besonders gut blieb mir auch John Laymans Miniserie "Godzilla: Gangsters and Goliaths" im Gedächtnis, welche ich als "Die hard" meets "Godzilla" bezeichnen würde. Nach diesen Serien solltet ihr Ausschau halten. Im August beginnt Bunns Miniserie um den jungen Hiroshi, welcher in einer apokalyptischen Welt eine Verbindung zu Godzilla entdeckt.

Und dann sind da noch die oben schon erwähnten Titel "Predator", "Aliens", "Prometheus" und "Aliens vs. Predator". Da Dark Horse die Rechte an den "Star Wars"-Comics an Marvel/Disney verloren hat, setzen sie wieder auf altbewährte Verkaufsschlager. Wann die Serien erscheinen, weiß ich leider noch nicht.

Vielleicht war die eine oder andere Serie dabei, die euch neugierig gemacht hat und nach der ihr nun Ausschau halten wollt. Ein dritter Teil von "Die wunderschöne Welt der Horrorcomics" kommt bestimmt. Schließlich gibt es mehr als genug solcher Comics und ich kann mich gar nicht an ihnen satt lesen.

Bis dahin!

Dienstag, 13. Mai 2014

Die wunderschöne Welt der Horrorcomics - Teil 1

Wenn ich nicht gerade an meinem aktuellen Roman oder irgendeinem anderen Projekt arbeite, stecke ich mit der Nase in einem Comicheft oder einem Buch, um mich abzulenken und meine Inspiration in Schwung zu bringen. Wie wichtig lesen ist, habe ich hier schon besprochen und bevor ich demnächst ein paar Bücher vorstelle, die mir gut gefallen habe, will ich heute einmal in kurzen Abschnitten auf Horrorcomics eingehen.

Ich bin schon seit meiner Kindheit ein Fan von Comicheften und dem Horrorgenre. Beides zusammen ist für mich wie Pizza mit extra viel Käse. Ich finde es toll, wenn Superheldencomics mit Horror vermischt werden und kann im Bezug darauf die zweite Ghost Rider Serie empfehlen, welche zu Beginn wirklich düster war. Eigentlich nichts für Kids, aber ich hab es damals schon geliebt und erinnere mich noch genau, wie ich das erste Heft der deutschen Ausgabe vom "Geisterreiter" in der Hand hielt. So wurde er von Bastei genannt, als alle Helden und Schurken noch eingedeutscht wurden. Spider-Man war "Die Spinne", die Fantastic Four hießen "Die fantastischen Vier", die Avengers waren natürlich "Die Rächer" und so weiter. Der Hulk wurde sogar mal Halk geschrieben. Kein Witz!

Marvels Ghost Rider, Punisher und die ersten Soloabenteuer von Wolverine waren damals noch Ausnahmefälle, was düstere Comics anging. Die galten schließlich als Kinderkram, tun sie heute noch, aber wer so etwas sagt, hat in den letzten zwanzig oder dreißig Jahren keines dieser Hefte in der Hand gehabt, denn Comics sind immer erwachsener geworden, was Themen, sowie Darstellung von Sex und Gewalt betrifft.  Schließlich wurden sie auch immer teurer und ein arbeitender Mensch kann eher in solch ein Hobby investieren als ein Junge, dem schon auf dem Weg zur Schule das Milchgeld geklaut wird. Bis heute frage ich mich, wie ich damals so viele Serien lesen konnte. Ich glaube, ich habe wirklich jede auf deutsch erscheinende Superheldenserie gelesen...
Jedenfalls ist es schon vorgekommen, dass selbst ich manchmal überrascht war, wie brutal es auf einmal bei Spider-Man, Batman und Co. zuging. Da waren Hefte dabei, welche ich wirklich keinem Kind in die Hände drücken würde. Auch, wenn ich mir als solches schon die Finger nach düsterem Stoff geleckt habe. Den Horror musste ich mir damals in Form von Comicserien wie "Gespenstergeschichten", Spukgeschichten" und der Romanserie "John Sinclair" ins Haus holen.

Vor Jahren bin ich auf die Originale aus Amerika umgestiegen. Sie sind aktueller und es macht mir mehr Spaß sie zu lesen. Dank dem Internet kriegt man dauernd Spoiler um die Ohren gehauen, was den Spaß am lesen deutscher Ausgaben irgendwie zunichte macht. Hinzu kommen die Übersetzung und die Tatsache, dass einige Serien hier gar nicht oder viel später erscheinen.

Genug getratscht. Ich wollte ja eigentlich über Serien schreiben und euch nicht mit meiner Lebensgeschichte langweilen. Für alle, die bis hier hin noch nicht abgesprungen sind, kommen jetzt ein paar Comics, die ich wärmstens empfehlen kann. Ich schreibe auch dazu, bei welchem Verlag die deutsche Übersetzung erscheint, falls es eine gibt. Damit der Text aber nicht noch länger wird, ich nicht zu viel verrate und ihr noch heute oder morgen aufgeregt in den nächsten Bahnhofskiosk rennt um zu schreien: "Gebt mir Comics oder den Tod!", halte ich mich mit der Inhaltsangabe kurz.

The remains: (Monkeybrain Comics. Deutsche Übersetzung: Bisher keine.)
Hätte mir jemand gesagt, dass diese Miniserie von Stephen King geschrieben wird, ich hätte ihm geglaubt. Tatsächlich steckt aber Cullen Bunn dahinter, welcher inzwischen eine ganze Menge Serien schreibt und hier ein echtes Meisterwerk abliefert. Bisher sind nur zwei Ausgaben erschienen, aber ich kann die nächsten kaum abwarten. Es geht um eine Familie auf einer Farm in den USA. Der Vater hat Rheuma, die Mutter ist mit dem dritten Kind schwanger und die zwei Töchter sind noch zu klein, um die ganze Arbeit zu übernehmen. Eines Tages kommt ein Fremder, welcher sich für ein Dach über dem Kopf und etwas Essen als Hilfe anbietet. Allerdings hat er auch ein beunruhigendes Interesse an den zwei Mädchen und seit dem er da ist, kommt es zu Zwischenfällen wie Ratten, die gerade erst erschlagen wurden und wieder zum Leben erwachen. Wer jetzt die Augen verdreht und denkt: "Noch ein Zombiecomic!", sollte sich erst recht diese Serie ansehen, denn sie ist völlig anders als erwartet. Der Schwerpunkt liegt auf den Charakteren und der Handlung. Es gibt keine Invasion oder etwas in der Art. Außer den zwei Mädchen und dem Neuankömmling bekommt niemand etwas von der Sache mit. Und letzterer scheint damit überraschend gut klar zu kommen. Hier wird wirklich noch auf Atmosphäre und Spannung gesetzt. Erhältlich ist die Serie im Moment nur digital.

Crossed: (Avatar Press. Deutsche Übersetzung: Panini Deutschland.)
 Wie Cullen Bunn ist auch Garth Ennis ein Vielschreiber und inzwischen ein großer Name im Comicgeschäft. Seine Serie "Preacher" ist längst Kult, jeder Autor, welcher nach ihm den "Punisher" geschrieben hat, richtet sich mehr oder weniger nach seiner Stilrichtung. Ennis ist bekannt für Gewalt und krassen Humor, aber er sollte nicht darauf reduziert werden, denn er ist ein verdammt guter Autor.
Crossed ist definitiv ein Comic für Erwachsene, denn hier geht es hammerhart zur Sache. Stellt euch "28 days later"... Oder noch besser das blutige Sequel "28 weeks later" auf LSD vor und ihr habt "Crossed". Infizierte Menschen schnetzeln und metzeln sich durch die Gegend, was das Zeug hält. Zu Beginn noch als Klon von "The walking dead" belächelt, ist die Serie inzwischen vollkommen eigenständig und besonders deswegen so innovativ und spannend, weil alle Autoren und Zeichner nur für ein paar Hefte bleiben, in denen sie ihre abgeschlossenen Geschichten erzählen. So weiß der Leser nie, wie es ausgeht, während wir in monatlichen Serien wie Spider-Man und Co. schon vor dem Kauf ahnen können, dass der Held gewinnt. Hier muss es nicht immer ein Happy End geben. Ehrlich gesagt ist das sogar selten der Fall. Ab und an kehrt ein Autor zurück, schreibt eine neue Geschichte mit neuen Gesichtern. Was die Serie eben so besonders macht, ist die Vielfalt an Stilen und Ideen. Für mich eine der besten dort draußen. Aber wirklich nur für Fans von Splatter zu empfehlen, denn "Crossed" ist mit Abstand auch eine der brutalsten Serien. 

Zum Abschluss des ersten Teils von "Die wunderschöne Welt der Horrorcomics" noch eine Mischung aus Superhelden und Horror. Kennt ihr den Film "Das Ding aus dem Sumpf"? Manch einer nannte so früher seinen Mathelehrer, aber tatsächlich ist dies ein Streifen, der auf einer wirklich guten Serie beruht.

Swamp Thing: (DC. Deutsche Übersetzung: Panini Deutschland.)
Alec Holland experimentiert in einem Labor im Sumpf an einer Mischung aus tierischer und menschlicher Synthese, doch ein paar finstere Gestalten wollen diese Arbeit für sich haben. Bei einem Handgemenge kommt es zu einem Unfall, Holland stürzt brennend in den Sumpf und gilt als tot. Tatsächlich mutiert er zu der Kreatur Swamp Thing. In den 70er Jahren wurde die Serie von Len Wein geschrieben und tauchte zum ersten Mal in der Serie "House of mystery" auf. Bald schon hatte sie eine eigene monatliche Serie, in der Swamp Thing gegen andere Wesen kämpfte, verfolgt von einem Freund Hollands, der das Wesen für einen brutalen Mörder hielt. Absoluter Kult ist die Serie "Saga of the Swamp Thing" von Allan Moore, welcher auch "Watchmen", "From hell" und andere Kultcomics schrieb. 
Vor etwas mehr als zwei Jahren unterzog der Verlag DC all seine Serien einem Reboot und startete sie mit einer neuen #1 neu. Dabei entstanden auch viele neue Serien und solche, die lange von der Bildfläche verschwunden waren, kehrten zurück. So auch Swamp Thing, diesmal von Scott Snyder geschrieben, der sich mit seiner eigenen Serie "American Vampire", sowie seiner wirklich brutaldüsteren Version von  Batman in "Detective Comics" einen Namen gemacht hatte.
Sein Swamp Thing ignoriert die alten Hefte nicht und greift altbekannte Elemente erfrischend neu auf. Dabei geht es knallhart zur Sache. Ich bin ja einiges gewohnt, aber was Swampys Gegenspieler in der ersten Storyline, ein Junge, der totes Gewebe kontrollieren kann, hier anstellt... Lest das Comic nicht beim Frühstück, okay? Und versucht nicht daran zu denken, dass jeder von uns etwas totes Gewebe, wie einen toten Zahn mit sich herumträgt. Diese Szenen kriege ich nie wieder aus dem Kopf...
Zu Beginn ist das Comic teilweise sehr psychedelisch gezeichnet, was die Atmosphäre hervorragend unterstreicht. Inzwischen sitzt Charles Soule im Autorenstuhl und auch dieser konnte mich bisher überzeugen. Absolut zu empfehlen sind aber auch die alten Hefte von Len Wein.
Der Ton ist sehr düster gehalten und die Comics sind wirklich sauspannend.

Beim nächsten Mal gehe ich auf weitere Serien ein.

Bis dahin!
 

Donnerstag, 8. Mai 2014

Eine Schreibnacht die ist lustig...

Die Leute kommen auf mich zu und fragen: "Thomas, was ist eine Schreibnacht?"
Und ich antworte: "Lies meinen Blog!"
Du hast also alles richtig gemacht, indem du zuerst hier her gekommen bist.

Die Schreibnacht wurde letztes Jahr von der Autorin Jennifer Jäger ins Leben gerufen und hat sich ziemlich schnell zu einer großen Sache entwickelt. Inzwischen findet sie einmal im Monat statt, dauert von 20 Uhr bis 3 Uhr und Ziel ist es gemeinsam möglichst viel zu schreiben. Bei jeder Schreibnacht gibt es einen Special Guest. Dies können veröffentlichte Autoren, Verleger oder auch Zeichner sein. Diesem Gast dürft ihr von 20 bis 21 Uhr Fragen stellen. Aber seid nicht böse, wenn er es mal nicht schafft zu antworten. So ein Event kann über 100 Teilnehmer haben. Stellt euch vor, ein Großteil davon bombardiert euch mit Fragen.

Stattfinden tut die Schreibnacht im eigens dafür angelegten Forum und auf Facebook. Pro Stunde gibt es zehn Minuten Pause und eine Aufgabe, an der ihr euch beteiligen könnt, aber nicht müsst. Allerdings macht ja der Austausch mit anderen Autoren den Reiz aus, weswegen es immer wieder Spaß macht, auf diese Aufgaben einzugehen.
Dabei handelt es sich um unterhaltsame Fragen, welche auf den ersten Blick vielleicht albern wirken, euch gleichzeitig aber auch dabei helfen können, mehr über euren erfundenen Charakter oder eure Geschichte zu erfahren.
Zum Beispiel: "Wo würde euer Hauptcharakter Urlaub machen?"
Ihr schreibt über einen wahnsinnigen Axtmörder? Hervorragend! Stellt euch den nur mal im Acapulcohemd am Strand von Napoli vor, einen Cocktail aus einer Kokosnuss schlürfend, den Blick auf den Sonnenuntergang gerichtet und von neuen Schandtaten träumend.
Gerne könnt ihr auch selber Fragen stellen. Spaß und Austausch stehen schließlich im Vordergrund. 

Egal ob Hobbyautoren, Profi, Anfänger oder was auch immer. Jeder kann mitmachen und sich mit Gleichgesinnten austauschen, sich Ratschläge geben lassen oder einfach seine Finger wund tippen. Wenn du dich nun fragst, wann denn die nächste Schreibnacht statt findet, dann lass dir gesagt sein, dass du noch alle Zeit der Welt hast, denn die nächste ist erst am 10.05.2014 und das ist ja erst...

OH, MEIN GOTT! DAS IST DIESEN SAMSTAG! SCHNELL, SETZ KAFFEE AUF, ÖFFNE DEIN SCHREIBPROGAMM, LASS DICH BEI DEINEN FREUNDEN VERLEUGNEN UND DEINEN ELTERN AUSRICHTEN, DASS DU TOT BIST (Glaub mir, irgendwann werdet ihr bei Kaffee und Kuchen gemeinsam darüber lachen können). DIE SCHREIBNACHT BEGINNT SCHON ÜBERMORGEN UND VIELLEICHT SEHEN WIR UNS DA!!!!

PS: Special Guest ist Laura Kneidl und wer das ist, erfahrt ihr hier.

Samstag, 3. Mai 2014

Das war mein NaNoWriMo April 2014!

Für alle denen der NaNoWriMo (National novel writing month) nichts sagt:

Ziel ist es für den Autoren innerhalb eines Monats 30.000 bis 50.000 Wörter in einem Werk oder generell an einem Projekt zu schreiben. Die einen arbeiten an einem Roman, die anderen an Kurzgeschichten oder an etwas ganz anderem. Dabei bietet die Website campnanowrimo.org die Möglichkeit in einer Community mit anderen Autoren rund um den Globus zu kommunizieren und täglich seine Wortzahl zu aktualisieren, damit der Autor weiß, wie gut er in der Zeit liegt, wie viele Wörter er am Tag schreiben muss, um rechtzeitig fertig zu sein und so weiter. Hilfreiche Mails des Campteams sollen zusätzlich unterstützen.

Und? Hast du es geschafft?

Auch, wenn ich zwischendurch dran gezweifelt habe: Ja. Die ersten 30.00 Wörter waren schnell geschrieben, es flutschte geradezu. Mit den nächsten 10.000 ging es dann etwas schleppernder voran und den Rest investierte ich ein anderes Projekt. Mein NaNo-Roman heißt "Monströs", mein erster Roman!
Bisher habe ich nur Kurzgeschichten und Kurzromane geschrieben und bin somit Abwechslung gewohnt. Eine Woche habe ich mit Serienmördern verbracht, die nächste mit Zombies und wieder eine mit Parasiten. (Also, nicht wirklich. Nur in meinen Geschichten.) Einen Roman zu schreiben und das auch noch durchgehend, heißt sich auf ein einziges Thema zu konzentrieren, aber auch sich unendlich entfalten zu können. Ich konnte mir Zeit für Handlung und Figuren nehmen, wie nie zuvor.

Vor- und Nachteile

Es hat als Vor- und Nachteile an solch einem Mammutprojekt zu arbeiten. Als Autor kann man viel über sich selber lernen und das Ziel vor Augen zu haben, 50.000 Wörter schaffen zu wollen, ist ein echter Anreiz. Ich habe es mehrmals versucht und nie so viel in so kurzer Zeit geschafft. Überhaupt habe ich nie so viel geschafft. Über 70 Seiten und es gibt noch einiges zu erzählen. Das ist ein richtig befreiendes Gefühl. Es bedeutet aber auch, sich das schöne Wetter öfter mal durch die Fensterscheibe anzusehen. Facebook und Co. bleiben links liegen und genau diese Disziplin ist es, die ich endlich beherrschen wollte. Vielleicht nehme ich mir von nun an öfter vor, in einem Monat eine bestimmte Anzahl von Wörtern zu schaffen. Keine 50.000 mehr, Gott bewahre. Es gab Tage, da wollte es nicht laufen. Aber vielleicht 25.000. Oder 20.000. Das dürfte auf jeden Fall drin sein. Angenommen ich schreibe jeden Tag 1000 Wörter, fünf oder sechs mal die Woche, dann gehe ich Ende des Monats mit 20.000 bis 25.000 Wörtern raus. Nicht schlecht, oder? Mal werden es mehr, mal weniger. Aber es ist machbar.

Allerdings...

Die letzten 10.000 Wörter habe ich in ein anderes Projekt investiert, das bis Mitte Juni fertig sein muss. Aus Zeitgründen, und weil ich einiges bei "Monströs" überdenken möchte, habe ich mich zu diesem Schritt entschieden. Das andere Projekt erfordert auch noch viel Aufmerksamkeit, doch ich befinde mich auf einem guten Weg es so hinzubekommen, wie ich es haben möchte. So schön es auch war, zu zusehen wie meine Figuren und die Geschichte "Monströs" ein Eigenleben entwickelten und der geplante Plot fast nur noch zur Nebensache wurde, neue Charaktere auftauchten, jene mit denen ich viel vor hatte plötzlich tot am Boden liegen zu sehen (Was die komplette Geschichte auf den Kopf stellen kann, dass selbst ich keine Ahnung mehr habe, wohin uns das führt.), es war auch sehr anstrengend. Deswegen entschied ich mich erstmal zu pausieren, an einer anderen Geschichte zu schreiben, welche fertig werden muss. "Monströs" kommt aber bald wieder an die Reihe.


Warten wir also auf den nächsten National Novel Writing Month!

Nix da! Ich kann es nur empfehlen sich einfach mal für einen Monat ein gewisses Ziel zu setzen, so und so viele Wörter zu schaffen. Es muss nicht perfekt sein, denn jeder Roman und jede Kurzgeschichte wird nach der Fertigstellung noch mal bearbeitet. Aber ihr kommt voran und habt etwas, dass ihr bearbeiten könnt. Kennt ihr dieses deprimierende Gefühl nicht vorwärts zu kommen? Das fällt dann fast weg. Sicher klappt es nicht immer, aber es ist ein Ansporn.
Vielleicht habt ihr auch schon Erfahrungen mit dem NaNoWriMo, oder ähnliches und habt Lust im Kommentarfeld darüber zu schreiben.

Wenn ihr mich dann entschuldigen würdet, ich muss da noch einige, liegen gebliebende Ideen bearbeiten. Der April war anstrengend und lehrreich zugleich. Und es hat Spaß gemacht, auch wenn ich zwischendurch ganz anders gedacht habe ;-)