Montag, 30. Juni 2014

Dracula's Erben sind erwacht

Kürzlich hat der Twilight-Line Verlag die Anthologie "Dracula's Erben" veröffentlicht und in dieser wurde neben vielen anderen Kurzgeschichten weiterer Autoren, meine mit dem Titel "Comer el payaso - Friss den Clown" veröffentlicht. Wie der Titel des Buches schon ganz dezent andeutet: Es geht um Vampire.

Ein altbekanntes Thema, das vielen vielleicht ausgelutscht wie so manches Vampiropfer vorkommen mag, aber bis heute haben diese Wesen nichts an ihrer Faszination verloren und es lassen sich immer wieder neue Geschichten um sie entwickeln. Meine sollte zu Beginn allerdings nichts mit Vampiren zu tun haben. Mir stand einfach der Sinn danach. mal wieder mit einem typischen Klischee zu spielen und den Clown, welcher fast immer in der Schurkenrolle steckt, als Helden zu verwenden.

Ich bin kein großer Fan von Clowns. Selbst als Kind war ich nicht wirklich von ihnen begeistert, aber wie Vampire, sind sie nicht tot zu kriegen, oder? Der Geburtstagsclown namens Tito aus meiner Geschichte jedenfalls nicht. Es kommt ihm zwar etwas komisch vor, dass er nachts auf einem Kindergeburtstag auftreten soll, aber die Kohle stimmt und die braucht er dringend. Dumm nur, dass sich die ganze Familie als Vampiresippe entpuppt, welche ihrem Sohn zu seinem einhundertsten Geburtstag (Der süße Kleine!) einen eigenen Clown zum leer trinken schenken will. Aber wie gesagt: Clowns sind nicht so leicht tot zu kriegen und Tito erweist sich als besonders wehrhaft.

Meine Geschichte ist etwas humorvoll und temporeich und damit wahrscheinlich weniger düster als andere Beiträge, aber mir ging es darum, Spaß an der Sache zu haben und auch den Leser daran teilhaben zu lassen. Klickt ihr bei Amazon auf die Leseprobe und dann auf den Titel meiner Geschichte, könnt ihr den Anfang von "Comer el payaso" schon einmal lesen und euch ein Bild von Tito machen. Die ersten drei Geschichten sind sogar komplett lesbar und machen euch hoffentlich neugierig ;-)

Dabei werdet ihr auch schnell merken: Tito ist kein besonders guter Clown. Er raucht, trinkt und hasst Kinder. Praktisch der Bad Santa unter den Clowns. Eine weitere Inspiration war eindeutig Kirsten Dunsts Rolle aus "Interview mit einem Vampir". Sie wird auf immer und ewig in ihrem kindlichen Körper gefangen sein. Das bedeutet jedes Jahr Kindergeburtstage feiern zu müssen. Schrecklich, oder? Ich fragte mich, wie so etwas aussehen würde und was man einem solchen Kind schenkt.

Mit dieser Geschichte werde ich zum dritten Mal beim Twilight-Line Verlag veröffentlicht, wofür ich den Mitarbeitern an dieser Stelle einmal herzlich danken möchte.Das Buch ist als Ebook und Taschenbuch erhältlich und mit über 400 Seiten ein richtig dicker Klipper geworden.

Bis dahin,

Thomas.
 

Sonntag, 15. Juni 2014

Jenseits von Metropolis

Ab und an schreibe ich hier über interessante Horrorcomics. Als Autor des "schwarzen Genres" (Wie eine Bekannte es mal genannt hat.) decke ich mich Monat für Monat mit solchen ein. Ich bin aber auch ein großer Fan von Superhelden und Stoff, der sich nicht so einfach in eine Schublade stecken lässt. Deswegen möchte ich mal über eben solche Comics schreiben, die stark aus der Reihe tanzen und nicht wirklich Horror- oder Superheldengeschichten erzählen. Sie liegen irgendwo dazwischen, oder ganz woanders.

Manifest Destiny: (Image Comics)
Obwohl ich jeden Monat nach interessanten Neuerscheinungen und Erstausgaben neuer Serien Ausschau halte, ist es unmöglich alles zu entdecken, geschweige denn zu kaufen. Dass Manifest Destiny komplett unter meinem Radar war, wundert mich aber schon. Inzwischen sind 7 Ausgaben erschienen, die ich mir nächträglich zugelegt habe, als ich die Handlung las: 1804 machen sich Captain Meriwether Clark und Leutnant William Clark auf den Weg zu einer Expedition in noch unerforschte Regionen Amerikas. Dabei stoßen sie auf mysteriöse Kreaturen, kriegen es mit Verrätern in den eigenen Reihen und allerlei anderen Gefahren zu tun.
Wäre ich nicht glücklich verheiratet, würde ich jetzt sagen: "Ich bin verliebt!"
Die von Chris Dingess geschriebene Serie ist dank ihrem Setting, das vor 200 Jahren spielt, sehr ungewöhnlich und bietet eine Menge frischen Wind. Matthew Roberts' Zeichnungen sind toll und passen perfekt zu der Handlung.
Am besten lässt sich die Serie als Mischung aus Dschungel- und Expeditionsabenteuer mit Horrorelementen beschreiben, wobei sie nie zu düster wird. Es gibt genügend Humor, Twists und eine Menge Rätsel. Manifest Destiny ist mit Abstand eine der spannendsten Serien, die ich in letzter Zeit entdeckt habe und eine willkommene Abwechslung. Hoffentlich hält sich die Serie noch lange und geht vor lauter Rätseln nicht unter, wie es "Lost" seinerzeit tat. Aber noch stehen wir am Anfang der Serie. Es wirkt nur gerade leicht überladen, was auch schon mein einziger Kritikpunkt ist. 

Magneto: (Marvel Comics)
Ja, genau. Erzfeind und Teilzeitmitglied der X-Men Magneto hat mal wieder eine eigene Serie. Geschrieben wird sie von Cullen Bunn, welcher dafür sorgt, dass sie nicht in das altbekannte Superheldengenre abrutscht, sondern eine düstere Geschichte um einen Anti-Helden auf Seite der Mutanten bietet. Magneto versucht herauszufinden, wer Menschen in Sentinels (Roboter, die Mutanten jagen) umbaut und mit ihnen Artgenossen tötet.
Die Serie ist tatsächlich nicht für Kinder gedacht, recht brutal und oft ziemlich finster. Serien um Superschurken halten sich meist nicht lange, obwohl ihre Antagonisten genauso beliebt sind, wie Superhelden. Sicher ist es auch schwer, über sie zu schreiben. Die Autoren können sie nicht einfach große Erfolge erzielen lassen, was also mit ihnen machen? Die wirklich witzige Serie "Superior foes of Spider-Man" von Nick Spencer endet demnächst nach zwei Jahren. Eine viel längere Laufzeit gebe ich Magneto auch nicht, aber es wird mit Sicherheit eine der besten Serien um die Figur.

Turok: (Dynamite Comics)
Turok hat eine laaaange Geschichte hinter sich. 1954 erschien er zum ersten Mal bei Dell Comics und sollte danach noch in Serien von Valiant, Acclaim und Dark Horse erscheinen, bevor er 2014 bei Dynamite ein neues Zuhause fand. Vielleicht kennt ihr eines der Videospiele um den amerikanischen Ureinwohner, welcher gegen Dinosaurier und andere Gegner kämpfen muss. In der ersten Storyline von "Planet Hulk"-Autor Greg Pak landen die Spanier im damaligen Manhattan (Das ganz bestimmt noch nicht Manhattan hieß, aber die Geschichte spielt eben dort.) und benutzen die Dinosaurier als Waffen, um den Ungläubigen den Gar aus zu machen. Es gibt Action satt und mit Turok einen recht ungewöhnlichen Helden, der bei seinen eigenen Leuten als Außenseiter gilt. Ich habe erst zwei Ausgaben gelesen, aber wie schon Manifest Destiny hebt die Serie sich positiv vom Rest ab und bietet willkommene Abwechslung. Auch hier konnte mich das Setting überzeugen und als Fan von Dinosaurieraction kommt man auf seine Kosten.
  
Big Trouble in little china: (Boom Comics)
Yep, Jack Burton is back. Und auch wenn ich kein Fan von Comics bin, die mehr oder weniger auf Filmen, TV-Serien, Videospielen oder so beruhen, habe ich mir die erste Ausgabe geholt, da nicht nur  Regisseur John Carpenter des gleichnamigen Films an der Serie schreibt, sondern auch Eric Powell, welcher mich schon mit seinen Serien "The Goon" und "Godzilla: Kingdom of monsters" begeistern konnte. Die Geschichte setzt kurz nach Filmende ein. Jack Burton ist wieder mit seinem Truck unterwegs, als ihm das haarige Monster aus dem Film über den Weg läuft, welches damals viel zu kurz kam. Allerdings nicht, um ihn anzugreifen, sondern, weil es in ihm seinen neuen Meister gefunden hat. Auf der Hochzeit von Jacks Freund beginnt dann der ganze Ärger von vorne, als chinesische Dämonen angreifen.
Die erste Ausgabe war überraschend gut, doch die Zeichnungen von Brian Churilla sind mir zu sehr Cartoon. Man hat das Gefühl ein Popeye-Comic in den Händen zu halten. Auch störte mich die etwas hektische Erzählweise beim Finale und der Humor ist etwas zu albern. Alles in allem aber nicht schlecht, was den Fans des Films geboten wird. Einen Blick könnt ihr also riskieren, wenn ihr den Streifen mochtet. Es handelt sich hierbei übrigens um eine fortlaufende Serie und keine Einzelausgabe, oder so. 

Ich hoffe, diese kleine, aber feine Auswahl hat euch gefallen. Falls ihr Serien außerhalb der Norm sucht, kann ich immer wieder Independentpublisher wie Avatar, Dark Horse, Image, Boom, Dynamite und so weiter empfehlen. Viele Serien spielen in ihrem eigenen Universum, was eine Menge mehr Freiheit bedeutet, als wir es von Marvel und DC gewohnt sind, wo sich die Superhelden praktisch auf die Füße treten. Ich mag zwar Team-Ups, aber auch kreative Freiheit und während es bei Marvel heißt: "Du kannst New York nicht zerstören! Da leben 95% unserer Charaktere!", heißt es woanders: "Mach doch, was du willst!"

Bis dahin,

Thomas.

Freitag, 6. Juni 2014

Die wunderschöne Welt der Horrorcomics - Teil 3

Wieder mal habe ich ein paar interessante Comics zum vorstellen und weil es diesmal so viele sind, fange ich besser gleich mit einem Titel an, mit dem ich schon sehr positive Erfahrungen sammeln konnte. (Da die hier besprochenen Titel noch nicht in Deutscheland erschienen sind, schreibe ich nur die amerikanischen Herausgeber hinter die Titel, anstatt jedes Mal darauf hinzuweisen.)

Hellraiser: (Boom)
Der Titel sagt euch was, oder? Ich denke, jeder Horrorfan kennt das Nadelkissen auf zwei Beinen, welches von Fans liebevoll Pinhead getauft wurde, aber ursprünglich Priest hieß. Hellraiser-Schöpfer Clive Barker verwendet in der ausgezeichneten Comicserie auch wieder den eigentlichen Namen seiner Figur. Richtig gelesen. Hier legte der Meister noch selber Hand an und schrieb eine grandiose, wirklich spannende Fortsetzung, welche besonders Fans der ersten zwei Filme gefallen dürfte. In jenen ging es darum, dass Wesen aus der Hölle, sogenannte Zenobiten, durch ein Artefakt hervorgerufen auf der Erde erscheinen und Forschungen in Sachen menschliches Leid anstellen. Im ersten Teil, bei dem Barker auch Regie führte, entkam ihnen eines ihrer Opfer und brauchte menschliches Blut, um wieder völlog genesen zu können. Im zweiten war die Heldin Kirsty des ersten Teils in der Irrenanstalt eingeliefert worden, jedoch blieben ihr die Zenobiten dicht auf den Fersen. Die Handlung der Comics: Mit Hilfe mehrerer Menschen, die schon Erfahrung mit den Zenobiten haben, nimmt Kirsty den Kampf gegen die Wesen auf, jedoch kommt es dabei zu vielen überraschenden Wendungen. Auch bekommt der Leser einen ganz neuen Blickwinkel auf die Zenobiten geboten und (Achtung! Spoiler!), wenn Pinhead und Kirsty plötzlich die Rollen tauschen, wird es richtig interessant. Leider folgte auf diese tolle Serie ein schwacher Nachfolger mit dem Titel "The dark watch". Ein Pinhead-Klon mit Monokel, der labert wie Spider-Man? Man merkte, dass Barker plötzlich nicht mehr selber die Feder schwang und diese Serie kann ich wirklich nicht empfehlen.
Ab August erscheint dann die neue Miniserie "Bestiary". Vielleicht kann diese wieder überzeugen. Wenn ihr auf den Titel klickt, führt euch der Link zu einer Seite, auf welcher ihr euch einen Eindruck von den Titelbildern machen könnt.


Afterlife with Archie: (Archie Comics)
Inwiefern die Leute hierzulande mit Archie vertraut sind, kann ich nicht sagen. Die Figur existiert seit 1941 und wirkt praktisch wie ein Peter Parker ohne Superkräfte. Ein Teenager mit Mädchenproblemen, oft knapp bei Kasse und dauernd in Schwierigkeiten. Mit den Jahren gab es lauter Spin-Off Serien und die Figur "Sabrina" bekam sogar eine eigene Realserie. Ja, genau. Es handelt sich dabei um die blonde Hexe, gespielt von Melissa Joan Hart.
Hierbei handelt es sich um Comics, die für Kinder, wie auch Jugendliche und Erwachsene geeignet sind. Als die Serie "Afterlife with Archie" angekündigt wurde und es hieß, dass es darin um Zombies gehen soll, gab es erst einmal Hohn und Spott. Keiner glaubte an einen Erfolg, die meisten eher an einen Aprilscherz.
Bis die erste Ausgabe kam. Roberto Aguirre-Sacasa schreibt eine überraschend düstere Horrorserie, die wirklich nichts für Kinder ist. Hinzu kommen die genialen Zeichnungen von Francesco Francavilla. Inzwischen wird die Serie mit guten Kritiken überhäuft und ist ein Muss für Fans guter Horrorcomics. Von Vorteil dürfte es sein, sich mit den Figuren auszukennen, denn so hat der Leser schneller einen Bezug zu ihnen. Sollte man jedoch noch nie ein Heft von "Archie" in den Händen gehalten haben (Das einzige, welches ich besitze ist "Archie meets The Punisher"... Ja, das gibt es wirklich!), kann man immer noch den tollen Erzählstil und die grandiosen Bilder bewundern.
Dank des Erfolgs wurde nun auch eine weitere Horrorserie aus dem Hause Archie angekündigt und die klingt sogar einen Ticken interessanter: "Chilling adventures of Sabrina" ist in den 60ern angesiedelt und erzählt von der Teenagerhexe, die ihre Kräfte entdeckt und in ihren Abenteuern auf Gleichgesinnte, wie andere Wesen trifft. Auch hier lohnt sich ein Blick auf die Cover, welche bereits beste Horrorunterhaltung versprechen.

The other dead: (IDW)
Und wieder ein Zombiecomic, das sich positiv von der Masse abhebt. In einer sechsteiligen Miniserie erzählt "The other dead" davon, was passiert wenn Tiere von den Toten auferstehen und wirkt damit frischer und unverbrauchter als viele andere Zombietitel. Denn Tiere gibt es in allerlei Größen, wodurch sie in Häuser eindringen können, welche den Menschen bereits unzugänglich gemacht wurden. Untote Vögel, können von oben angreifen und so weiter und sofort.
Die Story mag simpel wirken, ist aber spannend erzählt. Ein paar junge Männer verhauen sich bei einer Beschwörung und erwecken damit die toten Tiere zum Leben. Bis hier hin verläuft es wie eine richtig gute Horrorserie. Als dann aber Präsident Obama eine der Hauptrollen spielt und sich mit Überlebenden durch Horden von Wildtieren, Hunden und Krokodilen schlägt, bekommt es einen leichten Trashfaktor, was dem Spaß keinen Abbruch tut.
Zu Beginn wirkt die Geschichte noch richtig bedrohlich und bietet tolle Horrorstimmung, doch ab der Hälfte wird stark auf Action gesetzt. Eigentlich nicht weiter schlimm, aber es hätte noch viel besser sein können, wenn das Autorenteam Joshua Ortega und Digger T. Mesch ihren Stil beibehalten hätten. Die Zeichnungen von Quing Ping Mui (Ich denke mir diese Namen wirklich nicht aus!) sind allerdings ein wahrer Augenschmaus. Was etwas auf der Strecke bleibt sind die Charaktere. Da wäre noch viel mehr drin gewesen, hätten die Autoren mehr Wert auf ihre Entwicklungen und das Zwischenmenschliche gelegt. So bleibt eine sehr gute erste Hälfte und eine zweite, die immer noch Spaß macht. Das Ende mag dann etwas plötzlich wirken, jedoch wird im letzten Heft auch eine Fortsetzung für Herbst 2014 angekündigt und das Schlussbild sorgt dabei für leichtes Schmunzeln.

Chaos: (Dynamite)
Stellt euch vor, ihr betretet einen Raum, in dem ihr niemanden kennt und alle sich über Dinge unterhalten, die ihr nur zur Hälfte versteht. So ungefähr dürfte es Leuten gehen, die noch nie etwas mit Chaos! Comics zu tun hatten. In den 90er Jahren waren sie mit ihren Horrorhelden recht erfolgreich, mussten dann aber Insolvenz anmelden und inzwischen liegen die Rechte an den Figuren bei Dynamite. Nur der Charakter Lady Death gehört Boundless Comics und kann nicht verwendet werden. Ansonsten sind die großen Namen bereits in der ersten Ausgabe einer sechsteiligen Miniserie vereint. Und obwohl ich damals fast alles von Chaos! gelesen habe, fiel mir der Einstieg schwer.  Als kompletter Neuling dürfte man es noch schwerer haben und hier zu erklären, wer all die Figuren sind, würde auch den Rahmen sprengen, deswegen versuche ich mich kurz und knapp zu fassen: Der lebende Tote Evil Ernie will die Menschheit vernichten und eine Gruppe Jugendlicher mit dämonischen Kräften, welche eigentlich hinter einer Vampirgöttin her waren, versucht ihn aufhalten. Jetzt könnte ich noch die Vampirgöttin Purgatoy und die Blutsaugerin Chastity erwähnen, welche ebenfalls zu den alten Recken gehören, aber deren Rollen sind mir noch nicht ganz klar. Wie gesagt, das Heft ist recht verwirrend. Ob man sich nun mit den Figuren auskennt oder nicht. Als Altfan denke darüber nach, mir das Paperback mit der gesamten Miniserie zu holen, wenn es erscheint. Andererseits fühle ich mich etwas zu alt für ein kunterbuntes Horrorcomic, das scheinbar für Teenager konzipiert ist. Geschrieben wird dieses Chaos von Tim "Hack/Slash" Seeley und gezeichnet von Mirka Andolfo.

Vampirella: (Dynamite)
Vampirella ist diese Comicserie, die man nicht in der Öffentlichkeit lesen möchte. Sei es wegen dem etwas schusseligen Namen oder wegen der Titelheldin, welche aussieht, als hätte sie sich Borats Badeanzug in rot gekauft. Dahinter verbirgt sich jedoch eine langlebige Horrorserie um eine Vampirin vom Planeten Drakulon, wo (In der Ursprungsgeschichte) das Blut knapp wurde. Nachdem ein Raumschiff der Erde auf Drakulon abstürzt und Vampirella in den Adern des Piloten Blut entdeckt, reist sie zu unserem allseits beliebtem Heimatplaneten, wo sie jedoch als "guter" Vampir gegen andere Monster kämpft.
Klingt verrückt? Kein Wunder. Die Figur wurde 1969 von Forest J. Ackerman für Harris Comics ins Leben gerufen. LSD war damals im kommen, eine Band namens Earth benannte sich in Black Sabbath um und die Manson-Familie tötete Sharon Tate. Vampirellas verrückte Geschichte passt also perfekt in die Zeit, in welcher bewusstseinerweiternde Drogen und düstere Themen in waren.
Bisher bin ich nicht wirklich mit ihr warm geworden. Es gab ganz nette Ausgaben, aber wirklich gepackt hat mich die Serie nie. Bis jetzt! Dynamite veröffentlicht Vampi schon seit ein paar Jahren, startete jetzt aber mit einer neuen Nummer 1, geschrieben von der Horrorautorin Nancy A. Collins, deren Erstausgabe düster, spannend und voller unerwarteter Wendungen ist. Wie schon bei "Chaos" (Wozu es hier anscheinend einen leichten Bezug gibt, wenn man genau hinsieht...) braucht man gewisse Vorkenntnisse, aber ich bin auch nicht wirklich mit Vampi vertraut und wurde bestens unterhalten. Eigentlich wollte ich nur einen Blick riskieren, bin jetzt aber gespannt wie es weiter geht, mit der Heldin, dem Orden des Chaos (Nur einer, der erkennbaren Bezüge!) und Vampis Feinden. Tatsächlich möchte ich hier gar nicht zu viel verraten, deswegen nur eine knappe Inhaltsangabe: Vampirella arbeitet inzwischen im Auftrag des Vatikan und soll ein entführtes Mädchen befreien, doch es läuft alles anders als gedacht und am Ende steckt unsere Heldin in ernsthaften Schwierigkeiten, als eine alte Gottheit droht, ihren Körper als Gefäß zu verwenden und Freunde plötzlich zu Feinden werden.

Puh, das war eine Menge Input. Weil es aber noch weitere interessante Titel gibt, die ich vorstellen möchte, welche jedoch nicht unbedingt im Horrorgenre spielen, komme ich bald mit einem weiteren Beitrag um die Ecke und stelle ein paar Comics vor, die sich nicht so einfach in eine Schublade stecken lassen. So sehr ich Superhelden auch mag, sie kriegen schon genug Aufmerksamkeit. Auf diesem Blog möchte ich immer wieder einen Blick über den Tellerrand wagen. Ich hoffe, es hat euch Spaß gemacht und vielleicht haltet ihr nach der einen oder anderen Serie Ausschau.

Bis dahin,

 Thomas.