Sonntag, 7. Dezember 2014

Mein Romantagebuch Teil 1 (Oder: Das Ninja-Projekt Teil 1)

Hallo zusammen und willkommen zum ersten Teil meines Romantagebuchs.

In unregelmäßigen Abständen möchte ich euch auf dem Laufenden halten, wie es mit meinem Romandebut vorangeht. Egal ob gute oder schlechte Zeiten, ich versuche so unterhaltsam wie möglich zu schreiben und euch einen Einblick in die Entstehung des Buchs, wie in meine Arbeit zu geben. Und euch nicht voll zu jammern ;-)
Wenn ich schreien will gehe ich in den Garten oder renne im Kreis, bis mir schwindelig wird. 
Ich will ganz ehrlich sein: Ich habe selber keine Ahnung, was das hier wird, denn noch habe ich mit dem Schreiben meines Erstlingswerks nicht angefangen. Das heißt: Hab ich schon, aber nach einer Überarbeitung des Plots, der Charaktere und so weiter, kann ich die paar Seiten wieder in die Tonne kloppen.
Warum ich dieses Tagebuch aber führen möchte?
Natürlich wird es nicht so einfach über meinen Roman zu schreiben, ohne zu viel zu verraten. So viel sei aber gesagt: Es wird eine wilde Mischung aus Horror und Dark Fantasy.
Falls ihr selber schon mal einen Roman geschrieben habt, findet ihr euch in meinen Texten vielleicht wieder, habt Anmerkungen, Tipps oder ähnliches, die ihr gerne hier in den Kommentaren oder auf meiner Facebookseite posten dürft.Oder ihr steht auch mit einem Werk in den Startlöchern. Oder ihr plant etwas in der Art. Ich hoffe jedenfalls, meine Erfahrungen mit euch teilen zu können.
Fangen wir also an.

Am Anfang war die Idee ...

Und wo ich diese her habe, weiß ich nicht mehr. Wirklich nicht. Ich schleppe den Plot, die Figuren und alles andere seit vier Jahren mit mir herum, habe bereits mehrmals angefangen und wieder aufgegeben. Aus den verschiedensten Gründen.

- Zweifel am Plot:
Eine Kurzgeschichte ist mal mehr, mal weniger schwer, aber im Grunde schreibt man nur ein paar Tage oder Wochen daran. Ein Roman kann Monate oder Jahre in Anspruch nehmen und braucht mehr Vorbereitung als eine kurze Erzählung. Ich wusste nicht, ob mich diese Story lange genug packen kann, dass ich so lange an ihr schreiben kann und wenn ich schon keine Lust habe das zu tun, warum sollte der Leser sie dann lesen wollen? In den letzten Monaten hat sich die Geschichte immer weiter von ihrem ursprünglichen Aussehen entfernt. Es kamen lauter phantastische Elemente hinzu, die ich erklären musste, aber nicht konnte. Bis ich mich dazu entschlossen habe, dass ein Großteil des Romans in einer erfundenen Welt spielt. Einer, in der Fabelwesen durch's Bild marschieren können, ohne, dass jemand aufspringt und schreit: "Schaut! Diese grässliche Kreatur! Wo kommt die denn her?"
Sondern: "Schaut! Diese grässliche Kreatur! Die schuldet mir noch 5 Euro."

- Zweifel an der Protagonistin:
Die Heldin meines Romans heißt Wendy und ist eine Figur, über die ich unbedingt schreiben möchte, aber ich konnte es die vier Jahre nicht, weil ich aus irgendeinem Grund nicht von ihr überzeugt war. Der gesamte Rest blühte auf. Ich habe mir haufenweise Notizen gemacht, aber eine Geschichte steht und fällt mit ihren Charakteren. Und ich hatte immer das Gefühl, dass Wendy nicht realistisch genug ist. Hier war das gleiche Problem wie weiter oben: Wenn ich nicht an sie glaube, wie soll es dann der Leser tun? Trotzdem wollte ich sie nicht verändern oder ersetzen. Sie sollte bleiben, wie sie ist und obwohl ich plane Anfang nächsten Jahres mit dem Schreiben an ... Oh, ich möchte den Titel noch nicht verraten ... Nennen wir es einfach das Ninja-Projekt. Ihr werdet merken, so dumm ist das gar nicht ;-)
Also, ich möchte im Januar mit etwas Verspätung beginnen am Ninja-Projekt zu schreiben. Und das, obwohl ich lange Zeit an meiner Hauptfigur gezweifelt habe. Aber gestern kam mir die rettende Idee. Es ist nicht die Figur, die ich ändern muss, sondern ihr Umfeld.
Manchmal sieht man als Autor den Wald vor lauter Bäumen nicht und da wir bekanntlich oft eigenbrötlerisch sind und keine Hilfe hinzuziehen, obwohl wir das manchmal müssen, dauert es dann eben etwas länger.
Das Ninja-Projekt hat also endlich seine endgültige Form gefunden. Ich bin mit allem rundum zufrieden und hoffe, dass die Leser meiner Kurzgeschichten auch mein erstes, großes Werk mögen werden. Es sollen nämlich noch weitere folgen.

Die Ideen stehen praktisch Schlange. Ich habe bereits einige Kurzgeschichten veröffentlicht. Es fällt mir immer schwerer mich so kurz zu fassen und viele Autorenkollegen, die wie ich mit solchen kleinen Erzählungen anfingen, haben bereits einen oder mehrere Romane geschrieben. Es wird Zeit, dass ich das auch tue. Im April habe ich bereits mit einer Idee begonnen und mich selten so frei gefühlt. Es gibt keine maximale Seitenanzahl zu beachten, ich konnte aus mir herausgehen wie nie zuvor. Aber es war nicht die Geschichte, die ich jetzt sofort schreiben wollte. Das Ninja-Projekt wartete schon etwas länger und ließ mich deswegen nicht los.

Jetzt ist es also endlich so weit und ich bin gespannt, wie sich alles entwickeln wird, denn jede Handlung, ob Kurzgeschichte, Novelle oder Roman erwacht irgendwann zum Leben und wir Autoren schauen nur noch zu, anstatt zu lenken. Jetzt also schon zu viel zu verraten würde nichts bringen, denn vielleicht kommt alles ganz anders, als ich es mir gedacht habe. Und das macht es so spannend.

Bis dahin,

Thomas.