Mittwoch, 23. Dezember 2015

Ghostreader: Geistertürchen 2015 - 23. Türchen

Auch dieses Jahrhabe ich wieder beim Adventskalendar von Projekt Ghostreader teilgenommen und es hat mir sehr viel Spaß gemacht, mir eine Geschichte auszudenken und zu schreiben. Die Idee für 2016 steht bereits fest. Für dieses Jahr sind sogar mehrere Weihnachtsgeschichten geplant.

Die Illustrationen zu "Abschied von Julia" stammen von meiner Frau. 

Ich wünsche euch allen viel Spaß beim Lesen und schöne Feiertage!



Ghostreader: Geistertürchen 2015 - 23. Türchen: Schon letztes Jahr war Thomas Williams ein Teil des Adventskalenders und er war so begeistert, dass er gerne wieder teilnahm. Korrektur,...

Freitag, 18. Dezember 2015

Meine Bestenlisten 2015: Comics

Das Jahr geht zu Ende und wahrscheinlich blickt jeder auf die vergangenen zwölf Monate zurück, um noch einmal drüber nachzudenken, ob es ein gutes oder ein schlechtes Jahr war. 2015 hatte Höhen und Tiefen. Private Details gehören aber weder hierher, noch irgendwo anders ins Internet , deswegen habe ich gedacht, ich mache mich nützlich und stelle euch nach und nach meine Highlights in Sachen Comics, Bücher und Filme vor. Vielleicht kennt ihr das eine oder andere Machwerk, stimmt mir zu oder schreit den Bildschirm an, was ich mir eigentlich einbilde, so etwas zu empfehlen. Oder ihr entdeckt etwas Neues für euch, stimmt mir hinterher zu oder schreit den Bildschirm an, was ... Na, ihr wisst schon.

Kommen wir zuallererst zu meinen fünf Comichighlights im Jahr 2015. Soweit ich weiß, sind die Serien noch nicht in Deutschland erschienen, aber Panini Comics haut hier so ziemlich alles raus, was nicht bei drei auf den Bäumen ist. Ich wette, dass es hier und da nur ein paar Monate dauern wird, bis die Serie auf Deutsch erscheint. Wer Englisch kann, ist also vorerst im Vorteil.

Army of darkness: Ash in Space (Dynamite Comics)

Die "Army of darkness" Comics pendeln zwischen Blödsinn und netter Unterhaltung. "Ash in space" von Cullen Bunn macht aber richtig Spaß. Zwar hat man alles schon mal gesehen, Bunn verpackt es aber auf geschickte Art und Weise neu. Hinzu kommen nicht nur Anspielungen auf die Filme um Ash, sondern auch auf bekannte SciFi-Klassiker.
Kein Blödsinn. Auch keine gute Unterhaltung. Sondern beste Unterhaltung!

Harrow County (Dark Horse)

Wieder Cullen Bunn. Es ist leichter die Titel aufzuzählen, die er nicht schreibt, als jene, die er tatsächlich schreibt. Seine Arbeiten für Marvel und DC sind ganz gut, wirklich genial finde ich aber seine eigenständigen Serien. Die Miniserie "Remains" ist wahnsinnig düster und ich hatte lange auf neuen, ähnlichen Stoff von ihm gehofft. "Harrow County" ist zwar ein ganz klein wenig harmloser, bietet aber so viele groteske Ideen, dass selbst hartgesottene Horrorfans immer wieder auf ihre Kosten kommen.
Die Geschichte erzählt von einem Mädchen, das erfahren muss, dass sie eine wiedergeborene Hexe ist. Diese wurde von einem Mob umgebracht und hat viele Beziehungen zu Monstern und Dämonen, die in den umliegenden Wäldern leben. Zwar ist ihr wiedergeborenes Ich eine vollkommen andere Person,  ein paar der Monster scheinen aber noch eine alte Rechnung mit dem alten Ich der Serienheldin offen zu haben.

Carnage (Marvel)

Okay, hier muss ich etwas weiter ausholen. Carnage ist ein Gegner von Spider-Man. Ein Ableger von seinem bekannteren Gegner Venom (Siehe "Spider-Man 3"). Unter dem lebenden Kostüm steckt der Serienmörder Cletus Kasidy, der nach mehreren Miniserien und One-Shots nun eine eigene, monatliche Serie bekommen hat. Die Idee um einen Serienmörder mit einem Kostüm, das er als Waffe nutzen kann, gefiel mir schon immer, aber Carnage wirkte leider jahrelang recht lächerlich. Vielleicht konnte sein Potenzial in den Spider-Man Comics nicht voll ausgeschöpft werden. Außerhalb dieser war er nämlich immer ziemlich düster und brutal. So auch jetzt!
Zuerst dachte ich bei Gerry Conways monatlicher Serie an Ridley Scotts Film "Alien". Eine Gruppe Söldner soll Carnage ausschalten, doch dabei kommt es zur Katastrophe und sie fallen in ein unterirdisches Tunnelsystem, in dem sie von dem Monster gejagt werden, statt umgekehrt. Conway hat sein Versprechen übernatürliche Marvelfiguren von früher auftreten zu lassen, bereits eingehalten und die Previews auf die nächsten Ausgaben erinnern mich positiv an die "Evil Ernie" Comics von Chaos! Comics. (Ein kleiner Verlag, den es inzwischen nicht mehr gibt. Die "Helden" waren allesamt Monster oder Anti-Helden. Oftmals trashig, aber auch sehr unterhaltsam.) Evil Ernie war ein Zombie, der andere Zombies erschaffen konnte und die Menschheit ausrotten wollte. Und daran denke ich bei Carnage. Wie früher folgen wir einem Mörder und schämen uns, ihn zu feiern. Ich habe lange auf eine änliche Serie wie "Evil Ernie" gewartet. Das Reboot bei Dynamite Comics hat mich leider maßlos enttäuscht. Jetzt hoffe ich nur, dass "Carnage" nicht allzu früh wieder eingestellt wird, denn besonders langlebig sind Serien um Schurken leider nicht.

Aliens/Vampirella (Dark Horse/Dynamite)

Ja, genau" Die Aliens und die Vampirella treffen aufeinander. Die Xenomorphe, die Sigourney Weaver viermal das Leben schwer gemacht haben, treffen nun auf die Vampirbraut vom Planeten Drakulon. Klingt abgefahren und macht tierisch Spaß!
In einem verborgenen Höhlensystem unter der Marsoberfläche stoßen Wissenschaftler auf Relikte einer Vampirrasse und die allseits beliebten Aliens. Vampirella soll helfen und steht bald zwischen allen Fronten. Die Menschen trauen ihr nicht, die Aliens wollen sowieso alle vernichten und dann sind da noch diese uralten Vampire, mit ihren undurchsichtigen Machenschaften. Ehrlich. Leute. Das ist das beste Comic Crossover seit langer Zeit!

Bloodshot: Reborn (Valiant)

Kein Horror, aber trotzdem megageil und eines meiner monatlichen Highlights.
Weiter oben erwähnte ich, dass ich Cullen Bunn lieber eigenständig, als bei lizenzierten Titeln mag. Mit dem Autoren von "Bloodshot: Reborn" Jeff Lemire verhält es sich genau umgekehrt. Sein "Animal Man" für DC war der Hammer und eine waschechte Horrorserie, was der Titel nicht vermuten lässt.
Nächstes Jahr schreibt er Marvels schizophrenen Anti-Helden "Moon Knight", worauf ich mich wahnsinnig freue. Lemires eigenständige Serien finde ich allerdings immer wieder recht belanglos.
Egal, kommen wir zu Bloodshot. Ein Charakter aus den 90ern, der mitsamt seinem Verlag Valiant Comics lange von der Bildfläche verschwand.
Inzwischen haut Valiant einen Geheimtipp nach dem anderen raus und "Bloodshot: Reborn" ist der Nachfolger zu Duane Swierczynskis "Bloodshot" Serie. Ich muss zugeben, dass ich diese (noch) nicht kenne, aber das ist auch nicht nötig, um Lemires Run zu verstehen.
Bloodshot ist eine Killermaschine. Von der Regierung erschaffen und dank Nanomaschinen praktisch unsterblich. Früher war er mal ein Mensch, doch an dieses Leben erinnert er sich nicht mehr.
In "Reborn" hat er jedoch keine Nanomaschinen mehr in seinem Blut. Die stecken in den Körpern anderer Menschen, die teilweise Amok laufen. Bloodshot versucht sie aufzuhalten, was auch bedeutet, die Nanomaschinen nach und nach wieder aufzunehmen und wieder zur Maschine zu werden. Das gleiche Ziel verfolgt auch ein Serienmörder, der ihm immer wieder einen Schritt voraus ist.
"Bloodshot: Reborn" ist eine echt abgefahrene Mischung aus Noir Thriller und Road Movie.

Das waren also meine fünf Highlights in Sachen Comics für dieses Jahr. Ich hoffe, ich habe euch etwas neugierig machen können. Natürlich könnte ich auf jede Serie noch weiter eingehen, aber das würde den Rahmen sprengen und ich will auch nicht zu viel verraten.

Nächstes Mal geht es weiter mit meinen fünf Filmhighlights 2015.

Bis dahin,

Thomas. 

Dienstag, 15. Dezember 2015

Jan und Phil sind endlich da

Gestern war es endlich so weit. Meine Novelle "Die grausigen Abenteuer von Jan und Phils Kopf" hat das Licht der Welt erblickt und ist ab sofort als Taschenbuch bei Amazon zu haben.
Über den langen, beschwerlichen Weg, den meine beiden Titelhelden hinter sich haben, habe ich in meinem letzten Post geschrieben.
Warum ich mich aber dazu entschlossen habe, die Geschichte als Selfpublisher zu veröffentlichen und nicht einem Verlag anzubieten, habe ich noch gar nicht erklärt.

Anfangs war die Novelle für einen Verlag geplant gewesen. Ich hatte bereits einen ins Auge gefasst und möchte an dieser Stelle betonen, dass ich bisher nur gute Erfahrungen mit Verlagen und Lektoraten gemacht habe. Es ist nie böses Blut geflossen, es gab keine inhaltlichen Änderungen oder so. Ich hatte immer Narrenfreiheit und habe dank Verlegern und Lektoren eine ganze Menge gelernt.
"Die grausigen Abenteuer von Jan und Phils Kopf" ist jedoch kein ganz einfaches Werk. Zumindest für mich nicht.
Ich habe lange dran geschrieben, obwohl es nur etwas mehr als 120 Seiten geworden sind. Die Geschichte um einen halluzinierenden Helden, der glaubt auserwählt zu sein, die lebenden Toten bekämpfen, erwies sich als schwer umsetzbar. Ich wusste oft nicht, ob ich vielleicht zu weit gehe, was die verrückten Trugbilder und den schwarzen Humor betrifft. Meine Testleser waren allerdings begeistert und ich hoffe, dass das auch die Käufer betrifft.

Ich entschloss mich, es zu riskieren und die Geschichte auf eigene Faust zu veröffentlichen. In Benjamin Ressel fand ich einen tollen Lektor, der mich immer wieder unterstützt hat und mit dem ich auch weiterhin zusammenarbeiten möchte, wenn ich wieder mal das Abenteuer Selfpublisher wage. Und ich werde auch wieder an Verlage herantreten. Es gibt genug Ausschreibungen, denen ich nicht widerstehen kann und Ideen, die verwirklicht werden wollen.

Jan und Phil sind ein echtes Wagnis für mich gewesen. Eine Zombiegeschichte, die sich von allen anderen abheben soll. Und auch sonst vieles anders macht, als andere Geschichten. Trotzdem bin ich sehr stolz auf mein Werk, sonst wäre es in der Schublade gelandet. Und dafür steckt zu viel harte Arbeit drin.


Mittwoch, 18. November 2015

Die lange Reise von Jan und Phils Kopf

Wann genau ich die Idee zu meiner Novelle "Die grausigen Abenteuer von Jan und Phils Kopf" hatte, weiß ich nicht mehr. Aber ich erinnere mich, wie ich drauf gekommen bin.

Es ist drei oder vier Jahre, dass für eine Ausschreibung Zombiegeschichten für Jugendliche gesucht wurden. Die Idee zu Jan und Phils Abenteuern war sehr schnell geboren, es fiel mir aber schwer den richtigen Ton zu finden. Mal war es zu düster, dann wieder zu albern. Schließlich konnte ich nicht auf die Pauke hauen wie sonst. Ich sah böse Briefe erboster Eltern ins Haus flattern. Und dann wieder junge Leser, die sich nicht ernst genommen fühlen. Und schließlich wollte ich es beiden Seiten recht machen.
Die Handlung war damals noch eine völlig andere und so genau erinnere ich mich nicht einmal mehr an sie. Es hatte mit Aliens und Zombies zu tun. Jan und Phil waren selber noch Kinder (Und da fingen die Probleme an. Kann ich in einer Geschichte für junge Leser einem Jungen den Kopf abtrennen, auch, wenn dieser nicht tot bleibt? Kann ich überhaupt in einer Geschichte für junge Leser einem Charakter den Kopf abtrennen???) Über die Jahre hinweg haben Jan und Phil so viele verschiedene Versionen von sich selber durchleben müssen, dass mir die meisten schon längst entfallen sind.

Die Ausschreibung wurde irgendwann überraschend eingestampft und meine Idee lag erst einmal auf Eis. Nicht weiter schlimm, da ich ohnehin Schwierigkeiten hatte die Geschichte zu schreiben.

Aber Jan und Phil waren hartnäckig. Müssen sie auch sein, in einer Welt voller Zombies und Verrückten. Sie blieben immer in meinem Hinterkopf, machten weitere Wandlungen durch, aber nie wollte mir eine gut genug gefallen. Ich hatte nicht mehr das Problem, den richtigen Ton finden zu müssen, da die Geschichte nun für Erwachsene gedacht war. Ich wollte aber, dass sich meine Geschichte von der Masse abhebt.
Denn seien wir ehrlich: Zombies sind schon längst Mainstream. Es gibt mehrere TV-Serien, unzählige Comics, Videospiele und Filme, in denen sie vorkommen. Ich mochte sie ja schon immer, aber warum, zum Henker, sollte ich auch noch eine Geschichte zu dem Thema schreiben? In meinem ganzen Leben bin ich keinem Trend gefolgt.
Und wieso sollte sie jemand lesen? Der Markt wird doch geradezu von ihnen gefressen (Ha, ha, ha! Versteht ihr? Gefressen! ... Okay, ich mach dann mal weiter.) Warum noch eine Novelle veröffentlichen? Was unterscheidet sie von all den anderen Geschichten?

Nun, gute Zombiegeschichten konzentrieren sich nicht ausschließlich auf die Untoten.
Es lässt sich so viel mit Zombies anstellen, man darf sie nur nicht zu sehr in den Vordergrund stellen, sondern muss Wert auf Handlung und Charaktere legen. Die Untoten sind der Zuckerguss auf dem Kuchen, aber die anderen Zutaten sind viel wichtiger. Und solch eine Geschichte wollte ich erzählen. Um ehrlich zu sein, hatte ich bei manchen Versionen der Novelle Schwierigkeiten ie Zombies überhaupt einzubauen.

Worum geht es also in meiner Novelle? Damit ihr wisst, was euch erwartet und euch vorab davon überzeugen könnt, ob ich es geschafft habe mich von all den anderen Geschichten abzuheben, hier der Klappentext:

"Jahrelang halluzinierte Jan von lebenden Toten und als sie sich schließlich erheben, glaubt er, auserwählt zu sein, sie zu bekämpfen. Doch schon bald stellen sie sich als die geringste Bedrohung heraus. Eine Weltuntergangssekte sieht sich in der Verantwortung. die Menschheit neu zu erschaffen. Begleitet von Hirngespinsten und dem vorlauten Kopf seines besten Freundes Phil zieht Jan in den Kampf."

Erscheinen wird die Novelle noch dieses Jahr. Dann hat der lange Weg von Jan und Phils Kopf endlich ein Ende. Und das Abenteuer kann beginnen.

Bis dahin,

Thomas. 

Donnerstag, 29. Oktober 2015

Autor, bleib bei deinem Genre!

Ein paar wenige Auserwählte haben bereits den Anfang meines Romans lesen dürfen und verlangen nach mehr. Und in meinen Schreibguppen auf Facebook werde ich nicht müde zu erwähnen, dass ich begeistert daran arbeite.
Warum kommt das Ding dann nicht aus dem Quark?
Ständig sitze ich vorm Laptop, starre das offene Dokument an und schreie: "Jetzt tu doch mal was! Gib Hackengas!"
Ich trage die Story doch schon seit Jahren mit mir herum, habe Ideen, ein fast vollgeschriebenes Notizbuch allein für diese Geschichte und die Handlung von Anfang bis Ende im Kopf, bzw. vor Augen.

In der Zwischenzeit habe ich mehrere Kurzgeschichten und eine Novelle geschrieben. Den Roman schob ich immer wieder vor mir her, obwohl meine Testleser meinten, dass ich unbedingt weiterschreiben soll. Das hat mich natürlich motiviert und ich schrieb auch weiter.
Um dann wieder zu pausieren.

Inzwischen weiß ich auch, warum es so schleppend voran geht. Das verdammte Ding ist Fantasy! Kein Horror! Seit einer gefühlten Ewigkeit schreibe ich einen Fantasyroman!
Als mir das bewusst wurde, musste ich erst mal duschen gehen und meinen Laptop, sowie den USB-Stick exorzieren.
Okay, das war natürlich übertrieben ausgedrückt, aber ich bin Horrorautor, also kann man von mir auch einen Horrorroman erwarten, oder? Ich mache kein Geheimnis daraus, dass ich Fantasy nicht allzu sehr mag. Mein bisher geschriebener Roman ist somit also auch ein hervorragendes Beispiel, dass es schwer ist ein Genre zu bedienen, in dem man sich nicht wohlfühlt.

In meinem Freundeskreis sind herzlich wenig Horrorfans, deswegen kam schon mehrmals die Frage, ob ich nicht mal Fantasy oder Thriller oder etwas in der Art schreiben könnte. (Oder eine Liebesgeschichte... Ihr hättet meinen Gesichtsausdruck sehen sollen. Und die zertrümmerte Inneneinrichtung, die ich hinterlasse habe.)

Nein! Kann ich nicht! Weil es nicht das ist, was ich schreiben will. Ich liebe Horror. Dort bin ich zuhause.
Mein Roman war es aber nicht und das ist etwas, das ich nun in Angriff nehmen werde. Glücklicherweise muss ich nichts an der Handlung ändern, auch die Charaktere bleiben erhalten. Es muss nur alles finsterer werden. Jahrelang habe ich die durchgeknallte, actionlastige Geschichte wie einen Film vor mir gesehen.
Jetzt sehe ich ihn mit ganz anderen Augen. Dreckig, düster und brutal.
...
Durchgeknallt und actionlastig, nicht zu vergessen. Und es ist ein befreiendes Gefühl, denn plötzlich packt mich die gleiche Begeisterung, die ich bei jeder meiner bisher geschriebenen Geschichten gefühlt habe. Während der Arbeit an meinem Roman war sie immer da, schaute sich aber im Wartezimmer lieber die Illustrierten an. Hätte ja mal klopfen können, das olle Ding.

Viele Leser sagten mir, sie würden gerne mal etwas Längeres von mir lesen und ich möchte sie nicht enttäuschen. Wenn dieser Roman fertig ist und erscheint, soll es eine Story sein, wie man sie von mir erwartet und nichts, über das man hinterher sagt: "Da ist ja in meinen Frühstücksflocken mehr Horror."

Wann, wo und wie das Buch denn nun erscheint, weiß ich natürlich noch nicht. Aber ich habe das Gefühl, von einem Sessellift in einen mit Plutonium betriebenen Delorean umgestiegen zu sein, wenn ich daran denke, ihn zu schreiben. Ein gutes Zeichen, wie ich finde.

Bis dahin, Thomas.    

Donnerstag, 27. August 2015

Überraschend guter Höllentrip



Sich nach einem Kultsong zu benennen zeugt nicht gerade von Kreativität, aber das Cover von „Highway to hell“ hat mich neugierig gemacht. Die Figur darauf erinnerte mich an die „Dead Space“ Videospiele, die ich klasse finde. Reinschauen kostet ja nichts, also riskiere ich einen Blick. Und Heureka! Was für ein Fest. Zwei sich abwechselnde Zeichenstile, abgefahrene Monster und jede Menge Splatter.



Moment, worum geht es überhaupt?
Zu viel sollte nicht verraten werden, denn „Highway to hell“ überrascht mit einer tollen Handlung, die aber mehr Spaß macht, desto weniger man über sie weiß. Zwei FBI-Agenten, die es mit ungewöhnlichen Fällen zu tun haben, werden zu einem Tatort beordert. Wer jetzt auf ein Team wie Mulder und Scully hofft, wird enttäuscht. Die zwei männlichen Charaktere geizen weder mit Schimpfwörtern, noch mit Munition. Ihre Vorgehensweise ist sehr direkt und deswegen so unterhaltsam. Auf der Suche nach Verdächtigen stoßen sie auch bald auf den Mann in der Rüstung, den wir schon vom Cover kennen. Und dann …
Tja, dann geht es so richtig los.

Ich weiß, das ist nicht viel, aber mehr möchte ich wirklich nicht verraten. Wer Monster im Stil von „Das Ding aus einer anderen Welt“ mag und nichts gegen eine ordentliche Portion Splatter hat, sollte hier zugreifen. Die Geschichte ist temporeich erzählt und bietet trockenen Humor. Mit 18,99€ ist es nicht gerade billig, da man es ja auch schnell durchgelesen hat, bereut habe ich den Kauf aber zu keiner Sekunde.

Das Skript stammt von Victor Gischler, den ich bereits durch seine Arbeit an Serien wie „Punisher“, „Deadpool“ und „X-Men“ kenne. Außerhalb der Comicwelt schreibt er Noir Thriller und das merkt man der Geschichte auch an. Eigentlich beruht diese auf einer Erzählung von Davide Dileo, denn „Highway to hell“ ist eine Eigenproduktion des italienischen Verlags Panini und eine Zusammenarbeit mit dem Kreativ Studio Italian Job, die manch einer vielleicht dank Videospiele und Animationsfilme kennt. Gezeichnet wurde es von Riccardo Burchielli, der sogar bei „Batman“ Hand anlegen durfte und Francesco Mattina, der für Marvel an Serien wie „Spider-Man 2099“ und „War Machine“ gearbeitet hat.   

Das Ende lässt eine Hintertür für eine Fortsetzung offen. Ich hätte nichts dagegen, noch einen Ausflug in diese Welt zu unternehmen. Aber ob das passieren wird, ist erst einmal fraglich.

Montag, 24. August 2015

Heiliges Sumpffieber!!!

Schon als Kind war ich von Monstern und Ungeheuern begeistert. Bei den Filmen von Ray Harryhausen habe ich nur darauf gewartet, dass Sindbad es endlich mit einem Zyklopen oder der Medusa zu tun bekommt. Die Auftritte dieser Wesen waren mir ehrlich gesagt viel zu schnell vorbei. In meinen Augen sind sie die wahren Helden dieser Filme. Schließlich sind sie auch das Highlight. Ich gucke ja auch nicht "Godzilla", um mir Tokio anzusehen.

Wahrscheinlich bin ich deswegen so begeistert von monströsen Helden wie Thing von den Fantastic Four, dem Hulk, Ghost Rider oder eben Swamp Thing.





Eigentlich war das Ding aus dem Sumpf ein Wissenschaftler namens Alec Holland, der durch einen Anschlag auf sein Labor im Sumpfgebiet mit Chemikalien und Pflanzen und so weiter in Berührung kam und sich verwandelte. Wie der Hulk in der Fernsehserie mit Lou Ferringo und Bill Bixby für den Tod von Vruce Banner verantwortlich gemach wurde, machte man Swamp Thing für den Tod von Holland verantwortlich. Im Gegensatz zu Bruce Banner bleibt Holland übrigens immer in seiner monströsen Gestalt, in der er Pflanzen beherrscht und seinen Körper durch sie immer wieder neu entstehen lassen kann. (Klingt mehr nach Ökostory, als es tatsächlich ist.) 

Erschaffen wurde das Ding aus dem Sumpf 1971 von Len Wein, der übrigens auch Wolverine erdacht hat und dem Zeichner Bernie Wrightson. Es hatte seinen ersten Auftritt in der Ausgabe 92 von House of Secrets. Eine alte Horrorcomicserie, die bei DC Comics erschien. Swamp Thing war so erfolgreich, dass es schnell seine eigene Serie erhielt, die zu Beginn ebenfalls von Len Wein geschrieben wurde. Die Geschichten waren wie die typischen Horrorcomics von damals, erzählten in jedem Heft eine abgeschlossene Geschichte um verrückte Wissenschaftler, Monster und alte Schlösser. Also richtig schön klassischer Stoff. Swamp Thing war zwar der Titelheld, aber Wein legte auch viel Wert auf die Geschichten und Atmosphäre. Dabei wurde das Swamp Thing jedoch nie zu sehr vernachlässigt.  

Nachdem die Serie 1976 eingestellt wurde, schrieb der Comicautor Alan "Watchmen, From Hell" Moore 1982 die Serie The Saga of the Swamp Thing, die für viele noch heute als die beste Version gilt. Moore erschuf in dieser Serie auch den Charakter John Constantine, der wenig später seine eigene Serie erhielt. 1985 wurde die Serie wieder in Swamp Thing umbenannt und 1996 eingestellt.

Unter DCs Label Vertigo, das sich an ältere Leser richtet, wurden noch zwei kurzlebige Serien veröffentlicht, bevor das Wesen 2011 dank Scott "American Vampire, Batman" Snyder und Yanic Paquette wiederbelebt wurde. Inzwischen wurde auch diese Serie eingestellt, aber wie in den Comics ist das Swamp Thing nicht tot zu kriegen und so gab es bereits die Meldung, dass eine neue Serie in Planung ist. Diesmal wieder unter der Obhut vom Schöpfer des Swamp Thing Len Wein persönlich.

Müsste ich hier Empfehlungen geben, welche Serie die beste ist, könnte ich mich nicht entscheiden. Jede hat ihren eigenen Stil. Von den klassischen Anfängen, über recht psychedelische Stimmungen in Saga of the Swamp Thing und den darauf folgenden Heften, bis hin zu knallhartem Horror in den Comics von Scott Snyder. 

Ach, falls euch der Titel  Das Ding aus dem Sumpf bekannt vorkommen sollte:
Wes Craven drehte 1982 den gleichnamigen Film, dem eine Fortsetzung und sogar eine Fernsehserie folgten.






Sonntag, 2. August 2015

Als Freddy, Jason und all die anderen uns noch Angst gemacht haben ...

Der eine oder andere dürfte es schon mitbekommen haben: Ich bin oft ziemlich begeisterungsfähig. Seien es Filme oder Comics. Und das merkt man meinen Geschichten auch an. Mit versteckten Anspielungen oder Hommagen, die allerdings auch wieder so abgeändert sind, dass sie keine 0815-Kopie ergeben, sondern einfach meine Fanliebe beweisen. Wie meine Weihnachtsgeschichte "Santas Dorf der Verdammten", in "Dunkle Seiten 6" vom Twilight-Line-Verlag. Eine Hommage an den Film "The hills have eyes", aber ich wollte nicht einfach Mutanten durch die Wüste hetzen und habe jahrelang überlegt, was ich machen könnte.

Jetzt ist mal wieder ein neuer "Friday the 13th" geplant. Und ein neuer "Texas chainsaw massacre" befindet sich in Arbeit. Und dazu noch ein weiterer "Halloween".
Die Originale habe ich fast alle gerne gesehen. Natürlich hatten diese Serien ihre Höhen und Tiefen. Mit der Zeit waren sie nicht mehr so gruselig wie am Anfang. Man hat nur noch drauf gewartet, dass einer der Killer sich zeigt und tut, wofür er nicht bezahlt wird. Also wurden die Filme witziger. Jason Vorhees latscht in einen Vorspann, der an James Bond erinnert, Freddy Krüger reißt Witze, Leatherface bekommt eine völlig irre Familie und wer könnte das Kettensägenduell mit Dennis Hopper vergessen?

Inzwischen ist fast jede dieser Figuren durch den Wolf gedreht worden. Oder besser: Es wurden Remakes gedreht. Über die kann man denken, wie man will, ich mochte sie nicht. Den neuen "Nightmare on Elm street" habe ich bis heute nicht gesehen. Genausowenig wie "Texas cainsaw massacre 3D".  Die Filme bieten kaum etwas anderes als eine Aneinanderreihung von Morden, anstatt einer vernünftigen Handlung.

"Interessiert doch keinen! Wir wollen Blut und Möpse!", höre ich schon den ersten schreien. Aber wollen wir das immer und immer wieder oder auch mal etwas Abwechslung? Schließlich geben wir Geld aus, um uns die Filme anzusehen (Ja, ich kaufe noch DVDs, CDs und bin gegen Internetpiraterie.). Wieso soll ich mir der Reihe nach Filme kaufen, in denen nichts anderes passiert, als in den vorganggegangenen? Glaubt Hollywood, das Horrorfans sich so leicht abspeisen lassen? Schnell verdientes Geld, schon klar.

Ich mag Horrorfilme mit möglichst wenigen Tricks aus dem Computer. Auch etwas, das immer mehr verloren geht. Genauso wie die Erinnerung an die ersten Teile von "Friday the 13th" und Co., als man tatsächlich noch Blut und Wasser geschwitzt hat und hoffte, dass das Geräusch im Zimmer nebenan doch nur Einbildung war. Wie in Actionfilmen versucht wird sich mit spektakulären Szenen zu übertreffen, versuchen Horrorfilme sich mit Kills zu überbieten. Atmosphäre? Fehlanzeige.
Glaubwürdige Charaktere? Ersetzt durch Blut und Möpse.

Worauf ich eigentlich hinaus will ist, dass es schön wäre, wenn wieder etwas Einsatz für diese Filme gezeigt werden würde. Mit Handlungen, die sich nicht einfach nur darauf konzentrieren, nackte Haut und Kills zu zeigen.
"BLUT UND MÖPSE!"
Ja, ist ja gut.

Als Freddy und Co. erschaffen wurden, sollten sie uns noch Angst machen. Wir hatten keine Ahnung, wer die Jugendlichen im Camp Crystal Lake tötet, was es mit dem maskierten Mann in Texas auf sich hat, wieso Freddy hinter Jugendlichen her ist und auch Chuckys perfider Plan riss uns mit. Apropos Chucky! Meiner Meinung nach ist "Curse of Chucky" einer der besten Slasherbeiträge seit Jahren, da er tatsächlich eine andere Handlung hatte und Fans der alten Filme viele Easter Eggs serviert hat. So sollten die Neuauflagen dieser Serie es angehen und sich auf Charaktere und Handlung konzentrieren. (Da spricht der Autor in mir) Und mittendrin immer wieder fiese Kills bieten. (Da spricht der Fan in mir)

Warum ich das alles hier schreibe? Tja, wie gesagt schreibe ich ab und an mal eine Hommage. Und vielleicht auch mal eine an die Ursprünge von diversen Slasherserien. Mit Atmosphäre, Kills, Blut und Möpsen. Es existiert sogar eine Idee und irgendwann erblickt diese hoffentlich das Licht der Welt. Genauso wie ein würdiges Revival irgendeines Slasherhelden.

Bis dahin,

Thomas.

Sonntag, 24. Mai 2015

Der Tag, an dem ich 25kg Fleisch signiert habe

Den Pfingstsonntag habe ich nicht nur genutzt, um an einer neuen Kurzgeschichte zu schreiben, sondern auch, um 100 Exemplare der Anthologie "Fleisch 2" zu signieren. Eine Aktion, an der fast alle vertretenden Autoren beteiligt sind. Der befürchtete Schreibkrampf blieb aus und es hat tatsächlich richtig Spaß gemacht.
Das Buch enthält meine Geschichte "Pornozismus", sowie Geschichten mehrerer namhafter Autoren wie Bernhard Giersche, Torsten Scheib, Sönke Hansen, Torsten Exter, Piper Marou, Markus Kastenholz und viele andere.





Demnächst werde ich an dieser Stelle auch hoffentlich wieder aktiver sein. Ich komme sehr gut voran, was das Schreiben betrifft. Eine Novelle wartet auf ihre vorerst letzte Überarbeitung, bevor sie an den Herausgeber geht, ein Kurzgeschichte ist so gut wie fertig geschrieben, mein Roman befindet sich weiterhin in Arbeit und so weiter. Außerdem stehen weitere Veröffentlichungen in den Startlöchern, aber dazu mehr, wenn es so weit ist.

Bis dahin,

Thomas. 

Dienstag, 24. März 2015

Das Ninja-Projekt Teil 3: Volldampf voraus!!!



Ist es wirklich über einen Monat her, dass ich an dieser Stelle über meinen Roman geschrieben habe???
Scheint so, aber das heißt nicht, dass ich in der Zwischenzeit untätig war. Ganz im Gegenteil. Es geht mit Riesenschritten vorwärts. Inzwischen sitze ich jeden Tag an meinem Manuskript und muss mich manchmal regelrecht losreißen.
In Gedanken höre ich mich dann in etwa so an: „Nur noch diese eine Szene. Und die noch! Und … Oh, Mann! Ist mir gerade erst eingefallen, aber das muss ich unbedingt sofort umsetzen.“

Weil ich ohnehin ständig schreibe, habe ich mich dazu entschlossen im April wieder bei NaNoWriMo mit zu machen. Der National Novel Writing Month findet dreimal im Jahr statt. Im April, September und November.  Jeder kann sich ein gewünschtes Ziel an Wörtern setzen, die er in diesem Monat schreiben will. Höchstgebot sind normalerweise 50.000.
Ich werde es dieses Mal mit 20.000 bis 30.000 versuchen.

Inzwischen habe ich auch sehr viele Inspirationen für meinen Roman gefunden. Ich schleppe die Idee seit gut vier oder fünf Jahren mit mir herum, habe mehrmals begonnen, wieder aufgehört und ständig was geändert. Irgendwie fügte sich dann endlich alles zusammen und ich sehe die Geschichte bereits vor meinen Augen ablaufen. Immer und immer wieder. Deswegen ist es für mich umso wichtiger, sie endlich auf Papier zu bringen und ihr somit freien Lauf zu lassen. Die Ideen wollen schließlich raus.

Erst heute hatte ich eine Szene im Kopf, die erst viel später im Roman passieren wird. Ich bin noch ziemlich am Anfang, habe ich das Gefühl, doch diese Stelle musste ich ganz einfach schon mal schreiben. Wenn es so weit ist, werde ich sie hoffentlich anpassen und einfügen können, aber da sieht man mal, wie sehr mir die Geschichte in den Hintern piekt.

Viel möchte ich noch nicht verraten, aber einer der Gründe, warum ich so lange gebraucht habe um diese Story endlich zu verwirklichen, dürfte die lange anhaltende Welle an Vampirromanen sein. Ich mag Vampire, aber Trends weniger und ich wollte nicht, dass mein Roman einer von gefühlten hundert wird, die jeden Monat auf dem Buchmarkt landen. Die Konkurrenz ist ohnehin schon gigantisch und ich weiß, dass ich kaum bekannt bin. Bisher wurden schließlich nur Kurzgeschichten von mir veröffentlicht. Es geht aber nicht nur ausschließlich im Vampire, sondern auch um lauter andere Wesen. Fabelwesen, die ihr vielleicht bereits kennt, die ich aber ein klein wenig modifiziere. Es ist eine ziemlich durchgeknallte Mischung aus Horror und Fantasy, mit viel Action, Splatterszenen und dem inzwischen, für meine Geschichten typischen Humor.

Wegen der Vampirwelle musste die Idee aber wohl oder übel noch etwas ruhen, was mir Zeit für viele andere Projekte gab. Los gelassen hat sie mich jedoch nie. Und jetzt ist sie lebendiger als je zuvor. Denn weitere Romanideen stehen bereits Schlange. Zusammen mit mehreren anderen Ideen.

Zwischendurch waren es so viele, dass ich tatsächlich etwas hibbelig wurde, aber inzwischen habe ich mich ganz gut organisiert. 2015 wird anstrengend, aber wenn es so viel Spaß macht wie bisher, hab ich nichts dagegen. Am Horizont zeichnen sich auch schon die nächsten Veröffentlichungen ab, aber dazu kommen wir, wenn es soweit ist ;-)

Bis dahin,

Thomas


Freitag, 13. Februar 2015

Das Ninja-Projekt Teil 2: Erste Schritte

Für 2015 habe ich mir vorgenommen einen Roman zu schreiben. Nach etlichen Kurzgeschichten und mehreren Veröffentlichungen in Anthologien, ist es wohl auch mal Zeit dafür. Auf meinem Blog möchte ich in unregelmäßigen Abständen erzählen, wie es läuft.

Bis zum Wort "Ende" ist es noch ein weiter Weg, aber die ersten Schritte sind getan. Ich habe die Arbeit an meinem Roman wieder aufgenommen, nachdem ich ein paar Wochen lang aus unterschiedlichen Gründen kaum zum Schreiben gekommen bin. Der Anfang war bereits gemacht und es gefiel mir schon ganz gut, aber für jede Geschichte, die ich schreibe, brauche ich mehrere Anläufe, um den richtigen Ton zu finden und einen guten Anfang zu finden, der den Leser sofort mitreißt.

Kann man später immer noch alles überarbeiten, ja, aber wenn mir etwas nicht gefällt, fällt es mir schwer weiter zu machen. Die Geschichte mehrmals zu beginnen hat mir auch geholfen die Figuren und die Welt in der sie leben besser kennen zu lernen. Ich hatte ja schon eine Vision vor Augen, ein fast voll geschriebenes Notizbuch, aber (Und damit sorge ich unter meinen Autorenkollegen jetzt für einen Aufschrei des Entsetzens): Ich plotte nicht.

Zu plotten habe ich bei anderen Projekten versucht  und mich beim Schreiben so weit von der Vorlage entfernt, dass ich mit dieser nichts mehr anfangen konnte. Bei meinem Ninja-Projekt (Der Titel bleibt noch geheim) habe ich einen ganzen Haufen Ideen, Szenen, Figuren und eine Handlung vor Augen und ich will sehen, wie sich das alles von alleine zusammensetzt. Irgendwann entwickeln Geschichten und Charaktere ein Eigenleben und dann kann ich ihnen nicht mehr vorschreiben, in welche Richtung sie gehen sollen. Beim Ninja-Projekt weiß ich nur, dass es möglichst verrückt, wild und fetzig werden soll.

Ich bezeichne es bis jetzt als wilde Mischung aus Dark Fantasy und Splatterhorror. Und ich bin sehr auf die Meinungen meiner Testleser gespannt, denn mit meinem Roman schlage ich auch einen Weg ein, den ich schon öfter betreten habe, aber eben nie beständig. Ich sehe mich immer mehr als Splatterpunk, aber einer mit Humor. De Gewalt ist kein reiner Selbstzweck, sondern einfach nötig für den Ton der Story. Außerdem soll der Leser sich stellenweise vor Ekel und Lachen schütteln können. Wenn ich in einer meiner Schreibgruppen erwähne, dass ich an Ekelhorror mit Humor arbeite, werden immer wieder Mitglieder hellhörig. Und bei meiner Lesung bei "Book meets Metal" konnte ich mich live davon überzeugen, dass diese Mischung ankommt.

Hoffen wir mal, dass ich diese auch in meinem Roman hinbekomme und nicht nur in Kurzgeschichten. Denn ich habe noch mehr Bücher füllende Ideen ;-)

Bis dahin,

Thomas.  

Sonntag, 25. Januar 2015

Liebster Award - 11 Fragen, 11 Antworten


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Der liebe Ben von Cheshirepunks Welt hat unter anderem mich beim "Liebster Award" nominiert und mir 11 Fragen gestellt, die es nun zu beantworten gilt. Danach müsste ich mir wahrscheinlich 11 weitere Fragen ausdenken und weitere Blogs nominieren, aber damit habe ich bisher keine besonders fruchtbaren Erfahrungen gemacht. Es hieß dann immer "Keine Zeit!", "Keine Lust!", "Ich kann nicht schreiben ... Moment, ich schreibe ja gerade. HEY, ICH KANN SCHREIBEN. Aber ich hab weder Zeit noch Lust."
Aber da Ben sich die Mühe gemacht hat, werde ich mir die Zeit nehmen seine Fragen zu beantworten. 

1. Was ist deine selbstgeschriebene Lieblingsszene?

Junge, du gehst auch gleich in die Vollen, was? Ich schreibe seit meiner Kindheit, wie soll ich mich da entscheiden? Außerdem bin ich sehr selbstkritisch und finde alles, was ich geschrieben habe nach 2 Minuten doof. Aber lass mich mal nachdenken ...
Hach, da gibt es tatsächlich mehrere. Die Szene in "Zwergenaufstand", in der dem armen Kerl das Auge rausflutscht oder die Gedankenstimme in meiner Geschichte "Die wundersame Flucht des Errol Johns". Na ja, es hat auch Spaß gemacht "Santas Dorf der Verdammten" hochgehen zu lassen. Ich liebe Explosionen, ist nur schwer sie in Horrorgeschichten unterzubringen.

2. Was tust du, wenn du beim Schreiben einfach mal nicht mehr weiter weißt?

Etwas anderes und aus irgendeinem Grund hat es meistens mit dem Haushalt zu tun. Ich wasche ab, hänge Wäsche auf oder gehe einfach mal ein paar Schritte durch die Wohnung und zack, löst sich der Knoten.Wenn es denn gar nicht weiter gehen will, muss die Geschichte eben ein wenig liegen bleiben und ich schreibe an etwas anderem. Irgendwann kommt die Lösung. Manchmal muss man alles auf Anfang setzen, aber dann läuft es. 

3. Was ist deine Lieblingsfigur aus einer deiner eigenen Geschichten?

Ich hab einen Thriller geplant und kann es kaum erwarten ihn zu schreiben, weil ich den Helden jetzt schon so mag. Er erinnert mich etwas an den Dude aus "The big Lebowski", ist aber doch komplett anders. Nur, stell dir mal den Dude in einem blutigen, durchgedrehten Thriller vor. Leider dauert es noch, bis ich dazu komme. 

4. Hast du bestimmte “Schreibrituale”, also beispielsweise vorher einen Tee kochen oder so, und wenn ja, welche?

Wenn ich das Ende einer Geschichte erreiche höre ich auf und mache am nächsten oder übernächsten Tag weiter. Dann hab ich noch mal etwas Kraft gesammelt, alles überschlafen und vielleicht eine noch bessere Idee, wie es ausgehen soll. Ich hab mal versucht drauf zu verzichten und war am Ende so enttäuscht, dass ich die letzten Seiten noch einmal schreiben musste. 

5. Was war deine abgedrehteste Schreiberfahrung?

Was soll daran abgedreht sein? Man sitzt am Computer und schreibt. Da passiert nicht viel. Meine Lesung bei "Book meets Metal" war abgedreht, weil es ein so geiles Konzept und ein tolles Erlebnis waren. Und Autogramme geben ist immer wieder verrückt. Oder verstehe ich die Frage falsch? 

6. Welche fiktive Figur würdest du gerne mal verkloppen?

Fiktive Figuren fallen mir keine ein. Wenn du verstehst, was ich meine. 

7. Mit welchem Autoren würdest du gerne einmal Essen gehen?

Joe R. Lansdale. Man, was habe ich von dem Kerl alles gelernt. Ob nun durch seine Bücher oder Schreibtipps, die er auf Facebook postet. Der Kerl kann schreiben, da werde ich grün vor Neid!

8. Was ist das Letzte, was du vor dem einschlafen tust?

 Weiß ich nicht. Kann mich nicht erinnern. Ehrlich gesagt will ich es auch gar nicht wissen, denn ich stelle nach dem Aufwachen im Halbschlaf schon genug Blödsinn an.

9. Für wie viel Geld würdest du mit dem Schreiben aufhören?

 Ich schreibe nicht wegen Geld, sondern weil ich es liebe zu schreiben und nicht ohne das Schreiben kann. Ich würde wahnsinnig werden, wenn ich es aufgeben müsste.

10. Hast du schon einmal bei der Lektüre eines Buches geweint und wenn ja, welches und bei welcher Szene?

Nein, aber als der Vater in Brian Keenes Roman "Ghoul" ( In Deutschland als "Leichenfresser" erschienen) die Comichefte seines Sohnes zerrissen hat, hat mich das fertig gemacht. Schlimmste Szene ever. 

11. Die letzte und wichtigste Frage: Was ist dein Lieblingsessen?

Dass so eine Frage immer wieder gestellt wird...
Tacos, Donuts, Pizza, Burger, Döner, Nudeln, Enchiladas, Burritos, Hot Dogs... Man merkt, ich bin kein großer Grünzeugesser, aber das heißt nicht, dass ich es ganz vermeide. 

Danke für die Nominierung, Ben. Wir lesen voneinander ;-)