Mittwoch, 18. November 2015

Die lange Reise von Jan und Phils Kopf

Wann genau ich die Idee zu meiner Novelle "Die grausigen Abenteuer von Jan und Phils Kopf" hatte, weiß ich nicht mehr. Aber ich erinnere mich, wie ich drauf gekommen bin.

Es ist drei oder vier Jahre, dass für eine Ausschreibung Zombiegeschichten für Jugendliche gesucht wurden. Die Idee zu Jan und Phils Abenteuern war sehr schnell geboren, es fiel mir aber schwer den richtigen Ton zu finden. Mal war es zu düster, dann wieder zu albern. Schließlich konnte ich nicht auf die Pauke hauen wie sonst. Ich sah böse Briefe erboster Eltern ins Haus flattern. Und dann wieder junge Leser, die sich nicht ernst genommen fühlen. Und schließlich wollte ich es beiden Seiten recht machen.
Die Handlung war damals noch eine völlig andere und so genau erinnere ich mich nicht einmal mehr an sie. Es hatte mit Aliens und Zombies zu tun. Jan und Phil waren selber noch Kinder (Und da fingen die Probleme an. Kann ich in einer Geschichte für junge Leser einem Jungen den Kopf abtrennen, auch, wenn dieser nicht tot bleibt? Kann ich überhaupt in einer Geschichte für junge Leser einem Charakter den Kopf abtrennen???) Über die Jahre hinweg haben Jan und Phil so viele verschiedene Versionen von sich selber durchleben müssen, dass mir die meisten schon längst entfallen sind.

Die Ausschreibung wurde irgendwann überraschend eingestampft und meine Idee lag erst einmal auf Eis. Nicht weiter schlimm, da ich ohnehin Schwierigkeiten hatte die Geschichte zu schreiben.

Aber Jan und Phil waren hartnäckig. Müssen sie auch sein, in einer Welt voller Zombies und Verrückten. Sie blieben immer in meinem Hinterkopf, machten weitere Wandlungen durch, aber nie wollte mir eine gut genug gefallen. Ich hatte nicht mehr das Problem, den richtigen Ton finden zu müssen, da die Geschichte nun für Erwachsene gedacht war. Ich wollte aber, dass sich meine Geschichte von der Masse abhebt.
Denn seien wir ehrlich: Zombies sind schon längst Mainstream. Es gibt mehrere TV-Serien, unzählige Comics, Videospiele und Filme, in denen sie vorkommen. Ich mochte sie ja schon immer, aber warum, zum Henker, sollte ich auch noch eine Geschichte zu dem Thema schreiben? In meinem ganzen Leben bin ich keinem Trend gefolgt.
Und wieso sollte sie jemand lesen? Der Markt wird doch geradezu von ihnen gefressen (Ha, ha, ha! Versteht ihr? Gefressen! ... Okay, ich mach dann mal weiter.) Warum noch eine Novelle veröffentlichen? Was unterscheidet sie von all den anderen Geschichten?

Nun, gute Zombiegeschichten konzentrieren sich nicht ausschließlich auf die Untoten.
Es lässt sich so viel mit Zombies anstellen, man darf sie nur nicht zu sehr in den Vordergrund stellen, sondern muss Wert auf Handlung und Charaktere legen. Die Untoten sind der Zuckerguss auf dem Kuchen, aber die anderen Zutaten sind viel wichtiger. Und solch eine Geschichte wollte ich erzählen. Um ehrlich zu sein, hatte ich bei manchen Versionen der Novelle Schwierigkeiten ie Zombies überhaupt einzubauen.

Worum geht es also in meiner Novelle? Damit ihr wisst, was euch erwartet und euch vorab davon überzeugen könnt, ob ich es geschafft habe mich von all den anderen Geschichten abzuheben, hier der Klappentext:

"Jahrelang halluzinierte Jan von lebenden Toten und als sie sich schließlich erheben, glaubt er, auserwählt zu sein, sie zu bekämpfen. Doch schon bald stellen sie sich als die geringste Bedrohung heraus. Eine Weltuntergangssekte sieht sich in der Verantwortung. die Menschheit neu zu erschaffen. Begleitet von Hirngespinsten und dem vorlauten Kopf seines besten Freundes Phil zieht Jan in den Kampf."

Erscheinen wird die Novelle noch dieses Jahr. Dann hat der lange Weg von Jan und Phils Kopf endlich ein Ende. Und das Abenteuer kann beginnen.

Bis dahin,

Thomas.