Donnerstag, 19. Mai 2016

Extremhorror

Wenn man wie ich, schon als Kind begeistert von Monstern und Gruselgeschichten ist, entwickelt man mit den Jahren genügend Hornhaut, um sich bei Filmen oder Büchern selten zu fürchten oder zu ekeln.

Ich bin einer guten, harmlosen Geistergeschichte nicht abgeneigt, aber dann müssen Atmosphäre, Plot und so weiter einfach passen. Wenn ich dabei wirklich mal ein unbequemes Gefühl bekomme, umso besser.
Wahrscheinlich bewege ich mich deswegen immer wieder am Rande des Extremen, weil ich es einfach liebe, ein wenig auf die Kacke zu hauen. Oder eben ein wenig mehr, doch die Möglichkeiten dazu sind oft begrenzt. In vielen Ausschreibungen wird ausdrücklich drauf hingewiesen, dass Splatter nicht erwünscht ist. Gut, bleibt die Folterkammer halt mal geschlossen. Geht ja auch ohne.

Aber so ab und an möchte ich dann doch mal in die Vollen gehen, mich durch Charaktere metzeln und schnetzeln. Ganz einfach aus dem Grund, weil es mir Spaß macht.
 Okay, versteht mich jetzt nicht falsch. Ich bin alles andere als ein gewalttätiger Mensch. Extremhorror gefällt mir genauso wie leichter Grusel dann am besten, wenn er gut umgesetzt ist und sich die Handlung sich nicht einfach nur auf Ekelszenen konzentriert. In vielen Filmen und Büchern funktioniert das super.

"Das Schwein" von Edward Lee ist mit Abstand eines der ekligsten Bücher, die ich je gelesen habe, aber hervorragend geschrieben und zugleich einfach (Achtung! Wortspiel!) saukomisch. Lee hat es einfach drauf, den Leser abwechselnd zum würgen und zum Lachen zu bringen. Den einen Moment möchte man das Buch in die Ecke pfeffern, nur um im nächsten lauthals los zu lachen. Und dann liest man auch automatisch weiter.

Das ist Extremhorror, den ich am liebsten mag. Der einen anwidert, aber gleichzeitig einfach witzig ist.
Wenn ich mich in diesen Gefilden bewege, versuche ich selber nicht bierernst zu sein, weil mich das beim Schreiben langweilt. Es gibt tolle, düstere Beiträge zu diesem Thema, aber ich selber möchte lieber solche umsetzen, bei denen der Leser das Gesicht verzieht und sich gleich darauf schämt, dass er gelacht hat.
Meine Kurzgeschichte "Pornozismus" (Erschienen in "Fleisch 2", Eldur Verlag) war mein erster Versuch und den Lesermeinungen nach ein Erfolg.

Ungefähr im August erscheint meine Geschichte "Fleischeslust" in der Anthologie "Blutgrütze 2" und da habe ich die Humorschraube mal angehalten, um zu sehen, ob ich auch ohne kann. Letztlich werden die Leser das entscheiden, doch ich bin sehr zufrieden mit dem Ergebnis und habe gemerkt, wie es auch ohne Gelächter funktionieren kann.

Im Vordergrund sollten die Figuren und die Geschichte stehen. Das macht die Erzählung lebendiger. Ich könnte auch pausenlos Folterszenen schreiben, aber wäre das nicht etwas langweilig? Außerdem ist es mir zu einfach. Ich will den Leser unterhalten und nicht einfach nur stumpfsinnig die Keule schwingen.
Dank dem Festa Verlag flattern immer wieder ein paar Extremhorrorromane auf den deutschen Buchmarkt, doch die heimischen Verlage sind da noch etwas zurückhaltend. Dabei ist die Nachfrage da, wie zuletzt der Erfolg des ersten Bands von "Blutgrütze" gezeigt hat: Aus dem Stand auf Platz 2 der Horroranthologien bei Amazon.

Außerdem erhielt "Fleisch 3" (Beide von Markus Kastenholz herausgegeben, übrigens.) eine Auszeichnung als fünftbeste Horroranthologie. 
Wenn ich schreibe, grinse ich oft böse in mich hinein, weil ich mir das Gesicht der Leser vorstelle und hoffe, dass ich sie trotz allem noch irgendwie zum Lachen bringe. Genauso hoffe ich, mich noch öfter im Extremhorror austoben zu können. Ideen habe ich genug und ja, eine werde ich für den dritten Band der "Blutgrütze" einreichen. Aber das hat noch Zeit.

Außerdem beginne ich schon bald mit der Arbeit an einer Novelle, in der ich mich so richtig austoben kann. Wann es los geht, erfahrt ihr natürlich hier.

Bis dahin,

Thomas

Montag, 16. Mai 2016

Meine Schrei(b)woche 09.05.2016 - 13.05.2016

Willkommen zurück. Es hat wieder etwas gedauert, bis ich hier aktiv war, aber ich hatte einige Deadlines vor mir und musste mir erst einmal Luft schaffen, um etwas für meinen Blog schreiben zu können.
Dafür gibt es einiges zu erzählen, was das Schreiben und das Lesen betrifft. Ich hoffe, ihr habt Sitzfleisch mitgebracht.

Kürzlich hagelte es regelrecht gute Nachrichten. Eine davon war, dass meine Kurzgeschichte "Operation: Halitosis" in der Anthologie "Horror-Cocktail" im Sarturia Verlag veröffentlicht wird. Es gibt noch keinen Termin dafür, aber ich freue mich sehr darüber, dabei sein zu dürfen. Das Cover konnte ich bereits sehen und es ist wieder einmal hervorragend. Für so etwas hat der Verlag ein Händchen.
Ach ja, meine Kurzgeschichte "Menschenregen" wird auch im Sarturia Verlag erscheinen, aber dazu gibt es erst später genauere Informationen.  
Eine weitere Neuigkeit ist, dass ich nun einer von mehreren Authorwings bin und mich damit bereit erklärt habe, einer Autorin oder einem Autoren auf dem Weg zur ersten Veröffentlichung mit Rat und Tat zur Seite zu stehen. Natürlich sollte diese Person im Horrorgenre tätig sein. Die Seite der Authorwings findet ihr hier und dort natürlich auch mein Profil.

Im Moment arbeite ich an mehreren Kurzgeschichten und einer Novelle. Sobald ich kann, möchte ich mich verstärkt auf längere Projekte konzentrieren. Mein Roman hat inzwischen ein Facelifting bekommen und ist startklar, noch einmal neu geschrieben zu werden. Bei den ersten Anläufen war es mir trotz Lob der Testleser zu sehr Fantasy und ich hatte das Gefühl, dass es nicht meine Geschichte ist, die ich da schreibe. Es wirkte auf mich eher gekonnt und nicht gewollt. Die eigentliche Handlung bleibt die selbe und doch wird alles etwas anders.
Außerdem wage ich mich demnächst an eine SciFi-Story und eine über Superhelden. Darüber aber mehr, wenn es spruchreif ist.

Da ich in letzter Zeit viel geschrieben habe, bin ich nicht allzu viel zum Lesen gekommen, aber ein paar Comics waren dennoch drin. Besonders gut gefallen hat mir "Leaving Megalopolis" von Gail Simone. Es handelt davon, dass die Superhelden einer Stadt zu irren Mördern werden und eine Stadt in Angst und Schrecken versetzen. Ich konnte nicht anders, als ununterbrochen an Zombiefilme oder die Serie "Marvel Zombies" zu denken, aber dennoch ist die Miniserie vollkommen eigenständig. Düster, brutal, sauspannend mit einem Schuss schwarzem Humor. Kürzlich ist die erste Ausgabe der Fortsetzung mit dem Titel "Surviving Megalopolis" erschienen und auch diese Serie werde ich mir früher oder später zulegen.

Apropos Comics: Was musste ich heute feststellen? Im Juli wird "Crossed: Badlands" mit der Ausgabe Nummer 100 eingestellt? Ich meine mal gelesen zu haben, dass die Serie bereits weit darüber hinaus geplant wäre, aber wenn ich ehrlich sein soll, finde ich es nicht so schlimm. Die Comicserie um einen Virus, der Menschen in Mörder verwandelt (Man merkt, dass ich dieses Thema mag, oder?), hatte Höhen und Tiefen. Zuletzt war es oft recht eintönig.
Es gibt Geschichten, an die erinnere ich mich gerne und solche, wegen denen ich das Abo fast abgebrochen hätte. Sollte das wirklich das Ende von "Badlands" sein, war es trotz allem ein unterhaltsamer und wirklich, wirklich blutiger´Trip.
Aber ich kann mir nicht vorstellen, dass Avatar sein Flaggschiff einfach vom Markt nimmt. Abwarten und einen Kelch Jungfrauenblut trinken.

Außerdem habe ich "Harrow County" bereits eine weitere, großartige Horrorserie gefunden. Wer die Geschichten von Stephen King und Joe R. Lansdale mag, sollte da mal einen Blick riskieren. Ja, so gut ist diese Serie um eine junge Hexe in den Südstaaten Amerikas.Cullen Bunn ist ein Vielschreiber und arbeitet auch für DC und Marvel, jedoch finde ich seine eigenständigen Serien wirklich großartig und seine Arbeiten an Superheldencomics recht langweilig.

Und noch einmal apropos ...
Ich lese gerade Stephen Kings "Es" und bin begeistert. Viele Autorenkolleginnnen und -kollegen sind erstmal in Schockstarre gefallen, als ich auf Facebook verkündet habe, dass ich es zum ersten Mal lese. Solche dicken Wälzer sind für gewöhnlich nicht mein Ding, aber "Es" macht süchtig. Ich freue mich immer, wenn ich Zeit zum Lesen finde und weiß jetzt schon (nach exakt 666 Seiten), dass ich traurig sein werde, wenn ich es beendet habe.

So, damit der Text nicht zu lang wird (Wie gesagt, längere Projekte kommen später ;-) ) ist erst einmal Schluss für heute.

Bis dahin,

Thomas