Sonntag, 22. Januar 2017

Auszeit - Eine Pause vom Horror

Der Spaß am Horror wird mir sicher nie vergehen. Dennoch ist es manchmal ganz nett, etwas anderes auszuprobieren. Schließlich schreibe ich nicht nur Horror, ich lese Horrorromane, Horrorcomics, Filmmagazine über Horrorfilme die ich gucke. Ich trage Horrorshirts, bin zuhause von Horrormerchandise umgeben ...

Ich will es nicht "Übersättigung" nennen, aber irgendwann hat man das Gefühl in einem Zimmer mit abgestandener Luft zu sitzen und eine kleine Auszeit kann so gut tun! Gerade erst habe ich "Ein ordentlicher Ritt" von Irvine Welsh gelesen. Es ist ewig her, dass ich ein Buch von ihm in der Hand hatte und habe das Lesen wirklich genossen. Als nächstes kommt "London Undercover" von Don Winslow dran. Einer der wenigen Thrillerautoren, die ich wirklich gut finde. Außer Horror kann mich kaum ein Genre wirklich packen. Ich versuche mich manchmal an SciFi, aber bisher wollte mir da so gut wie kein Buch gefallen.
Dafür mag ich das Genre in Filmen sehr gerne. Oder in Comics und davon habe ich in letzter Zeit endlich mal wieder welche gelesen.

Zwar lese ich Marvel und DC inzwischen weniger, da sie sich inzwischen dauernd wiederholen, was nach über 70 Jahren im Geschäft auch kein Wunder ist, aber so ganz ohne kann ich dann doch nicht. Ich bin mit Spider-Man und Co. aufgewachsen. Manchmal ist mir einfach nach einem ihrer Abenteuer und so habe ich mir kürzlich mal wieder was von Superman und Wolverine durchgelesen. Als nächstes kommt der dritte Band von "Southern Bastards" dran. Eine ausgezeichnete Thrillerserie. Wahnsinnig gut erzählt.

Und auf mich als Autor wirkt es sich auch aus. Ich bin produktiv wie schon lange nicht mehr, habe kürzlich an einem Tag fast 3000 Wörter geschrieben. Ich bin ja sonst schon über 2000 froh. Es ist wirklich ein erfrischendes Gefühl, mal wieder einen Blick über den Tellerrand zu werfen. Irgendwann werde ich wieder im Horror versinken und mich wohlfühlen, wie ich es immer tue. Schreiben tue ich dort ohnehin immer.

Und wenn ich mal wieder Frischluft brauche, stehen immer genug Bücher und Comics bereit. Falls ihr schreibt, empfehle ich euch außerhalb des Schreibens, sich nicht nur auf ein Genre festzulegen. Es hilft wieder in Fahrt zu kommen, neue Ideen und und unverbrauchtere Charaktere zu entwickeln.

Bis dahin,

Thomas  

Dienstag, 17. Januar 2017

Meine Lesung bei Radio Triquency

(Alternativtitel: Der Montag aus der Hölle ... der aber noch richtig gut wurde.)

Montage sind scheiße!
Ist so. War so. Wird immer so sein.

Der 16.01.17 ist ein sehr gutes Beispiel. Am späten Nachmittag sollte ich beim Uniradiosender Triquency in Lemgo meine Kurzgeschichte "Clown-Syndrom" vorlesen. Über die Einladung habe ich mich sehr gefreut und wie immer verspürte ich zuerst einmal keine Aufregung. Der geregelte Tagesablauf hatte mich fest im Griff. In Gedanken war ich immer wieder in Lemgo, aber ein stressiger Arbeitstag, nach dessen Ende ich froh war, noch zu wissen, wie ich heiße, ließ mir keine Zeit nervös zu werden.

Daheim hatte ich etwas Zeit zur Ruhe zu kommen. Es mussten noch Sachen ins Auto gebracht werden, die Route mal angucken und so weiter. Aufregung? Nö!

Bis der Wagen nicht an sprang und ich fast ins Lenkrad gebissen hätte. Verdammte Axt! Ich dachte wirklich, ich müsste Jenny Karpe, Autorenkollegin, Teamkollegin bei der Schreibnacht und die Person, die mich zu Radio Triquency eingeladen hat, absagen. Kurz vor der Lesung! Oder eben die Zugverbindung checken, ein Taxi kapern und zusehen, wie ich zur Uni komme. Aber mir saß die Zeit etwas im Nacken.

Doch siehe da: Ein paar stumme Verwünschungen und nahende Herzattacken später, läuft der Wagen, als wäre nie etwas gewesen. Der wollte es wohl auch spannend machen. Oder war das Rache dafür, dass ich bei meiner ersten Radiolesung bei Mikro Minden meine Geschichte "Black Cadillac" gelesen habe? Eine Geschichte über ein Auto, mit einem düsteren Geheimnis.

Wie dem auch sei, ich war unterwegs und musste nur noch tanken. Dann aber noch dem Polizisten ausweichen, der während des gesamten Tank- und Bezahlvorgangs im Streifenwagen auf dem rechten Fahrstreifen stand und dann ausstieg, als ich gerade im Begriff war, an ihm vorbei zu fahren. Statt eines Strafzettels, gab es einen bösen Blick.

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Meine Frau stieg am Bahnhof hinzu und dann ging es endlich nach Lemgo. Noch immer keine Nervosität in Sicht. Bis wir am Ziel sind ...
Es war meine sechste Lesung, aber das Lampenfieber wird mich wohl auch noch bei meiner letzten begleiten. Es half schon mal, dass ich es bei Radio Triquency mit sehr netten Leuten zu tun hatte. Ein Schluck Wasser, um nicht mit trockenen lesen zu müssen, wäre schön. Aber ich vergaß: Wir sind hier beim Unisender. Als würden Studenten Wasser trinken ;-)

 (Knabberzeugs, Cocktails und die Lesebühne. Der Sessel war äußerst bequem ;-) )

Für Cocktails geplanter Saft tut es aber auch. Und nach ein paar Pläuschchen mit dem Team ging es dann auf die Bühne.Es hatte sich nichts daran geändert, dass ich nervös war. Andererseits beweist mir das aber auch, dass ich niemanden enttäuschen möchte und mir eine gute Lesung immer noch wichtig ist. Ein paar Szenen sorgten an den richtigen Stellen für Lacher. Ich liebe es, wenn ein Plan funktioniert. Danach war ich wieder einmal froh, es durchgezogen zu haben und bereit für ein kleines Interview, das Rico und Andreas von Radio Triquency mit mir führten. Irgendwie war ich hier gar nicht nervös. Es hat mir Spaß gemacht, mich mit den beiden zu unterhalten. Über ein paar Fragen musste ich lachen, was aber positiv gemeint ist. Bei der Frage, was in nächster Zeit so von mir kommt und was in letzter Zeit alles erschienen ist, fiel es mir tatsächlich schwer zu antworten, da gerade in den letzten Wochen mehrere Anthologien erschienen sind, in denen ich dabei bin und für 2017 bereits weitere geplant sind. Dass einem im entscheidenen Moment aber auch alles entfallen muss ...

(Mittendrin, statt nur dabei.)



Wie dem auch sei, nachdem der Tag so schrecklich begonnen hatte, war es ein toller Abend. Danke an das Triquency-Team für die Unterstützung und die Möglichkeit, bei euch zu lesen. Ich komme gerne wieder!

(Nach getaner Abend kam es dann noch zu einem entspannten Interview.)


Bis dahin,

Thomas.