Samstag, 4. Februar 2017

Ich schreibe nicht wie Stephen King!

Eine Frage, die man Autoren nie stellen sollte: "Schreibst du wie Stephen King?"
In meinem Fall, der diese Frage tatsächlich erst vor ein paar Wochen zu hören bekommen hat, müsste die Antwort lauten: "Nein, ich schreibe nicht wie Stephen King. Nur Stephen King schreibt wie Stephen King. Wenn du versuchst wie ein anderer Autor zu klingen, bist nur eine Kopie und das braucht keiner. Als Autor brauchst du deine eigene Stimme, um von dich anderen abzuheben."
Man könnte hier natürlich auch Namen anderer Autoren einfügen, die Aussage bleibt gleich: Ein Autor sollte seinen eigenen Stil finden.

Als ich angefangen habe Horror zu schreiben, habe ich mir viel abgeguckt und natürlich lernt man durch das Lesen von Büchern immer dazu. Gegen unterbewusste Beeinflussung kommt man auch nicht an. Aber absichtlich einen anderen Autoren kopieren ist etwas, das ich schon lange nicht mehr tue. Schon bevor ich anfing meine Geschichten zu veröffentlichen hatte ich meinen eigenen Stil gefunden und der hat sich mit den Jahren noch weiterentwickelt.

Das bringt uns zur nächsten Frage, wenn man klar gemacht hat, dass man nicht wie ein millionenschwerer Bestsellerautor schreibt: "Und wie schreibst du dann?"
"Ein Wort nach dem anderen", möchte ich antworten, aber verdammt ... Das hat ja auch schon der King gesagt.
Ich weiß nicht, wie es anderen Autoren geht, aber meinen Stil zu beschreiben, fällt mir schrecklich schwer. Ich hab nun lange darüber nachgedacht, überlegt wie ich schreibe, was meine Geschichten ausmacht und wie ich versuche, mich von anderen Autoren zu unterscheiden. Meinen Stil würde ich als blutig-trashig bezeichnen. Ich liebe Funsplatter wie Braindead, Deathgasm oder Tucker & Dale vs. Evil. Deswegen geht es in meinen Geschichten gerne härter zur Sache, aber nie zu ernst. Außerdem liebe ich die klassischen Gruselfilme, in denen kein Tropfen Blut fließt und Türen nicht ohne ein höllisches Quietschen und nur ganz langsam geöffnet werden können. Wenn es die Geschichte erfordert, lasse ich die Axt also auch mal liegen. 

Aber die Frage, wie man schreibt, ist natürlich erlaubt. Ich selber interessiere mich auch dafür, wie andere Autoren ihren Stil beschreiben. Nur wäre es doch etwas eingebildet, würde ich auf die Frage, ob ich wie Stephen King schreibe mit "Ja" antworten und mich dann mit geschwellter Brust zurücklehnen ;-)

Bis dahin,

Thomas.