Sonntag, 8. April 2018

Weekend of Hell Spring Edition 2018

Der eine oder andere hat vielleicht den Con-Marathon von meinem Kumpel Laurent und mir 2017 verfolgt. Nach der FearCon in Bonn ging es zum Weekend of Hell in Dortmund, dann weiter zum House of Horrors in Oberhausen und schließlich zur Comic Con, ebenfalls in Dortmund.
Eigentlich war geplant, es danach erst einmal gut sein zu lassen.
Eigentlich ...

Aber dann meldete das Weekend of Hell Bruce Campbell für seine Spring Edition im April 2018 an.  Den Mann muss ich nicht weiter vorstellen, aber ich möchte trotzdem kurz erklären, warum es mir so viel bedeutet hat, ihn zu treffen und warum es mir die jeweils 70 € für Autogramm und Foto absolut wert waren. Schon als Kind konnte ich mich für Horrorfilme begeistern. Und wie wohl jeder kleine Junge mochte ich Cowboys bzw. Western.
Bruce spielte 1993 in der Serie "Die Abenteuer des Brisco County Jr." die Titelrolle. Das war Western, gemischt mit etwas Mystery und damals eine meiner Lieblingsserien. Leider wurde sie nach nur einer Staffel abgesetzt und endete in einem Cliffhanger. Als sie 1994 in Deutschland ausgestrahlt wurde, war ich gerade mal 12 Jahre alt. Das Aus der Serie hat mich tatsächlich richtig traurig gemacht. Lustiger Weise entdeckte ich etwa in diesem Alter auch die Filme "Evil Dead 2" und "Armee der Finsternis", in denen Bruce Campbell ja nun auch die Hauptrolle spielte. Das sollte mir allerdings erst viel später bewusst werden. Seine Figur Ash Williams fand ich schon damals großartig. Ein Held mit Macken, der nicht perfekt ist, auf die Schnauze kriegt und am Ende doch irgendwie den Tag rettet. Außerdem hat er anstatt einer rechten Hand eine Kettensäge. Hallo? Best Gimmick ever!!!
Ich hab mir viele Filme und Serien mit Bruce angesehen, seine Biografie sowie viele Comics zu "Army of Darkness" und "Evil Dead" gelesen. Ash beziehungsweise Bruce ist einer der Helden meiner Kindheit. Ihn zu treffen war mir das Geld wirklich wert. Kehren wir also in die Gegenwart zurück.

Man muss es sich vorstellen wie eine Szene aus "Hey, Mann. Wo ist mein Auto?"
Ich: "Laurent!!! Bruce Campbell kommt zum Weekend of Hell! Ich hab mir gerade den superteuren Diamond Pass geholt, um ein Foto und ein Autogramm zu bekommen! Sweeeet!"
Laurent: "Ich auch!!! Duuuude!"

Aber damit nicht genug. Nach und nach wurden weitere Stargäste angekündigt. Danny Glover. Dario Argento. Neve Campbell. Franco Nero. Und viele mehr. Uns war klar, dass unsere Brieftaschen leer und die Halle voll werden würde. Also starten wir um 8 Uhr in Bielefeld, um gegen 9 Uhr in Dortmund zu sein. Eine Stunde vor der Eröffnung. Die Idee haben etwa 500 andere Leute, die vor uns stehen, aber uns war ja ebenso klar, dass wir die Sonne für mindestens 8 Stunden nicht sehen würden. Also warten und das Wetter genießen. Bis eine Mitarbeiterin die Schlange entlangläuft und fragt, ob jemand einen Diamond Pass (DP) oder VIP Ticket hat. Laurent, ich und andere Glückliche können die Schlange hinter uns lassen und etwas näher am Eingang warten. Der Grund ist nicht, dass wir mehr Geld ausgegeben haben ... Okay, vielleicht auch, aber wohl eher, dass das Photoshooting mit Bruce für Besitzer des DPs schon um 11 Uhr stattfinden soll. Bei dem Andrang würde es schwierig werden, einen schnellen Ablauf zu garantieren.

(Ihr glaubt nicht, wie lang die Schlange war? Beweisstück A.)


(Laurent und sein alter Bekannter Moloch. Susi und Strolch können einpacken.)

Am Eingang noch ein kurzer Schock für Laurent. Sein Ticket ist nicht scanbar. Bei der Frage, ob er schon mal drin gewesen ist, hätte ich fast laut gelacht. Wie soll das möglich sein, wenn der Einlass gerade erst begonnen hat? Zwar kann ich problemlos passieren, warte aber auf Laurent, der zur Tageskasse soll. Gerade als ich mir einen Stempel geben lassen will, um noch mal nach ihm zu sehen, entdecke ich ihn. Der Fehler ist gefunden worden. Kurz vor der Veranstaltung wurde bereits vor Tickets vom Schwarzmarkt berichtet. Wegen eines Hacks der Homepage des WoH sind gefälschte Eintrittskarten im Umlauf. Irgendwer läuft also mit Laurents Namen auf seinem Ticket herum. Deshalb auch mein Hinweis darauf, dass man sich die Karten nur bei der Homepage holen sollte. Das ist keine Werbung, sondern ein gut gemeinter Ratschlag, der euch eine Menge Ärger ersparen kann.

Drinnen ist es bereits recht voll geworden. Wir stellen uns schon mal für Autogramme an, denn noch sind die Schlangen kurz. Dass es bei Danny Glover und Dario Argento nicht vorwärts geht, liegt an Leuten, die sich ihren halben Haushalt signieren lassen. Mehrere DVDs, BluRays, Poster, Fotos und was weiß ich noch alles werden von nur einer Person auf den Tisch gelegt. Und höchstwahrscheinlich noch am selben Tag bei Ebay hochgeladen.
Fun Fact: Gleich gegenüber von Danny Glover ist der Stand vom Predator Clan Germany. Während ich warte, kann ich mir die aufwendigen Kostüme, Masken und Waffen ansehen. Später nutze ich die Gelegenheit für ein Foto. Aber erstmal Danny Glover begrüßen. Ein Autogramm von ihm bedeutet mir tatsächlich recht viel, da ich auch "Predator" schon als Kind gesehen habe. Damals gab es noch kein Internet oder etwas in der Art. Ich hatte keine Ahnung, was das für ein Film war, worauf das alles hinausläuft und so weiter. Und es ist einer meiner ewigen Lieblingsfilme. Der zweite Teil mit Danny steht ihm in meinen Augen in nichts nach. Er ist anders, aber gerade deswegen ein so gutes Sequel, denn das neue Setting und die eigenständige Geschichte lassen einen Vergleich mit dem ersten kaum zu. 

(Danny Glover.)
(In den Klauen der Predators.)




Während ich in der Schlange stehe, kommt meine Autorenkollegin Jenny Wood mit ihrem Mann Sven vorbei. Wir treffen uns wenig später und quatschen eine Runde, denn für 2018 sind noch weitere Treffen und Projeke geplant. Leider sehe ich die beiden danach nicht wieder. In dem Getümmel kein Wunder. Wir haben bestimmt das eine oder andere bekannte Gesicht verpasst und manche nur aus der Ferne gesehen. 
Normalerweise haben wir mehr Zeit für das Rahmenprogramm, aber es bleibt bei einem kurzen Besuch bei den FrightGuys und auch vom Rest kriegen wir nicht allzu viel mit, denn es ist inzwischen wirklich voll. Im Grunde nicht weiter schade, denn wir kennen die Veranstaltung von 2017 und sind beide eher wegen Autogrammen und Freunden vor Ort als wegen Filmen und Merch. Diesmal heißt es also Schlange stehen. Viel. Und lange. Es gibt Gaststars, bei denen käme man sofort dran und während ich bei Ray Santiago aus "Ash vs. Evil Dead" stehe, tun mir die weniger gefragten Stars doch irgendwie leid. Bei dem einen oder anderen war es aber wohl auch zu erwarten.
Ray ist total sympathisch, quatscht kurz mit mir und allen anderen, die bei ihm anstehen. Seine Karriere ist noch recht jung, aber er bleibt vollkommen bodenständig und weiß, wem er den Erfolg zu verdanken hat. Ich wünsche ihm, dass er noch viele Projekte umsetzen kann und dass er weiterhin so bleibt, wie er ist.

(Dana Delorenzo / Ray Santiago)
Gleich darauf folgt der große Moment. Das Photoshoot mit Bruce steht an. Laurent und ich suchen das Ende der Schlange, das weit, weit von der Stelle entfernt ist, wo wir auf Bruce treffen werden. Aber es geht recht schnell vorwärts. Ich bin überrascht, wie ruhig ich bleibe, hab ich mich doch monatelang auf diesen Moment gefreut. In der Schlange stehen Leute als Ash verkleidet. Wie bei jeder Con gibt es hier viele coole Kostüme zu betrachten. Irgendwo anzustehen, ist anfangs also nicht so schlimm, denn man hat immer was zu sehen und wenn Laurent umd ich zusammen irgendwo anstehen, wird eben gequatscht. Laurent ist vor mir dran.
Und ich fange an zu schwitzen. Auf einmal bin ich doch total nervös.
"Heilige Scheiße! Da steht Bruce Campell!", denke ich und erinnere mich an den Moment, als ich "Evil Dead 2" und gleich danach "Armee der Finsternis" auf VHS gesehen habe. Viel zu jung für diese Filme, aber ein Moment, der mein Leben beeinflusst hat. Das kann man vielleicht nur schwer nachvollziehen, aber ich mochte eben nicht nur die Filme und Ash als Figur. Von da an wollte ich immer wieder Helden wie ihn sehen. Die in Fettnäpfchen treten und alles andere als perfekt sind, denn das macht sie menschlicher. Mit solchen Figuren kann ich mich immer besonders gut vergleichen, Zwar hätte ich keine Chance gegen die Deadites oder so, aber wenn Ash Mist baut, denke ich fast immer: "Das hätte auch mir passieren können ... Nur mit weniger Blut."
Bruce ist total sympathisch und cool drauf. Er lobt mein Shirt, worauf ich irgendwie gehofft habe, denn es ist inzwischen ein kleiner Running Gag, dass Leute mich auf meine Fanshirts ansprechen. Beim Treffen mit Freunden genauso, wie im Urlaub mit meiner Frau, wo mir wildfremde Menschen sagen, dass sie mein Shirt lieben 😆

(Ich sehe aus und fühle mich wie ein kleines Kind.)

Beim Verlassen der Photobox sehen wir, wie lang die Schlange noch ist. Besitzer des DPs kamen als erstes dran und ich merke, dass dieser jeden Cent wert war. Wegen der hohen Nachfrage müssen Photoshoots mit Bruce und anderen Darstellern aus "Evil Dead" und "Ash vs. Evil Dead" nach hinten verlegt werden. Während Laurent zu einem Photoshoot mit Dario Argento geht, besorge ich mir erstmal was zu futtern. Direkt neben der Essensausgabe finden die Panels statt, und gerade sitzt Michelle Harris auf der Bühne. Die Sitze sind fast alle belegt, doch Fragen hat dennoch kaum einer. Nun ja, Frau Harris ist auch schon häufiger in Deutschland gewesen und irgendwann hat man auch genug Interviews gelesen und alle Fragen beantwortet bekommen.
Als Laurent wieder zu mir stößt, ist er noch ganz hin und weg, weil er sein Idol Dario Argento getroffen hat. Und auch er sieht aus wie ein kleiner Junge, was nicht nur an dem Altersunterschied liegen dürfte. Wir beide haben heute Leute getroffen, die wir schon ewig bewundern.
Jetzt fehlt nur noch ein Autogramm von Bruce. Und hier entsteht leider etwas Chaos, denn der Andrang ist riesig. Wegen des hohen Kartenverkaufs kein Wunder. Die auf 500 Stück begrenzten Diamond Pässe sind ausverkauft. Wie schon gesagt, war uns klar, dass es voll wird. Das wussten aber auch die Organisatoren, die ziemlich überfordert wirken. Leute mit dem DP sollten etwas schneller dran kommen und eine extra Warteschlange haben. Jedoch stehen alle Leute kreuz und quer verteilt. Wer einen DP besitzt, muss sich eine Nummer holen, die ausgerufen werden soll.
Wie? Das weiß mir die Angestellte nicht zu sagen. Dass es diese Nummer gibt, habe ich auch nur von Leuten erfahren, die in der Schlange stehen, weswegen ich diese erstmal wieder verlassen musste. Da keiner das System versteht, sind einige Leute grimmig. Richtig ärgern tue ich mich aber erst, weil ich für das zweite Autogramm von Bruce für den Mann meiner Autorenkollegin Faye Hell eine zweite Nummer holen und mich mit dieser noch einmal hinten anstellen soll. Warum? Keine Ahnung! Bruce könnte mir zwei Autogramme geben und ich wäre durch, die Schlange außerdem kürzer, aber aus irgendeinem Grund brauche ich zwei Papierschnipsel, die wenige Minuten später im Müll landen werden. Schließlich lässt sich das Problem durch eine Mitarbeiterin und eine von ihr mit Kugelschreiber aufgetragene "2" auf meiner bereits erhaltenen Nummer lösen. Warum dann erst der Umstand? Ich - weiß - es - nicht!!!
Allerdings muss ich auch sagen, dass mein Ärger in dem Moment verfliegt, als ich mit Bruce ein paar Worte wechseln kann. Vor ein paar Tagen hat er bereits angekündigt, die Kettensäge an den Nagel zu hängen, also frage ich, ob er als Brisco County Jr. wiederkommt. Schmunzelnd erklärt er mir, dass das nicht der Fall sein wird, er aber vielleicht noch nicht mit Ash fertig wäre. Das sei geheim. Und er käme auch als kein anderer Charakter wieder. Meinen Vorschlag "My Name is Bruce Part 2" zu drehen, quittiert er auch mit einem Lachen.
Dass Bruce sich die Zeit für seine Fans nimmt und so sympathisch wirkt, zeigt, dass er auch nach all den Jahren auf dem Boden geblieben ist. Ohne Fans, die ihr Geld in die Arbeit eines Schauspielers, Autoren oder Zeichners stecken, wäre kein Künstler da, wo er heute ist. Etwas, das ich mir auch immer wieder vor Augen halte.  

(Laurent mit seinem Idol Dario Argento.)
Beim Streif über die Con treffen wir Chris, der als Bassist bei der Band "The Other" spielt und mit dem wir beim "House of Horrors" noch eine Weile unterwegs waren. Und wir fangen da an, wo wir aufgehört haben 😁  So kommen wir auch dazu, uns endlich mal die Verkaufsstände anzusehen. Es wird viel cooles Merchandise angeboten. Actionfiguren, Shirts, Taschen, Plüschtiere, Poster, etc. Ein Geschenk für meine Frau ist schnell gefunden.

(Slimer wird in Zukunft unsere Wohnung vollschleimen.)
(Rechts im Bild: Die von meiner Frau gestalteten Sticker für die FrightGuys)

Bei den DVDs halte ich mich diesmal zurück. Vieles kenne ich bereits. Außerdem liegen daheim noch ungesehene Filme von den letzten Cons, die bereits mehrere Monate vorher stattgefunden haben.
Es stoßen Chris' Freundin und ihr Bruder zu uns. Der Satiriker Torsten Sträter läuft zwischen den Besuchern entlang und lässt sich freundlicher Weise mit Laurent fotografieren. Dessen Fanherz schlägt noch einmal höher, als er Robert Hall trifft. Der Regisseur von "Laid to Rest 1+2" und Special Effects Creator.

(Torsten Sträter)


(Robert Hall)


Inzwischen befürchtet Laurent, ihm könnte das Geld ausgehen. Ich biete ihm an, ihm was zu leihen, doch das wird rigoros abgelehnt. Sogar von meinen Pommes hat der bescheidene Herr nur zwei genascht. Doch während er bei der FearCon immer wieder etwas verloren hat, findet er nun ständig Geld in seinen Taschen und glaubt, ich hätte ihm was zugesteckt. So flüssig bin ich nun auch wieder nicht und hoffe, dass er irgendwann nicht mehr weiß, wo er all die Kohle hinstecken soll und mir was abgibt. Spoileralarm: Daraus wurde nichts.
 Es heißt ein letztes Mal in der Schlange stehen, denn Dana Delorenzo musste immer mal wieder weg zu Photoshoots und Panels und so kommen wir erst nach 18 Uhr und dem eigentlichen Ende des ersten Tages der Con zu unserem Autogramm. Allerdings lag es auch daran, dass Dana mit jedem Fan viel geredet hat.
Sehr viel ...
Unglaublich viel ...
Ich meine, ich war darauf vorbereitet, aber von dem über mich hereinbrechenden Redeschwall dennoch überfordert. So hab ich auch nicht mitbekommen, dass Chris Fotos von Laurent und mir bei Dana machte. Danke dafür, Chris  😉


(Dana attacks.)

(Was hat Laurent wohl zu ihr gesagt, dass Dana so reagiert?)



Inzwischen tun uns die Füße und die Beine weh. Ich bin es gewohnt, viel zu stehen und zu laufen, aber mir wird dann doch bewusst, dass wir seit über neun Stunden nicht mehr gesessen haben. Die Halle ist inzwischen ziemlich leer, viele Stargäste sind schon weg, aber Dana sagt, sie will jedem, der noch auf sie wartet, ein Autogramm geben, denn schließlich ist sie wegen diesen Leuten überhaupt hier. Tolle Einstellung 👍
Noch ein letzter Schwenk zu den FrightGuys, um sich zu verabschieden, dann geht es mit Chris in Richtung Parkplatz, wo wir noch eine Weile quatschen. Wegen der strahlenden Sonne bin ich kurzzeitig blind und fühle mich wie ein Vampir. Hatte ganz vergessen, was für ein Wetter wir haben. Oder dass es so etwas gibt.

(Chris, Laurent und ich üben für ein Plattencover. Oder so ...)


Auf der Heimfahrt quatschen Laurent und ich wie üblich über den Tag, Filme, Gott und die Welt. Es war anstrengend und ja, zwischendurch waren einige Besucher, wie zum Beispiel wir, etwas stinkig wegen der Organisation, aber bei einem Event mit so großen Namen geht halt mal was schief, oder es verläuft nicht so wie geplant. Auch die Veranstalter werden sich mit Sicherheit darüber geärgert haben. Übel nehmen möchte ich es also keinem. Einige Besucher lobten zwar die Cons in London, wo alles reibungslos funktioniert hätte, aber woran genau es gelegen hat, dass das WoH diesmal etwas chaotisch wirkte, kann ich nicht sagen. Allerdings weiß ich, dass es mir nie im Leben gelingen würde, es besser zu machen. Und schließlich habe ich alles bekommen, was ich wollte, hatte viel Spaß und Bruce zu treffen, war ein Traum von mir, der nun in Erfüllung gegangen ist. Deswegen möchte ich mich an dieser Stelle bei den Mitarbeitern des Weekends bedanken. Es war großartig. Danke an Laurent und Chris für die Fotos und den coolen Tag auf der Con. An Jenny und Sven, die ich gerne noch mal gesehen hätte, aber wir sehen uns dieses Jahr auf jeden Fall noch mehrmals. An die FrightGuys, Corvin Lüders, die Stargäste und jeden, den ich vergessen habe. Entschuldigt bitte, aber es war ein verdammt langer Tag. Selbst am nächsten Morgen taten mir noch die Füße weh. Außerdem sehe ich jeden bestimmt früher oder später wieder und dann denke ich an euch. 😅

Bis dahin,

Thomas.






                                                   

Montag, 11. Dezember 2017

Der Con-Marathon Teil 4: Im Nerdtopia

Man soll aufhören, wenn es am schönsten ist. Oder wenn man pleite ist ...

Nach der FearCon, dem Weekend of Hell und dem House of Horrors hatte ich eigentlich keine weitere Con in diesem Jahr besuchen wollen. Aber neben Horror sind Comics meine zweite große Leidenschaft, also zog es mich am 10.12.17 zur Comic Con in Dortmund. Mit meiner Frau Andrea, Laurent (mein Wegbegleiter beim Con-Marathon) und seiner Freundin Katha.

Die Wettervorhersage klingt nicht besonders rosig, aber von Bielefeld bis nach Dortmund ist es nicht weit. Auf der Hinfahrt gibt es also keinerlei Probleme. Auch am Einlass zu den Hallen geht es ruckzuck. Drinnen angekommen, stehen wir sofort in der Künstlerallee, wo Hobbykünstler ihre Werke ausstellen und verkaufen können. Schon früh entdecken wir den Stand der Bielefelder Illustratorin Sashka, welche uns mit ihren Bildern schon mehrmals begeistert hat. Ganz besonders haben es uns ihre weiblichen Interpretationen von bekannten Horrorfilmikonen angetan, und so wandern natürlich ein paar dieser Werke in unsere Taschen. Falls ihr einen Instagramaccount habt, könnt ihr euch ihre Bilder hier ansehen. Ansonsten mache ich euch einfach mit diesem Bild den Mund wässrig ;-)

(Frederika Krueger.)
Nur ein paar Schritte weiter finden wir den Stand der FrightGuys. Die Schlange der Leute, die sich mit ihnen fotografieren lassen möchten, ist lang! Vielleicht liegt es an der neuesten Attraktion: Eines der Mitglieder steht als Pennywise aus der Neuverfilmung von Stephen Kings "IT" bereit. Trotzdem trauen sich auch Menschen mit Clownphobie an ihn heran. Was ich an den Jungs und Mädels immer wieder sympathisch finde, ist, dass sie nicht versuchen, den Besuchern Angst zu machen, sondern einfach für Spaß und coole Erinnerungsfotos sorgen. In detailgetreuen Kostümen, denen man die Fanliebe und das Herzblut wirklich ansieht. Also, Herzblut im übertragenen Sinne. Die Liebe zum Genre und ... Ach, ihr wisst, was ich meine!

(Die FrightGuys wünschen frohe Weihnachten.)
 Es zieht uns weiter zu den Stargästen. Robert Englund, Peter Weller, Darsteller aus "Harry Potter" und "American Gods" sitzen für Autogramme bereit und auch hier sind wieder lange Schlangen. Später bekomme ich mit, dass jemand zwei Stunden für ein Autogramm von Englund angestanden hat. Das nenne ich Durchhaltevermögen. Laurent steigen die Tränen in die Augen, als er mit Carl Weathers eine Szene aus "Predator" nachstellen darf und kehrt glücklich mit einem Autogramm zurück.
Ricky Whittle aus "American Gods" sitzt als einziger nicht hinter dem Tisch, sondern steht davor und empfängt jeden Fan, der zu ihm kommt, mit Handschlag oder einer Umarmung. Und er nimmt sich viiiiel Zeit zum Reden. Wer ein Autogramm will, muss etwas warten, aber ich finde es toll, dass er seinen Fans sichtlich dankbar ist und nicht jeder im Schnelldurchlauf abgespeist wird. Mit 100 € pro Autogramm bricht Wentworth Miller aus "Prison Break" jeden Rekord dieses Marathons. Selbst Bruce Campbell, der 2018 zum Weekend of Hell in Dortmund kommt, nimmt "nur" 70 €.


(Laurent im Gespräch mit Ricky Whittle.)


(Nach etwas Überredungskunst traute sich auch Katha auf das Foto.)
An den Verkaufsständen dürfte jeder etwas gefunden haben, denn es gab genug Auswahl für Fans von allen möglichen Superhelden, Mangas, Filmen, Serien, Videospielen und so weiter. Bei einem Besuch 2015 fand ich es schade, dass es nur so wenige Comics zu kaufen gab. Merchandise schön und gut, aber irgendwie fehlte mir damals etwas. Das hat sich inzwischen sehr positiv geändert. Mein Fanherz schlug höher, als ich für wenig Geld Ausgaben der zweiten "Ghost Rider" Serie von Marvel aus den Neunzigern gefunden habe. Eine meiner absoluten Lieblingsserien.

(Hell yes!!!)

(Eine wunderbare Hommage an Judge Dredd und weitere Kindheitserinnerungen.)
Bei einem kleinen DVD-Bereich wundern wir uns darüber, dass fast nur gebrauchte Ware und Bootlegs angeboten werden. Nur ein Händler hat vernünftige Neuware. Gekauft wird hier trotzdem nix, also weiter. Zwar ist es recht voll, aber nie wirklich unangenehm. Man kommt überall dran, muss vielleicht mal ein paar Sekunden warten, aber damit war ja zu rechnen. Der Samstag soll deutlich schlimmer gewesen sein. Von mehreren Bekannten habe ich gehört, dass die Hallen wegen Überfüllung geschlossen werden mussten. Etwas schade finde ich auch, dass die Securitys zwar bei den Stargästen bereit standen, es aber scheinbar keine zwischen den Verkaufsständen gab. Natürlich will man sich als Besucher nicht ununterbrochen beobachtet fühlen, aber an den Ständen waren oft nur zwei Verkäufer, die es mit unüberschaubaren Besucherandrängen zu tun hatten. Ein paar Wachleute in ziviler Kleidung, die nach Langfingern Ausschau halten, sollten wirklich drin sein. Bei einem Zwischenfall dauerte es nämlich viel zu lange, bis solche endlich eintrafen. Auch hätte irgendwo erwähnt werden können, dass Peter Weller nicht den ganzen Tag anwesend ist. Laurent, der sein Autogramm schon per Vorkasse bezahlt hatte, bekam seines dank eines freundlichen Mitarbeiters trotzdem noch.

Am Stand von PlemPlemProductions entdecke ich die erste Ausgabe von "Shark Farmer". Ich liebe schräge Ideen und habe sogar die Möglichkeit, den anwesenden Zeichner/Autoren um ein Autogramm zu bitten. Auch "Riot" sieht extrem cool aus. Die freundliche Verkäuferin erklärt zu jeder Serie, worum es sich handelt und da "Riot" von einem Anti-Helden erzählt, wird diese Erstausgabe ebenfalls eingepackt. Schön zu sehen, dass auch deutsche Künstler Fuß auf dem Comicmarkt fassen.

(PlemPlem halt.)
Es wird Zeit, sich auszuruhen. Die Kritikpunkte sind für mich als Besucher überschaubar. Zwar hätte ich noch viel, viiiiiel mehr kaufen können, aber Platzgründe und vorangegangene Cons fordern ihren Tribut. Dennoch macht es Spaß. Jeder von uns findet etwas für sich. Manchmal sogar Sachen, die man schon lange haben wollte. Hier und da treffen wir ein bekanntes Gesicht, das uns bei unserem Con-Marathon einmal oder mehrmals begegnet ist, es wird oft geplaudert und gelacht.

(Keine Ahnung, was mit Laurent nicht stimmt, aber ich bin erschöpft und glücklich.)

Auf dem Weg zum Ausgang bleiben wir noch mal bei den FrightGuys stehen, quatschen uns regelrecht fest, und ich möchte nicht zu viel verraten, aber dabei ging es auch um ein gemeinsames Projekt, auf das ich mich sehr, sehr freue. Dank dem Wetter dauert die Rückfahrt dreimal solange wie normal, aber die Zeit vergeht wie im Flug, da wir trotz des Staus viel zusammen lachen. Schon jetzt freue ich mich auf das Weekend of Hell im April 2018 und auf die Leute, die ich dort wiedersehen werde.

Zum Abschluss des Con-Marathons 2017 noch der historische Moment, der Laurent fast zum Weinen gebracht hätte. Und sein Bewerbungsfoto für die FrightGuys. Laurent, ich drück dir die Daumen und hoffe auf ein Foto mit Pennywise, Captain Spaulding und Wolverine. Oder was auch immer das ist ;-)

(Dillon, you son of a ...)


(Demnächst bei den FrightGuys: Wolverine.)

Bis dahin,

Thomas.



Montag, 13. November 2017

Der Con-Marathon Teil 3: Von Serienkillern und Horrorpunks

Wir waren irgendwo bei Güterslöh, als die Erinnerung einsetzte. Ich weiß noch, dass ich so was sagte wie: "Wir fahren jedes Mal die selbe, verdammte Strecke. Langsam kenne ich hier jeden Baum."
Und schon bald werde ich diese Strecke ein weiteres Mal fahren, denn ich habe mich dazu entschlossen, auch noch die Comic Con in Dortmund zu besuchen.
Mein Kumpel Laurent und ich waren bereits bei der FearCon in Bonn, beim Weekend of Hell in Dortmund und am 12.11.2017 verschlug es uns zum House of Horrors in Oberhausen. Die Konkurrenz ist also groß, und das merkt man manchmal an den doch geringen Besucherzahlen. Interessante Stargäste und abwechslungsreiche Programme gab es aber bisher immer. So auch in der Turbinenhalle, wo wir für EMP mit der Horrorpunkband "The Other" ein Video drehen und bei dem ich als Tontechniker einspringe.

In Oberhausen angekommen, haben wir zunächst eine Stunde Zeit, uns umzusehen und schon mal Autogramme von Stargästen einzusammeln. Besonders interessieren mich Tom Savini und Adrienne King, die beide an "Friday the 13th" mitgewirkt haben. Ich bin ohnehin schon lange ein Fan von Savinis Effekten für Horrorfilme und freue mich, ein Bild mit seiner Signatur über meine DVD-Sammlung hängen zu können. Adrienne King erzähle ich, dass ich mich am Ende von "Friday the 13th" fast zu Tode erschreckt habe, was sie scheinbar ziemlich witzig findet, aber dann sagt sie mir, dass es vielen so geht. Zum Beispiel ihrer Mutter bei der Testvorführung des Films. Sie muss wohl ähnlich aus dem Sitz gesprungen sein wie ich.

Autor und Herausgeber Alexander Knörr ist ebenfalls mit einem Stand vertreten, an dem er zusammen mit seiner Frau Schmuck und natürlich auch seine Anthologie "Karneval des Todes" verkauft, in der ich mit einer Kurzgeschichte vertreten bin. Als nächstes läuft mir Autorenkollege Marc Hartkamp über den Weg, mit dem ich bereits in mehreren Anthologien vertreten bin. Unter anderem sogar in der eben genannten. Es hat mich sehr gefreut, die Beiden endlich mal getroffen und Zeit zum Plaudern gehabt zu haben.

(Autorentreffen: Meine Wenigkeit, Alexander Knörr, Marc Hartkamp.)

Backstage treffen wir die Mitglieder von "The Other". Es ist schon verdammt merkwürdig, mit ihnen in einem Raum zu stehen, wo ich sie doch erst an Halloween live in Köln vor gut 800 Zuschauern auf der Bühne gesehen habe. Ich möchte nicht an dem düsteren Image der Band kratzen, aber die Mitglieder sind weitaus netter, als ihre Texte vermuten lassen. 
Wir begleiten aber nicht nur die Band, sondern auch einen glücklichen Gewinner und seine Frau, der bei EMP einen Rundgang mit "The Other" und Fotoshoots mit den Stargästen gewonnen hat. Während Laurent die Kamera hält, trage ich das Richtmikrofon und Kopfhörer. Und während wir so durch die Hallen gehen, frage ich mich, warum mich alle so komisch ansehen. Ach, wahrscheinlich wegen dem Equipment. Oder wegen der Kamera? Könnte auch an den vier geschminkten und verkleideten Gestalten liegen, mit denen ich unterwegs bin. 

(Ungeschminkt und unrasiert, aber ich durfte trotzdem mit aufs Foto)
Schon während des Rundgangs bekommen wir viel zu sehen. Tony Moran, der 1978 in John Carpenters "Halloween" Michael Myers spielte, versucht sich als Tätowierer ohne Erfahrung und legt sich danach noch selber unter die Nadel. Wie schon erwähnt, durften die Gewinner auch zu den Fotoshoots, also begleiteten wir sie alle zusammem zu Tom Savini, Adrienne King, Tony Moran, Steve Dash und Larry Zerner. Letzterer läuft der Band hinterher, um sich mit ihnen eines ihrer Videos auf dem Handy anzusehen. Fun Fact: Der Opener auf dem aktuellen Album von "The Other" heißt "Party at Crystal Lake" ... Na? Naaaa? 

(Ich wollte das Foto "Tony Moran an der Nadel" nennen, aber ich traue mich nicht ...)
Während ich anfangs noch keine Ahnung habe, was ich da als Tontechniker eigentlich tue und Blut und Wasser schwitze, dass alles gut läuft, beruhige ich mich irgendwann, versuche nicht im Weg zu stehen oder ins Bild zu laufen. Ich hoffe, dass es mir gelungen ist. Sonst nennen wir das Video einfach: "The Other, ein glücklicher Gewinner und der Tontechniker". Klingt wie ein Spagetthiwestern. 
Nachdem das Video abgedreht ist, nutze ich die Gelegenheit, mir meine "Casket Case" CD von "The Other" signieren zu lassen. Danach beginnt für Laurent und mich ein ganz normaler Tag auf der Con. Aber irgendwie sind solche Tage nie ganz normal. 

(Im "Dawn of the Dredd" Pulli neben Tom Savini stehen. Kann ich.)
Denn als wir das Kamera- und Tonequipment nach draußen bringen wollen, sind wir noch einmal kurz backstage. Bis auf den Clown der Band sind bereits alle gefahren. Während wir uns mit ihm unterhalten, kommt Tony Moran wieder einmal vorbei und gleich darauf Steve Dash, welcher im zweiten Teil von "Friday the 13th" als Stunt Double im Kostüm von Jason Vorhees agierte. Wegen eines Fotoshoots marschiert er zuerst in voller Verkleidung an uns vorbei, verschwindet in einem Raum, um sich umzuziehen und kehrt in zivil zurück. Tony Moran fragt ihn, was er so lange darin getrieben und ob er ein Schläfchen gehalten hat. Es beginnt eine spaßig gemeinte Auseinandersetzung mit viel "Fuck you!". Quasi ein "Michael vs. Jason" und ich begreife gerade, dass ich mit den beiden im selben Raum stehe, da wendet Steve sich an mich.
Steve Dash: "Fuck him!" 
Ich: "No, thanks."
Steve Dash: "Fuck him."
Ich: "No, thanks."
Steve Dash an Tony Moran: "Fuck you."
Und schließlich an mich: "And you know what? Fuck you, too!"
Während er von dannen zieht, bleibe ich begeistert zurück und sage: "Jason Vorhees hat mich gerade beleidigt. Wie geil ist das denn?"

(Ein Autogramm für Laurent und ein "Fuck you" für mich. Wer da wohl gewonnen hat?)

(Schnappschuss mit Filmregisseur Timo Rose.)

Nachdem das Equipment im Auto verstaut ist, gehen wir auf die Börse. Begleitet werden wir vom Clown der Band, welcher mit Filmproduzent/Fotograf Sascha Goldbach (ItWaitsArt) und seiner Freundin Sabrina später mitfahren wird. Bei unserem "Einkaufsbummel" bleibt also viel Zeit zum Quatschen. Über Filme, Musik usw. Ein paar DVDs oder BluRays werden mitgenommen. Die Auswahl ist großartig, aber der Geldbeutel sitzt nach zwei anderen Cons und vor einer finalen dann auch nicht mehr so locker wie vorher. "Waxworks" wollte ich aber schon seit Jahren mal sehen und John Carpenters "Vampire" hab ich viel zu lange nicht mehr gucken können. 

(Kleine, aber feine Ausbeute)
(Ihr dürft euch aussuchen, wer der Fotocrasher ist.)
In der Halle, in welcher die Stargäste sitzen, sehen Tom Savini und Larry Zerner jemandem bei einem Videospiel zu. Zwar kann ich nicht mit Sicherheit sagen, welches es war, aber ich tippe mal auf das Game zu "Friday the 13th" ...

(Was Zerner (ganz links) und Savini (gleich daneben), sich da wohl ansehen?)
Verrückt wird es, als wir in geselliger Runde stehen, Vernon Wells aus "Mad Max 2" Erdnüsse mampfend neben uns stehen bleibt, alle kurz ansieht und dann kopfschüttelnd davongeht. Solche Con-Momente liebe ich. 
Kurz vor Aufbruch kehrt unser geschminkter Wegbegleiter ungeschminkt zurück. Jedenfalls glaube ich, dass er es ist ... Ich hab ihn ja noch nie zuvor ohne Maske gesehen.
Wir verabschieden uns von ihm, Sascha und Sabrina und gehen danach alle in die gleiche Richtung. Wie es sich gehört. 
Im Auto quatschen Laurent und ich über den vergangenen Tag und tauschen, wie inzwischen üblich, unnützes Filmwissen aus. Für viele mag es Quatsch sein, aber wir können uns stundenlang über Fakten unterhalten, wie zum Beispiel, dass Jason Vorhees nur deswegen die Hockeymaske trägt, weil bei den Requisiten für den dritten "Friday the 13th" der Sack vergessen wurde, den Jason im zweiten Teil über dem Kopf getragen hat. So, habt ihr dank Laurent noch was dazu gelernt. Vielleicht drehen wir irgendwann ein Serie und nennen sie "Die Sendung mit dem Laurent".

(Die etwas größere Ausbeute.)
Aber vorher besuchen wir noch die Comic Con in Dortmund. 
Falls euch mein Bericht gefallen hat, findet ihr hier meinen Text zur FearCon in Bonn und hier die Zusammenfassung zum Weekend of Hell in Dortmund. 

Bis dahin, 

Thomas.

Montag, 6. November 2017

Der Con-Marathon Part 2: Zwischen Chromeskull und Leatherface

Der Con-Marathon von meinem Kumpel Laurent und mir geht in die zweite Runde. Nachdem wir die FearCon in Bonn unsicher gemacht haben, suchten wir am 05.11 das Weekend of Hell (WOH) in Dortmund heim. Unterwegs sagt mir Laurent, dass er viele Leute kennen wird. Etwas, das ich inzwischen von Buchmessen kenne und weiß schon, worauf er hinauswill. Man möchte seine Begleitperson nicht vernachlässigen, aber auf dem WOH gibt es sicher genug zu sehen, dass ich mich auch mal alleine beschäftigen kann. Wenn nicht, werfe ich mich halt so lange schreiend und tobend auf den Boden, bis ich etwas geschenkt bekomme. Oder bis ich mit DVDs von "Der Exorzist" beworfen werde. Je nachdem, was zuerst passiert.
(Der kam nicht in Frieden.)
 Und direkt vorm Eingang trifft Laurent einen Bekannten. Hätte er im Laufe des Tages für jede Bekanntschaft einen Euro bekommen, wären seine Kosten für die Con wieder drin, schätze ich. In der Halle beginnt mein Geldbeutel bereits bitterlich zu weinen, als ich als das Merchandise zu Predator, Alien, Evil Dead und anderen Klassikern sehe. Bei dem Anblick von ein paar Figuren werde ich fast schwach, aber erstmal wollen wir uns umschauen.

(Skeptisch und manisch liegen dicht beieinander ...)
An seinem Stand treffe ich den Illustrator Martin Schlierkamp, den ich bereits von anderen Conventions kenne und er lobt das WOH, auf dem er zum ersten Mal ausstellt. Überhaupt höre ich nur Gutes von Ausstellern und Gästen, bzw. ich höre auch, dass die Veranstalter offen für Verbesserungsvorschläge sind, sollte es doch mal einen Kritikpunkt geben. Auch ich kann schon mal verraten, dass es ein großartige Convention war, auf der viel geboten wurde.
Einen Gang weiter kommen wir am Stand von Ultratrash an. Ich liebe die Idee T-Shirts zu imaginären Grindhousefilmen zu kreieren und sehe bereits neue Designs, die mir gefallen. Auf der FearCon hatte ich mir mein erstes Shirt von ihnen geholt und es wird nicht das letzte gewesen sein.
Leute in den Anzügen der Ghostbusters, Zombies und eine Marshmallowfrau ziehen an uns vorbei. Zwei Pennywise' mischen unter das Volk, Ash Williams und eine Frau mit blutiger Schürze fallen mir auf. Man kann sich vor Kulissen zu The Walking Dead fotografieren lassen, es gibt einen DVD-Bereich, Artbooks, T-Shirts, sogar Indiefilmer können ihre neusten Werke vorstellen.

Und natürlich sind da noch die Stargäste für Autogramme und Fotos. Nicht gerade wenige. Bekannte Gesichter aus Alien, Saw, Texas Chainsaw Massacre (2003), Laid to Rest, Insidous und so weiter. Die längste Schlange ist aber ununterbrochen bei Danny Trejo. Und es sieht so aus, als würde diese überhaupt nicht kürzer werden. Ich habe ein Ticket für ein Photoshooting mit ihm und merke mir, dass ich rechtzeitig da sein sollte. Aber noch ist jede Menge Zeit und wir gehen zu einem von Laurents Bekannten: Designer Thomas Hodge, der die Poster zu Filmen wie Hobo with a Shotgun und Another Wolfcop entworfen hat. Er erzählt uns ein wenig über seinen Kurzfilm Teddybears Picnic, aus dem er einen abendfüllenden Spielfilm machen möchte.
Dazu kann man sich mit Hilfe einer VR-Brille einen kleinen Beitrag ansehen. Es ist das erste Mal, dass ich eine VR-Brille trage und ich grinse mindestens genauso blöd, wie Laurent es vor mir getan hat 


(Thomas Hodge mit seinen großartigen Postern.)

(Der hat ja gut lachen. Wahrscheinlich lief bei ihm ein anderer Film, als bei mir ...)

Nick Principe, der Chromeskull in Laid to Rest gespielt hat, ist ebenfalls ein Bekannter von Laurent, sitzt nur ein paar Meter entfernt neben Andrew "Leatherface" Bryniarski und kommt während der Con immer wieder zum Stand von Thomas Hodge, um zu quatschen. Dabei erfahren wir so einiges über Dreharbeiten, was ich immer sehr interessant finde. Oft sieht man Filme hinterher mit anderen Augen oder man kann sich einfach über diese Geschichten amüsieren. Dabei erfahren wir, dass er damals für die Szene in Rob Zombies Halloween den "Stock" geflickt hat, mit dem der junge Michael Myers einen Mitschüler erschlägt. Na ja, eigentlich waren es mehrere, denn schließlich war der Stock nicht echt.

Laurent lässt sich von anwesenden Schauspielern aus Aliens ein Poster signieren. Während bei Trejo ununterbrochen die Hütte brennt, ist bei anderen Stars mal mehr, mal weniger los. Die meisten nehmen sich aber Zeit zum Plaudern und freuen sich sichtlich über die anwesenden Fans, denn viele von ihnen werden für immer mit einem einzigen Film in Verbindung gebracht, bleiben mit diesem den Fans jedoch in Erinnerung. Zwischenzeitig sitzt Trejo wie die meisten Gaststars auf der Bühne und beantwortet ein paar Fragen.

(Laurent im Signierwahn.)

(Das Trejo Panel)
Irgendwann ist es dann Zeit für das Photoshooting. Die Schlange ist bereits lang, aber immerhin stehen wir neben einem Merchstand und ich kann mir Actionfiguren und Poster ansehen. Kaum beginnt das Shooting, geht es zu wie auf der Autobahn. Anhand der Geschwindigkeit, in der sich die Leute vor mir bewegen, befürchte ich, dass sie nach dem Shooting hinaus katapultiert werden. So ähnlich läuft es dann auch. Natürlich muss so etwas schnell gehen, denn es sollen ja noch andere Stars fotografiert werden. Dennoch wäre es schön gewesen, ein paar Wörter mit Trejo wechseln zu können. Ich mochte ihn schon, als ich im Teenageralter From Dusk till Dawn und Desperado gesehen habe und bin nicht mal ein allzu großer Fan von Machete. Natürlich gönne ich ihm den Erfolg, aber irgendwie gefallen mir die Filme, in denen er einen Nebencharakter spielt, deutlich besser als die mit ihm in der Hauptrolle. Für kurzen Smalltalk ist also keine Zeit und das gibt der Sache irgendwie etwas Unpersönliches, denn man hat das Gefühl sich mit einer Sehenswürdigkeit fotografieren zu lassen.
Gleich darauf stehen wir bereit, um uns Autogramme von Trejo zu holen. Diesmal sind wir fast ganz vorne in der immer länger werdenden Schlange. Als Trejo kommt, muss aber wieder alles schnell gehen. Autogramm, Handschlag, "Thank you!" und weg.

(Händchen halten mit Razor Charlie.)

Trotzdem ist es irgendwie cool ihn getroffen zu haben. Hätte mir das einer gesagt, während ich zum x-ten mal einen seiner Filme gucke, hätte ich ihn ausgelacht. Wir finden uns immer wieder bei Nick Principe und Thomas Hodge ein, treffen ein paar Mitglieder der Frightguys in zivil (Axel, solltest du das hier lesen: Ich wusste sofort, dass du es warst, der mir mit dem Poster eine gegeben hat! Dein unschuldiger Gang hat dich verraten!!!)
Am Stand des Indiefilms "Feed the Reapers" unterhalte ich mich Robert Gryczke von Kopf und Kino über das Schreiben und verliere Laurent (nicht zum ersten Mal) aus den Augen, aber das ist nicht weiter wild, denn wie schon vorher gesagt, gibt es eine Menge zu sehen. Irgendwann zwischendurch sitzt Sam Cokeman auf der Bühne und erzählt von seinen Dreharbeiten zu "Leatherface" und wie es war so zu tun, als würde er jemanden blutig schlagen, um sich danach mit ihm über das Wetter zu unterhalten. Auf der Panelbühne gibt es also jede Menge Abwechslung.

(Links: Nick Prinicipe. Rechts:  Roy Scammell)
Allmählich haben wir echt Hunger und wollen etwas essen gehen, bevor wir uns mit Merchandise und Filmen eindecken. Unterwegs denke ich daran, dass es mir so ähnlich bei der FearCon und beim Konzert von The Other ging, wo ich ebenfalls mit Laurent gewesen bin. Beide Male hat mir jemand Gummibärchen gereicht und kaum beende ich diesen Gedanken, hält mir eine als Zombie geschminkte Frau einen Eimer mit Gummibärchentüten hin. Ein neuer Running Gag? Ich bin ja mal auf das House of Horrors gespannt ...

Ein paar Filme wandern in meinen Beutel, dazu noch ein Geschenk für meine bessere Hälfte und das neue Buch von Bruce Campbell. So langsam neigt sich die Con auch dem Ende. Ab hier wird alles irgendwie surreal, denn Thomas Hodge und Nick Principe haben Laurent und mich zu der Aftershowparty eingeladen. Nicht nur das, wir fahren mit ihnen in Laurents Auto hin. Mit Chromeskull in einen Wagen zu steigen gleicht einer freiwilligen Entführung, aber mein Herzschlag beruhigt sich, als Laurent sich hinter das Steuer setzt. Allerdings müssen wir erst einmal die Mischung aus Irrgarten und Parkplatz zu verlassen, denn alle Schranken, die morgens geöffnet waren, sind zu. Nick will aussteigen und eine öffnen. Wir bezweifeln, dass das so einfach funktioniert, aber Nick öffnet seinen Sicherheitsgurt und da geht sie von alleine auf. Laut Nick hat sie bloß Angst vor ihm bekommen. Würde mich nicht wundern, bei seiner Körpergröße.

(Feeling tiny between Thomas Hodge und Nick Principe ...)
Während wir mit ihnen am Tisch sitzen, befinden sich um uns herum Shawnee Smith aus Saw, William Hope aus Aliens wünscht uns einen schönen Abend (Und trägt dabei eine Nostromojacke!!!), am Fenster sitzen Barbara Nedeljakova und Jana Kaderabkova aus Hostel und einen Tisch weiter nimmt Katharina Elisabeth aus Ginger Snaps 1 - 3 Platz. Zwischendurch setzt sich Andrew Bryniarski zu uns an den Tisch, entdeckt die Bierflaschen, welche Laurent Nick und Thomas geschenkt hat und mein Fluchtreflex setzt ein, als er ein Messer nimmt, um die Folie drum herum zu zerschneiden und ein Bier zu klauen. Ein Detmolder, mal so ganz nebenbei. Gute Wahl. Es fühlt sich vollkommen unwirklich an, zwischen all diesen Schauspielern zu sitzen, die ich aus lauter Filmen kenne und die ganze Zeit läuft ein anderer Film vor meinen Augen ab:

Ein Kellner sagt zu mir: "Und wer sind Sie?"
Ich, mit kieksender Stimme: "Ein Niemand."
Der Kellner packt mich an Kragen und Hosenbund und schmeißt mich raus.

Aber nichts dergleichen passiert. Nick, der in seinen Filmen alles niedermetzelt, was nicht bei drei auf den Bäumen ist, erzählt saukomische Geschichten über seine Jugend. Von Andrew scheint er irgendwann etwas genervt zu sein, denn er fragt mich, ob ich ihn mit nach Hause nehmen könnte ... Danke, aber nein danke.
Laurent sagt schließlich zu mir, ich soll mich für ein Foto neben die beiden stellen, weil uns diese Geschichte sonst kein Mensch glaubt.
Ich: "Aber die fressen mich doch!"

(Danke Nick und Andrew, dass ihr mich nicht gefressen habt.)
Kurz darauf ist auch Katharina Isabelle so nett, sich mit mir fotografieren zu lassen.

(Katharina Isabelle aus den Ginger Snaps Filmen.)
Es wird spät und wir entschließen uns aufzubrechen. Aber vorher sieht es so aus, als wollte Andrew Laurent behalten. Wir sehen noch einmal Danny Trejo, diesmal alleine, aber nachdem er stundenlang Autogramme geben und für Fotos und Interviews bereit stehen musste, gönnt man ihm auch die Ruhe.

(In den Fängen von Leatherface.)
Auf dem Weg nach Hause reden wir über die vergangenen Stunden, freuen uns wegen der Autogramme und viele geführte Gespräche. Es ist schwierig alles zusammenzufassen und sicher habe ich wieder einmal einiges vergessen zu erwähnen, aber wie gesagt, es war ein langer Tag. Wir wurden nicht von Slashern ermordet oder von Werwölfen gefressen. Es entstanden neue, tolle Kontakte, die Laurent und ich bereits für ein gemeinsames Projekt ins Auge gefasst haben. Doch das ist noch reine Zukunftsmusik. Vorher werden wir das House of Horrors in Oberhausen heimsuchen. Ich freue mich auf Tom Savini, Adrienne King, The Other und andere Stargäste.

Ob ich auch diesmal Gummibärchen bekommen habe, erfahrt ihr hier.

Bis dahin,

Thomas. 






Mittwoch, 1. November 2017

Die "Hell Night 2017" in Köln

Die Hell Night in Köln gilt inzwischen als feste Tradition für Horrorpunks und Halloweenfans. Zuvor fand sie regelmäßig im Underground statt, da das aber dieses Jahr schließen musste, wich das Event eine Straße weiter auf die Live Music Hall (LMH) zurück.
Dort angekommen finden meine Frau Andrea und ich auch wie verabredet Laurent und seine Freundin Katha. An Laurent erinnert ihr euch vielleicht, wenn ihr meinem Con-Marathon auf diesem Blog folgt. Um eure Erinnerung etwas aufzufrischen: Er ist derjenige, der dauernd alles verliert.

(Mehrmals in Köln gesichtet.)
Bei der LMH erwartet er uns deswegen auch nur mit einer Hand. Das liegt aber zum Glück daran, dass er sich als Ash Williams verkleidet hat und einen grauen Arbeitshandschuh als Metallhandschuh nutzt. Mit Kettensäge hätten sie ihn vielleicht nicht reingelassen. Und was wohl passiert wäre, hätte er aus dem Necronomicon gelesen? Da Katha als Chuckys Braut Tiffany geht, hätte ich Laurent ja zu gerne als Chucky gesehen, aber das Outfit ist eben teurer als ein zerrissenes Hemd und Ledergurt. Und weil das ganze auch ziemlich cool aussieht, bekommt er Lob von anderen Besuchern.
Andrea und ich sind zwar nicht verkleidet, aber schließlich war das auch kein Zwang. Im Publikum sind viele krasse Kostüme zu sehen. Die Schminkaktien müssen kurz vor Halloween Rekordhöhen erreicht haben. Zombies und Hexen geben sich die Klinke in die Hand.
Als wir reingehen hat die erste Vorband Scarlet and the Spooky Spiders bereits angefangen. Ich hab vorher nie von ihnen gehört, ihr Album aber auf meine Einkaufsliste gelegt. Genau wie das von The Crimson Ghosts, die auch als Köln kommen und bei denen etwas härter, aber nicht weniger punkig zugeht als bei den Spiders.

(An Halloween dürfen rote Augen nicht fehlen.)
Wäre der Verkehr wegen den Feiertagen nicht so dicht gewesen, wären wir etwas früher in Köln gewesen und ich hätte noch mal zum Geldautomaten gehen können. So werfe ich nur einen Blick auf den Merchstand ... Und ärgere mich, weil mir ein paar Shirts echt gut gefallen. Und CDs gibt es ja auch. Gut, dann eben ein anderes Mal. Zeit zum Essen blieb unterwegs auch nicht mehr, also muss Flüssignahrung in Form von Bier herhalten. Laurent erwähnt irgendwann, dass ich steif wirke, was wohl daran liegt, dass ich eher an der Tastatur eskaliere und mir einen Tag vorm Konzert den Rücken verhoben habe. Abzappeln kommt also sowieso nicht in Frage. Lieber still da stehen, zugucken und applaudieren. Aber das ist hier ja nicht die Apothekenrundschau, also weiter im Text.

(Mir ist nie aufgefallen, was für lange Arme ich habe ...)
Der Sound ist klasse, das Publikum gut drauf und die Bands geben Vollgas. Bei Kitty in a casket steht die einzige Sängerin des Abends auf der Bühne und muss dem Publikum doch noch mal etwas Beine machen. Ein kurzes Stage Diving gelingt trotzdem. Die Umbauphasen zwischen den Bands sind extrem kurz, was wohl auch daran liegt, dass um 22 Uhr eine Halloweenparty stattfinden soll. Aber auf ein paar Minuten kommt es ja nun wirklich nicht an. Und mit all den Kostümen ist das Konzert ohnehin eine Halloweenparty. Zwischen mehreren Pennywise' entdeckt Andrea einen Georgie Denbrough aus dem gleichen Film. Mit gelbem Regenmantel und rotem Lufballon. Ich hoffe, er hat sich von Gullys ferngehalten. Und den Clowns. Der Regen dürfte ihn wohl kaum gestört haben.
Ein anderer ist als Trunkenbold verkleidet, läuft geduckt um Katha und Laurent herum, lallt etwas und verschwindet wieder im Getümmel.
"Wie schlimm Alkohl ist, seht ihr an ihm", sage ich, eine Sekunde bevor eine Frau an uns vorbeizieht und etwas schreit, das sich anhört wie: "HAAAAAAAANK! WO BIST DUUU? HAAAAAAAAAANK!"
"Oder an ihr", sage ich und trinke noch einen Schluck Bier.

Nach einem kurzen Intro stehen schließlich The Other auf der Bühne und eröffnen ihr Konzert mit A Party at Crystal Lake

(Ab geht die Lutzi.)

Frontmann Rod Usher bedankt sich für das zahlreiche Erscheinen und erwähnt, was für eine Ehre es der Band ist, auf dieser Bühne zu stehen, nachdem sie selber so oft in der LMH Konzerte besucht haben. Es werden neue Songs vom gerade erschienenen Album Casket Case und Klassiker älterer Alben gespielt. Besonders freuen tue ich mich über Dreaming of the Devil, Back to the Cemetery und die aktuelle Single Dead.and.gone. Durchhänger gibt es ohnehin keine, aber das waren meine drei Highlights an diesem Abend. Laurent prescht hin und wieder nach vorne in den Moshpit und kehrt mit perfekt sitzender Frisur zurück. Das zerrissene Hemd und der künstliche Wundschorf waren zum Glück schon vorher da.
Tatsächlich hatte ich mich beim Anhören des neuen Albums zwischendurch gefragt, wo eigentlich dieses Bedburg aus Werewolf of Bedburg liegt. Als hätte Rod meine Gedanken gelesen, erzählt er vor dem Song die Geschichte von Peter Stump, der 1589 als schuldig befunden wurde, im Kölner Vorort Bedburg in Gestalt eines Werwolfs Morde begangen zu haben. Das nenne ich doch mal Fan-Service. Rod, solltest du jetzt gerade wieder meine Gedanken lesen: RAUS AUS MEINEM KOPF!!!!

Der Abend endet mit drei Zugaben, von denen jede als letzte angekündigt wird. Danach steht die Band für Autogramme am Merchstand bereit. Die Menge löst sich etwas auf. Zum ersten Mal bemerke ich, dass vor uns so etwas wie eine Tanzfläche liegt. Die füllt sich verdammt schnell, als Rod Usher und Kitty für eine Stunde Musik auflegen. Ramones, Rob Zombie, Metallica, etc. Danach geht es mit Popmusik kommerzieller zu.

(Gruppenfoto. Oder: Köln bei Nacht.)
Wir gehen nach draußen und entdecken eine Würstchenbude. Essen! Endlich! Der Herr Verkäufer rettet mir das Leben. Irgendwann zieht es uns noch mal kurz in die inzwischen rappelvolle Halle, wo Sing Halleluja von Dr. Albarn läuft. Der Mann war mal Zahnarzt... Ist ja irgendwie auch Horror.
Nach einem letzten Bier geht es in Richtung Burger King. Vor der LMH steht eine lange Schlange, viele verkleidete und geschminkte Menschen ziehen umher. Und dann, nach dem abschließenden Abendmahl, geht nicht nur ein als Jesus verkleideter Kerl an uns vorbei, nein, ohne Andrea hätte Laurent seine Tasche unter dem Tisch vergessen. Den ganzen Abend habe ich darauf gewartet, dass er etwas verliert und er hat mich nicht enttäuscht.

Von Bielefeld nach Köln fahren, Sprit und Hotel bezahlen, um ein Konzert von The Other und Co, zu sehen. War es das wert? Auf jeden Fall! Ein verdammt langer und geiler Abend liegt hinter uns. Wenn Laurent und ich unseren Con-Marathon beim House of Horrors in Oberhausen abschließen, werden auch die Jungs von The Other anwesend sein und ich werde die Gelegenheit nutzen, mir das Album Casket Case signieren zu lassen. Meinen Bericht gibt es natürlich hier. Seid dabei, wenn Laurent wieder Sachen verliert.

Abschließend möchte ich mich bei allen Bands, Katha, Andrea und Laurent für diesen gelungenen Abend bedanken. Ich hoffe, wir können das wiederholen. Zum Schluss noch ein Bild von der Halloweendeko im Hotel. Neben dem Frühstücksbuffet. Genau mein Humor.




Bis dahin,

Thomas.